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Tourismus
10.08.2019

Mehrere Tote nach Bergunfällen in den Alpen

In den bayerischen und österreichischen Alpen sind mehrere Menschen tödlich verunglückt.
Foto: Zoom.Tirol/APA, dpa (Archiv)

In den bayerischen und österreichischen Alpen sind mehrere Freizeitsportler in den vergangenen Tagen tödlich verunglückt.

Die traurigen Meldungen häufen sich an diesem Wochenende - gleich mehrere Menschen sind beim Freizeitsport in den Alpen ums Leben gekommen.

So ist am Freitagmorgen ein Bergsteiger aus Israel in der Watzmann Ostwand in den Berchtesgadener Alpen verunglückt und gestorben. Der 30-Jährige wollte laut Angaben der Polizei den Berchtesgadener Weg alleine begehen. Am Beginn der sogenannten Wasserfallplatte sei er weggerutscht und rund 150 Meter in die Tiefe gestürzt.

Mehrere Seilschaften, die sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls im Bereich der Wasserfallplatte aufhielten, mussten den Absturz mit ansehen. Einige von ihnen waren danach nicht mehr in der Lage, ihren Weg fortzusetzen und wurden von Hubschraubern ins Tal geflogen.

49 Jahre alter Mann verunglückt in der Finzbachklamm

Nur wenig später kam es rund 200 Kilometer weiter westlich ebenfalls zu einem Unglück. In der Finzbachklamm bei Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kam ein 49 Jahre alter Mann beim Canyoning ums Leben. Bei dieser Sportart werden Schluchten durch Klettern, Schwimmen oder Abseilen meist von oben nach unten durchschritten. Laut Polizeiangaben sei der Mann dabei alleine in der Klamm unterwegs gewesen. Wie genau aus zu dem Unfall kam, ist jedoch noch nicht geklärt.

Eine weitere Canyoninggruppe entdeckte den leblosen Körper des Mannes gegen 13.30 Uhr unterhalb seiner letzten Abseilstelle und setze sofort einen Notruf ab. Die Einsatzkräfte konnten aber nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Noch ein Stück weiter westlich starb ein 75-Jähriger bei einem Bergausflug. Der Mann war mit einem Begleiter auf die Höfats, einen rund 2200 Meter hohen Berg bei Oberstdorf, gestiegen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Beim Abstieg vom Gipfel fiel er demnach in felsigem Gelände 80 Meter tief. Weil der 75-Jährige hinter seinem Begleiter lief, sei unklar, wieso er abgestürzt sei, sagte ein Sprecher. Die Bergwacht und ein Notarzt stellten den Tod des Mannes fest, der nach Darstellung der Polizei als bergerfahren galt.

Auch auf der anderen Seite der Grenze, in Österreich, kam es zu tödlichen Unfällen. Bei Bergtouren im Karwendelgebirge sind ein 68-Jähriger aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und eine 27-jährige Frau aus Berlin ums Leben gekommen.

Zwei Tote bei Bergtouren in Österreich

Der Mann war am Donnerstag mit zwei Begleitern auf dem Mittenwalder Höhenweg im Grenzgebiet von Tirol und Bayern unterwegs. Als er den Klettersteig bereits verlassen hatte, stürzte er aus unbekannten Gründen auf markiertem Weg seitlich 150 Meter über felsiges Gelände ab, wie die Polizei am Freitag berichtete. Die Begleiter verständigten sofort die Rettungskräfte, die jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen konnten. 

Die 27-Jährige war mit einer gleichaltrigen Frau auf einer mehrtägigen Hüttentour. Sie hatten gerade den "Frau-Hitt-Sattel" bei Innsbruck überquert, als eine von ihnen 50 Meter tief abstürzte. Der Leichnam der 27-Jährigen wurde von der Besatzung eines Polizeihubschraubers geborgen.

Einen Trend, wonach es in den Alpen immer gefährlicher zuginge, widerlegt zumindest die Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins. Im Untersuchungszeitraum 2016/2017 sei das Bergsportrisiko demnach so niedrig wie nie zuvor gewesen. So starben in den Jahren 2016 und 2017 71 DAV-Mitglieder in den Bergen, was einem Rückgang von 28 Prozent bei den tödlichen Unfällen entspricht. Allerdings kommt es zu immer mehr Notfällen in den Bergen. Dies sei jedoch auch auf die gestiegene Zahl der DAV-Mitglieder zurückzuführen.

Dass immer mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind, stellt auch die Bergwacht Bayern vor neue Herausforderungen. Auf ihrer Internetseite spricht sie vom zunehmenden Tourismus in den Alpen, der in Kombination mit dem steigenden Anteil älterer und mobiler Menschen mit immer mehr Freizeit dafür verantwortlich sei, dass die Einsatzzahlen anstiegen. (AZ, mit dpa)

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