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Unterricht in Bayern
07.01.2021

Zeugnisse, Ferien und Mebis: Das sagt Piazolo zum Distanzunterricht

Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo nahm in einer Pressekonferenz unter anderem Stellung zur Kritik an der Plattform Mebis.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Am 11. Januar geht die Schule wieder los - allerdings nur im Distanzunterricht. Kultusminister Michael Piazolo erklärte nun was sich für Schüler ändern wird.

Vor Weihnachten hatte es der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ganz klar im bayerischen Landtag gesagt: Bis zum 11. Januar muss ein Konzept stehen, wie der digitale Unterricht in Bayern aussehen soll. Und nachdem nun klar ist, dass die Schulen am Montag, 11. Januar, nicht wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren werden, ist dieses Konzept dringend nötig. Also trat der bayerische Kultusminister Michael Piazolo am Donnerstag vor die Presse, um zu erklären, wie die Rückkehr nach den Weihnachtsferien aussehen soll.

Zuvor hatte es viel Kritik seitens Lehrer- und Elternverbänden am Kultusministerium gegeben. Ein Kritikpunkt: Schon im Vorhinein hatte Piazolo Bedenken geäußert, dass die digitale Lernplattform Mebis am Montag überlastet sein könnte. Auch dass die bayerische Staatsregierung beschlossen hatte, die Faschingsferien zu streichen, wurde kritisiert.

Piazolo zu Mebis: Die Plattform ist aufgerüstet worden

In seiner Pressekonferenz äußerte sich Piazolo nun zur Kritik an Mebis. Er hält sie, das wurde in der Pressekonferenz deutlich, für überzogen. Mebis habe die meiste Zeit seit Beginn der Pandemie im März gut funktioniert, sagte Piazolo. Er räumte aber auch ein, dass es an einigen Tagen, etwa am Tag vor den Weihnachtsferien, Probleme gab. Deshalb habe das Kultusministerium zusammen mit anderen Ministerien und externen Experten die Probleme analysiert. Dabei sei deutlich geworden, dass Mebis vor allem dann Probleme mache, wenn sich viele Menschen gleichzeitig einloggen wollen. Das liege an der Struktur der Plattform, sagte Piazolo. "Mebis ist nicht für den Distanzunterricht konzipiert worden", sagte er. "Die Plattform ist aber aufgerüstet worden."

Seiner Ansicht nach sei Mebis auch nicht das wichtigste Instrument für den Distanzunterricht, viel wichtiger seien Videokonferenztools wie zum Beispiel Microsoft Teams, das die Lehrer und Schüler in Bayern seit dem ersten Lockdown im Frühjahr nutzen können. "Mebis eignet sich für bestimmte Dinge gut, es geht aber nicht um zeitgleiche Kommunikation", sagte Piazolo. Zudem sei die Plattform nur ein Angebot für Schüler an Realschulen und Gymnasien - andere Schüler würden sie nicht nutzen.

Zwischenzeugnisse in Bayern: Termin wird auf den 5. März verschoben

Bei der Konferenz äußerte sich Piazolo aber nicht nur zur Lernplattform Mebis. Er sagte auch, dass verschiedene Fristen verschoben worden seien. So sollen etwa die Abschlussprüfungen an allen Schularten später stattfinden. Wann genau, müsse aber noch genauer beraten werden.

 

Auch die Zwischenzeugnisse - und für Schüler der vierten Klasse die Übertrittszeugnisse - sollen später ausgestellt werden. Zwischenzeugnisse gibt es statt am 12. Februar jetzt am 5. März, teilte Piazolo mit. Die Übertrittszeugnisse werden eine Woche später als geplant verteilt. Zudem soll die Zahl der Schulaufgaben sinken. Für Schüler der vierten Klasse sinkt die Anzahl der Proben, die für ihr Übertrittszeugnis relevant sind. Bisher waren es 18, nun sollen es noch 14 sein.

Warum fallen in Bayern die Faschingsferien aus?

