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Exklusiv

17.05.2018

Theo Waigel und Alois Glück begrüßen Söders Schwenk in der Kreuz-Debatte

Ein Bild, das für Diskussionen sorgte: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hängt ein Kreuz im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei auf.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Das Angebot eines runden Tischs trage zum gesellschaftlichen Frieden bei, sagt Waigel. Glück mahnt auch: Söders Gesprächsangebot hätte früher kommen sollen.

Das Einlenken des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in der Kreuz-Debatte stößt auf Zustimmung bei einflussreichen CSU-Politikern und Vertretern der Kirche. Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel sagte unserer Redaktion: „Ich begrüße das Angebot zu einem breiten Dialog, weil er zum gesellschaftlichen und politischen Frieden beiträgt.“ Waigel glaubt, dass Söders Vorschlag eines runden Tisches zu Werten, Kultur und Identität des Landes die Debatte befrieden könnte. „Durch einen solchen Dialog könnte die Kritik an der Anordnung zum Anbringen von Kreuzen in Behörden entkräftet werden“, betonte Waigel gegenüber unserer Redaktion.

Der ehemalige CSU-Landtagspräsident und Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, begrüßt Söders Einlenken ebenfalls, übt aber auch Kritik an der Art und Weise, wie der Kreuz-Erlass zustande gekommen ist: „Natürlich wäre es sehr viel besser gewesen, einen breiten Dialog an den Anfang zu stellen.“ Glück hofft nun, dass „wir noch zu einer konstruktiven und weiterführenden Beratung kommen“. Söders Schritt „hilft sicher auch, die Situation mit den Kirchen, auch mit Kardinal Reinhard Marx und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, wieder zu normalisieren“, betonte er.

Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick kritisierte indirekt, dass Söders Gesprächsangebot erst jetzt kommt: „Auch hier gilt das Sprichwort: Besser spät als nie“, sagte Schick unserer Redaktion. Auf die Frage, ob Söders Schritt ausreiche, um das angespannte Verhältnis zwischen der CSU und der Kirche zu befrieden, sagte Schick: „Die Debatte über das Kreuz in der Öffentlichkeit hat viel Gutes. Sie macht nachdenklich, viele Menschen befassen sich mit dem Kreuz. Sie sollte aber sachlich und wohlwollend geführt werden.“

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Kardinal Marx will Zusammensetzung des runden Tischs abwarten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plant einen runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität des Landes. Dazu will Söder auch Vertreter der beiden großen Kirchen einladen. „Ausdrücklich soll es auch ein Gesprächsangebot an Kritiker sein“, sagte er. Die Bayerische Staatsregierung hatte angeordnet, in allen Behörden Kreuze anzubringen. Dies hatte massive Kritik auch von Kirchenvertretern zur Folge. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx schalt Söder etwa, mit der Kreuz-Anordnung „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“ auszulösen. Das Kreuz, so Kirchenvertreter, dürfe nicht für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert werden, es grenze auch nicht gegen andere, etwa Muslime, ab.

In unserem Podcast geht es ebenfalls um Söders Kreuz-Erlass. Hier können Sie reinhören:

 

Der Sprecher von Kardinal Marx, Bernhard Kellner, sagte auf Anfrage unserer Redaktion: „Es ist gut, wenn man ins Gespräch kommt – am besten immer so früh wie möglich.“ Kardinal Marx habe ja bereits gesagt, dass die katholische Kirche Gespräche wünsche. „Es bleibt jetzt abzuwarten, wie sich der runde Tisch konstituieren soll“, betonte Kellner.

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18.05.2018

Gut so!
Dialog- statt Brachialpolitik!
Runde Tische statt einsame Entscheidungen!
Wer könnte das kritisieren?
Nur eines bleibt unklar: Welche Rolle hat hier Theo Waigel gespielt?

Permalink
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