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München

12.05.2011

Tierpark Hellabrunn: Die Freude über das Elefantenbaby ist riesengroß

Die ersten gemeinsamen Spaziergänge: Elefantendame Temi mit ihrem Baby. Bild: Tierpark Hellabrunn

Die Freude im Münchner Tierpark Hellabrunn ist groß. Das Elefantenbaby ist munter und fidel. Zusammen mit seiner Mutter macht der Kleine schon kurze Ausflüge nach draußen.

Der Münchner Tierpark Hellabrunn hat ein Elefantenbaby. Die neunjährige Elefantendame Temi hat bereits vergangenen Freitag ihr erstes Baby zur Welt gebracht. Das neue Mitglied der Elefantenherde ist ein prächtiger Junge, 95 cm groß, 117 Kilo schwer – "ein echter Herzensbrecher", wie es in der Pressemitteilung des Zoos heißt.

„Wir sind überglücklich, dass München wieder ein gesundes Elefantenbaby hat. Dieser niedliche und aktive Elefantenjunge wird die Herzen der Münchener sicherlich im Sturm erobern“, freut sich Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Christine Strobl. Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem: „Obwohl es ihr erstes Baby ist, kümmert sich Temi sehr fürsorglich um ihren Nachwuchs. Es ist schön, die beiden zu beobachten. Nach dem traurigen Tod von Jamuna Toni im letzten Juni sind wir alle erleichtert, ein gesundes Elefantenbaby in Hellabrunn zu haben, das von Anfang an und mit wachsender Begeisterung die Muttermilch trinkt“.

Seit Anfang April haben zwei Tierpfleger Nachtwache bei der werdenden Mutter gehalten. Seit Anfang Mai war der Progesteron-Wert im Blut von Temi stark gesunken, was bedeutete: Die Geburt stand bevor.

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Am Freitagabend  des 06. Mais gegen 21 Uhr meldete sich die hochschwangere Elefantendame plötzlich kräftig zu Wort. Es gab keinen Zweifel: Das Baby kommt! Sofort alarmierten die Tierpfleger der Nachtwache – Andreas Fries und Niko Welsch – Tierärztinnen, Kollegen, den Zoodirektor und die Zoologen. Schon 20 Minuten später war das Baby auf der Welt.

Gefahr bei einer Elefantengeburt geht von Mutter aus

In der freien Wildbahn wird die Elefantenkuh bei der Geburt von Elefanten-Ammen betreut. Diese erfahrenen Elefantenkühe beruhigen die niederkommende Kuh und nehmen das Neugeborene in ihre Obhut. Die größte Gefahr bei einer Elefantengeburt geht nämlich zunächst von der frischgebackenen Mutter aus, heißt es in der Mitteilung des Tierparks: Es kommt vor, dass sie auf ihr eigenes Kind losgeht, das ihr soviel Schmerzen bereitet hat. Manchmal tötet die Mutter bei diesen Attacken versehentlich ihr Kind. Die Ammen beschützen das Kleine daher vor seiner Mutter, bis sie sich beruhigt hat und begreift, was ihr passiert ist.

Bei der erstgebärenden Temi haben die Tierpfleger Ammendienste geleistet und das Baby in der weißen Embryonalhülle schnell aus Reichweite der Mutter gezogen. Die Tierpfleger Niko Welsch und Simon Obermayer befreiten das Neugeborene aus der weißen Hülle. Das Tierparkteam musste sich keine Gedanken machen, ob das Kleine atmet: Es strampelte und zappelte und ließ sich nur schwer bändigen. Schon nach vier Minuten stand der kleine Bulle.

Der erste Blick – nachdem die Sache mit dem Atmen geklärt war – galt dem Geschlecht. Eindeutig: Das Baby ist ein Bulle!

Das Team rubbelte das Elefantenbaby trocken, dann wurde es von Tierärztinnen untersucht. Resultat: Vier Beine, vier Füße, zwei große Ohren, ein langer Schwanz und ein winziger Rüssel –  es ist alles dran am Mini-Elefanten.

Jetzt musste noch das Geburtsgewicht festgestellt werden. Vier Tierpfleger hoben das Baby auf die Waage: 117 Kilo. Das Messen mit dem Zollstock ergab 95 Zentimeter.

Nach der Erstversorgung brachten die Tierpfleger das Baby zur Mutter, die schon sehnsüchtig auf ihren Nachwuchs wartete. Temi berüsselte ihren Kleinen immer wieder zärtlich und wartete geduldig, bis ihr Sohn endlich den Weg zum Gesäuge gefunden hat. Erst als das Baby gegen drei Uhr am Samstagmorgen friedlich trank, fiel langsam die Anspannung vom Geburtsteam ab. Die ersten fünf Tage blieben Temi und ihr Baby noch im Stall, um sich auszuruhen und aneinander zu gewöhnen. „Jetzt sind wir gespannt, wie der Rest der Elefantenfamilie auf das Neugeborene reagiert“, so Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Wann immer es die Wetterlage zulässt, werden Mutter und Kind kurze Ausflüge nach draußen unternehmen. „Wir müssen vorsichtig sein, damit sich Mutter und Baby an die neue Situation gewöhnen“, erklärt Dr. Andreas Knieriem. Das100-jährige Elefantenhaus wird derzeit saniert und ist für Besucher nicht geöffnet. Daher können Besucher das Elefantenbaby nur sehen, wenn es sich gerade auf der Außenanlage befindet. pm                            

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