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Gesundheit

19.06.2017

Überdurchschnittlich viele OPs in Bayern wegen Rückenproblemen

In Bayern kommen 765 Krankenhausaufenthalte wegen Rückenerkrankungen wie Bandscheibenschäden oder Rückenschmerzen auf 100.000 Einwohner.
Bild: Arno Burgi (dpa), Symbol

Wie häufig Patienten mit Rückenschmerzen ins Krankenhaus müssen und wie oft sie operiert werden, ist regional sehr unterschiedlich. Bayern nimmt dabei keinen rühmlichen Platz ein.

In Bayern landen Patienten mit Rückenerkrankungen eher auf dem OP-Tisch als in anderen Bundesländern. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh hervor. Verglichen wurden die Häufigkeit der Eingriffe und die Zahl der Krankenhausaufenthalte in den Bundesländern - Bayern liegt in den ausgewerteten Kategorien über dem Bundesdurchschnitt. Herangezogen wurde der Zeitraum von 2007 bis 2015, basierend auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 

In Bayern kommen 765 Krankenhausaufenthalte wegen Rückenerkrankungen wie Bandscheibenschäden oder Rückenschmerzen auf 100.000 Einwohner. Damit rangiert der Freistaat auf dem siebten Platz deutschlandweit. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 701 Aufenthalten je 100 000 Einwohnern. Innerhalb Bayerns sind die Unterschiede ebenfalls groß. So kamen in Freyung-Grafenau 866 Menschen wegen Rückenerkrankungen ins Krankenhaus, in Deggendorf 745 Patienten - und im Landkreis Aschaffenburg gerade einmal 99 Patienten.

Bei der Entfernung knöcherner Anbauten am Wirbelkanal liegt Bayern mit 183 Eingriffen pro 100 000 Einwohner im Bundesvergleich auf dem dritten Rang. Bei der Entfernung von Bandscheibengewebe rangiert Bayern mit 229 Eingriffen je 100 000 Einwohnern auf Platz drei. Bei der Versteifung von Wirbelkörpern liegt der Freistaat mit 105 Eingriffen je 100 000 Einwohnern auf Platz acht. Mit der Diagnose Rückenschmerzen kamen in der Region 343 Patienten je 100 000 Einwohner in eine Klinik, was bundesweit ebenfalls dem dritten Rang entspricht.

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Rückenbeschwerden: Diagnostik und Therapie sehr unterschiedlich

Die großen regionalen Abweichungen seien ein Indiz dafür, dass sich die Versorgung und die Vorgehensweise bei Diagnostik und Therapie von Rückenbeschwerden sehr stark unterscheiden, sagte Eckhard Volbracht von der Bertelsmann-Stiftung. Ohne einheitliche Leitlinien eröffneten sich Ärzten Behandlungsspielräume. "Die Entscheidung für einen operativen Eingriff darf jedoch nicht aufgrund von individuellen Vorlieben der ortsansässigen Ärzte fallen." Die Stiftung fordert, Patienten umfassend über Behandlungsalternativen zu informieren und medizinische Leitlinien zu entwickeln. dpa/lby

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