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25.11.2007

Über der Straße schweben

München. Es ist ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn man weiß, dass man in ein paar Sekunden auf der Nase landen könnte. Nicht genug, dass man gleich auf einem neuen Gefährt namens Segway über den Münchner Odeonsplatz Probe fahren soll. Die Leute bleiben stehen und schauen, was gleich passiert. Man fühlt sich auch eindeutig beobachtet.

Segways sind etwas ganz Neues - natürlich eine amerikanische Entwicklung. Auf zwei Rädern muss man balancieren, ein Elektromotor sorgt dafür, dass man mit bis zu 20 Stundenkilometer beinahe lautlos über die Straßen gleitet. Die Lenkung übernimmt der eigene Körper. Beugt man sich nach vorn, fährt der Segway los, will man abbiegen, verlagert man sein Gewicht nach links oder rechts.

Klingt einfach. Eine natürliche Skepsis gegenüber dieser Innovation bleibt aber trotzdem erst einmal bestehen. Die beiden Räder sollen die eigenen Beine ersetzen - wer weiß, ob das gut gehen kann. Der Segway piepst und blinkt beim Einschalten. Betreiber André Zeitsch hält den Lenker fest, damit der Passagier sicher aufsteigen kann.

Der 25-Jährige hat die elektronischen Roller in die bayerische Hauptstadt geholt. Entdeckt hat er sie in Prag, wo Stadtrundfahrten auf den schwarzen Rollern angeboten werden. Diese Ideen haben auch Metropolen wie Rom und Köln für sich entdeckt, jetzt will Zeitsch die Segway-Touren auch in München salonfähig machen.

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Straße frei für den Segway

Neugier und Nachfrage sind auf jeden Fall gegeben. Egal wo Zeitsch mit seinem Gefährt auftaucht beobachten die Leute fasziniert das unbekannte Fahrobjekt. Trotzdem liegt den Touren durch Münchens Innenstadt noch ein Stein im Weg, nämlich die Straßenverkehrsordnung. Derzeit gibt es noch keine deutschlandweite Regelung für den offiziell als "elektronische Mobilitätshilfe" titulierten Segway. In Bayern gelten dafür ähnliche Bestimmungen wie bei Mofas, was die Fahrt auf landwirtschaftliche Wege, Straßen und mofafreie Fahrradwege beschränkt.

Unter diesen Bedingungen kann Zeitsch seine rund dreistündige Tour nicht wie geplant durch den englischen Garten führen lassen. "Die momentane Regelung engt mich als Unternehmer ein", erklärt er. Im Frühjahr rechnet er mit einer einheitlichen Regelung für ganz Deutschland. Dann könnten die Flitzer vielleicht auch durch Fußgängerzonen und Parkanlagen fahren, sicher ist das aber nicht.

Auf dem Odeonsplatz kann man jetzt schon mit dem Segway herumsausen. Wenn man die erste Zweifel überwunden und sich auf das sensorbehaftete Trittbrett getraut hat, muss man nur noch eines tun: Gleichgewicht finden. Nach kurzem Zögern wagt man sich dann auf den großen Platz hinaus. Die Pflastersteine unter einem spürt man gar nicht - es ist, als würde man Schweben. 30 Zentimeter über dem Boden kann man jetzt am staunenden Publikum vorbeiziehen, den Wind um die Nase spüren und der anfänglichen Angst "Ade" sagen. Bei jeder Kurve fühlt man sich sicher, es ist tatsächlich, wie Zeitsch versprochen hat - die Räder scheinen die Beine zu ersetzen. Dass er mit seiner Idee Erfolg haben wird, bezweifelt er nicht. "Segways sind zukunftsweisend und man sieht gut darauf aus", lacht er. "Ich will mit ihnen ein echtes Erlebnis verkaufen."

www.segwaytour-munich.de

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