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Bad Grönenbach

12.11.2019

Tierskandal: Landrat hat schon vor 13 Jahren auf Situation hingewiesen

Nach Tierskandal in Bad Grönenbach: Der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather soll schon vor 13 Jahren auf personelle Engpässe im Veterinäramt hingewiesen haben.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Plus Der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather wählt drastische Worte. Er wolle bereits vor 13 Jahren auf Engpässe im Veterinäramt aufmerksam gemacht haben.

Trotz Tierskandal und wiederholter Hilferufe des Landrats: Die Veterinärabteilung am Unterallgäuer Landratsamt ist nach den Worten von Kreischef Hans-Joachim Weirather (Freie Wähler) „in eklatanter Weise unterbesetzt“. Auf diesen „dramatischen personellen Engpass“ mache er bereits seit 13 Jahren aufmerksam, schreibt der Landrat nun in einem Brief an Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

H.-J. Weirather

Tierskandal in Bad Grönenbach deckt Missstände auf

So richtig in den Fokus geraten war die Veterinärabteilung am Unterallgäuer Landratsamt nach Bekanntwerden des Tierskandals in großen Milchviehbetrieben in Bad Grönenbach. In einem offenen Brief an Staatsminister Glauber hatten Mitte August dieses Jahres alle Allgäuer Landräte eine bessere personelle Ausstattung der Veterinärämter gefordert. Doch das Ministerium verwies auf einheitliche Kriterien der Personal-Zuweisung. Zudem würden die Kontrollbehörden für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sich verstärkt um den Tierschutz in landwirtschaftlichen Betrieben kümmern.

Landräte haben keinen direkten Einfluss auf Personal des Veterinäramts

Im Freistaat waren die bis dahin eigenständigen Veterinärbehörden 1994 den jeweiligen Landratsämtern angegliedert worden. Das Personal aber stellt der Freistaat. Entsprechend hat ein Landrat keinen direkten Einfluss mehr auf die personelle Ausstattung.

Tierskandal: Landrat hat schon vor 13 Jahren auf Situation hingewiesen

An der Veterinärbehörde im Unterallgäuer Landratsamt sind derzeit viereinhalb Veterinärstellen besetzt – vorübergehend soll im Laufe dieses Monats eine „Geschäftsaushilfe“ tätig werden. Dann wären es fünfeinhalb besetzte Stellen. „Wir bräuchten acht“, sagte Weirather im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die in Aussicht gestellte befristete Tierarztstelle und eine versprochene spätere feste Stelle könne er nur als „eine Geste“ betrachten, schreibt der Landrat und verwies auf seine Mitarbeiter: „Wenn sie nicht langsam unterstützt werden, sehe ich sie vor die Hunde gehen – das muss ich so drastisch formulieren.“ Überstunden häuften sich und Mitarbeiter hätten sogenannte Überlastungsanzeigen angekündigt.

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