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Tourismus
25.08.2018

Angst vor Mountainbike-Park im Allgäu

Bayerns Berge sind bei Mountainbikern sehr beliebt.

Naturschützer befürchten „gigantisches Bike-Valley“ nahe dem Riedberger Horn

Ideen für einen Mountainbike-Park am Gelbhandsekopf bei Balderschwang im Oberallgäu sorgen für Ärger. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) sprach von einem „gigantischen Bike-Valley“ nahe dem Riedberger Horn, das deutschlandweit das größte Projekt dieser Art werden könnte. Das stehe in krassem Widerspruch zu einem naturnahen Tourismus, den die bayerische Staatsregierung im Raum Obermaiselstein/Balderschwang mit 20 Millionen Euro fördern will. Das hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) als Ausgleich für den Verzicht auf einen Skiverbund am Riedberger Horn versprochen.

Balderschwangs Bürgermeister Konrad Kienle bestätigte, dass es erste Überlegungen und Vorgespräche mit einem privaten Investor gebe. Dabei gehe es der Gemeinde darum, die immer größer werdende Zahl der Mountainbiker zu kanalisieren. „Wir müssen etwas tun“, sagte Kienle. Es gebe aber keine Planung, alles sei noch „unausgegoren“.

Demgegenüber hatte der LBV in einer Presseinformation mitgeteilt, dass „ein Trassenbau von mindestens 25 Kilometern für Mountainbikes“ geplant sei. Beigefügt war ein Foto mit den angeblich geplanten Abfahrten. „Die Dimension dieser Planung hat uns schockiert“, sagte der LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer auf Anfrage. Bürgermeister Kienle dagegen spricht von einer Potenzialstudie. Ein Mountainbike-Experte habe auf dem Foto eingetragen, wo möglicherweise Abfahrten hinunter gehen könnten – unabhängig von anderen Belangen wie dem Naturschutz. Kienle betonte, bei der weiteren Planung wolle man eng mit dem Landratsamt, dem Naturpark Nagelfluhkette und der Allgäu GmbH zusammenarbeiten – und auch mit dem Vogelschutzbund. Es gehe darum, „in erster Linie vorhandene Wege zu nutzen“. Er bedauere, dass der LBV vorher nicht mit der Gemeinde gesprochen habe, sagte der Rathauschef. Dann hätte man die Missverständnisse ausräumen können. Überrascht von der LBV-Mitteilung war dem Vernehmen nach auch der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. In einer ersten Reaktion soll er gesagt haben, das Gesamtprojekt sei in der vom LBV aufgezeigten Größe wohl nicht genehmigungsfähig.

Wie geht es jetzt weiter? Man werde überlegen, was machbar ist, sagte der Balderschwanger Bürgermeister. Fest steht für ihn: „Balderschwang wird kein Bike-Valley“.

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