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Transitstreit
04.09.2019

Söder: Tirol schadet sich selbst mit Fahrverboten

Die Fahrverbote in Tirol sollen auch während der Skisaison gelten.
Foto: Daniel Liebl/APA, dpa

In Bayern werden die Tiroler Fahrverbote für Ausländer auf den Nebenstrecken seit Monaten kopfschüttelnd hingenommen. Bayern hofft nun auf eine Klärung nach der Neuwahl von Österreichs Bundesregierung.

Die regionalen Fahrverbote in Tirol sollen auch im Winter gelten. Das gab der Landeschef des österreichischen Bundeslandes, Günther Platter, am Dienstag in Meran bekannt. Die Kombination von Güterverkehr, Skitourismus und Schnee könnte sonst zu einem Verkehrskollaps führen, warnte der Politiker von der konservativen ÖVP. "Dem greifen wir nun vor", sagte Platter.

Seit Ende Juni gelten im Großraum Innsbruck und in den Bezirken Reutte sowie Kufstein an Wochenenden Fahrverbote. Ziel ist es, dass die Reisenden nur die Autobahn und keine Ausweichrouten nutzen. Die Entscheidung führte zu heftiger Kritik aus Deutschland. Tirol pocht auf weitere Schritte wie eine Korridormaut von München bis Verona, um den Lkw-Verkehr über den stark belasteten Brenner zu drosseln.

Die derzeitigen Maßnahmen gelten bis 15. September. Verkehrsexperten werden nun die genauen Geltungsbereiche und Zeiträume für den Winter ausarbeiten, sagte die Grüne Ingrid Felipe, die in der Tiroler Regierung für Verkehrsfragen zuständig ist. Seit Ende Juni seien aufgrund der Verbote rund 20.000 Fahrzeuglenker zurückgewiesen worden.

Markus Söder hat kein Verständnis für Fahrverbote in Tirol

Die Ausweitung der regionalen Fahrverbote in Tirol auf die Skisaison schadet nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor allem dem Tourismus in Österreich. "Ich finde das jetzt wirklich übertrieben. Ich habe ja Verständnis für manches, und es ist ja im Sommer ehrlich gesagt auch ganz gut gelaufen, aber es jetzt auf den Winter auszuweiten, bedeutet nichts anderes, als dass sich die Tiroler selber schädigen", sagte der CSU-Chef am Mittwoch am Rande seiner Klimatour auf die Zugspitze. Er glaube, dies sei am Ende nur eine Maßnahme, um die Menschen davon abzubringen, in den Winterferien nach Tirol in den Urlaub zu fahren.

Söder betonte, er habe Verständnis dafür, dass Österreich von Deutschland eine schnellere Planung für den Anschluss der Bahn an den Brenner-Basis-Tunnel fordere. "Wir werden in Deutschland generell ein Beschleunigungsgesetz brauchen, um solche Bahnstrecken schneller zu bauen", sagte er. "Aber das was die Österreicher jetzt machen, ist überdreht." Er hoffe, dass nach den Neuwahlen in Österreich am 29. September wieder die dortige Bundesregierung in Österreich als Ansprechpartner zur Verfügung stehe. "Denn das muss schon zwischen den beiden Ländern auf nationaler Ebene geklärt werden", sagte Söder.

Derweil forderte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) von Tirol die Umsetzung des vereinbarten Zehn-Punkte-Maßnahmenplans. "Dazu muss auf österreichischer Seite auch endlich die Mautfreiheit bis Kufstein Süd angegangen werden. So wie wir es im Juli in Berlin gemeinsam vereinbart haben", sagte er der dpa in München. ( dpa)

Lesen Sie dazu auch: Bayern und Tirol suchen Lösungen für den Verkehr - doch es hakt

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