Bisher ist der Präsenzunterricht in Bayern bis zum 29. Januar ausgesetzt. Wie es danach weitergehen wird, sei noch unklar, sagte Piazolo. Sollten Schüler aber ab dem 1. Februar wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren können, dann wäre es aus pädagogischer Sicht ungünstig gewesen, sie schon kurz danach wieder in die Faschingsferien zu schicken, erläuterte Piazolo den Entschluss, die Ferien zu streichen. "Wir haben in den letzten Wochen alles getan, um uns auf den Distanzunterricht vorzubereiten", sagte Piazolo. "Und ich bin zuversichtlich, dass wir einen guten Distanzunterricht anbieten können."

 

Er appellierte noch einmal an alle, keinen Schüler zu vergessen: "Es ist genauso wichtig, auch die im Blick zu haben, die die Schwachen sind", sagte Piazolo. Für alle Schüler, die während des Distanzunterrichts nicht mitkommen, soll es nach der Rückkehr an die Schulen Brückenangebote geben, damit sie den Stoff aufholen können.

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07.01.2021

Mir tun alle Eltern mit schulpflichtigen Kindern total leid, die mit diesem Chaos leben müssen. Erst wurde im Radio über die neuesten Beschlüsse informiert, u.a. auch darüber, dass es ab 10.01. Distanzunterricht geben soll. Eine Minute später kam die Info, dass laut Kultusminister bitte nicht auf Mebis zugegriffen werden soll, damit die Plattform nicht zusammenbricht. Geht’s noch? Und dann kommt die tiefschürfende Analyse, dass es bei zu vielen gleichzeitigen Zugriffen zu Problemen kommt. Respekt, da sind echte Profis am Werk, die Digitalisierung ist in allerbesten Händen. Liebe Eltern, ich wünsche Euch viel Kraft, die nächsten Monate zu durchstehen.

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07.01.2021

Diese Kraft haben aber aktuell wohl nur noch die Wenigsten.

Der Urlaub muss für die Betreuung der Kinder zu Hause "verbrannt" werden

Und wann bitte dürfen dann einmal die Eltern etwas "ausspannen"? (also Urlaub)
An so etwas denkt das Ministerium nun leider nicht. Warum auch? Ist ja nicht ihr Zuständigkeitsbereich.

Klasse Abstimmung in den Regierungen.

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08.01.2021

Die wirklich Leidtragenden sind die Kinder. In so vieler Hinsicht das mir eine Aufzählung müßig erscheint.
Selbst in Familien wo alles da ist was man braucht, wirtschaftlich und zwischen den Familienmitgliedern.
In schwierigen Verhältnissen da kann sich jeder selbst vorstellen wie es den Kindern geht.

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07.01.2021

Diese Aussagen des Herrn Minister sind für mich nicht nachvollziehbar.

Wenn es nach dem "verlorenen" Stoff geht, dann dürften die Kinder vor den regulären Sommerferien überhaupt keine Ferien mehr haben, denn in dem Rahmen bewegen wir uns in der Zwischenzeit.

Für mich sind dies nur Ausflüchte, um vom eigenen Unvermögen im Ministerium abzulenken.

Eventuell sollte man im Ministerium auch einmal darüber Nachdenken, wozu diei Ferien dienen sollen.
Die Schüler sollen hier entspannen.

Und die Anzahl an Schulaufgaben zu reduzieren die benötigt werden, ist auch nur ein Zeichen davon, dass man sich zu keinem Zeitpunkt intensivere Gedanken darüber gemacht hat.

Wann sollen die Kinder denn die Aufgaben schreiben, wenn sie nicht in der Schule sind?
Schon mal darüber nachgedacht.

Es müssen hier Wege geschaffen werden, dass die Kinder und hier speziell die Abschlussklassen (also Kl. 4 der Grundschule, Kl. 9 der Hauptschule, Kl. 10 der Realschule und Kl. 13. des Gymnasiums) wieder Präsenzunterricht (wenn auch nur im Wechselunterricht) haben.
Denn gerade bei diesen Klassenstufen ist es enorm wichtig, dass die Schüler auch den persönlichen Kontakt zum Lehrkörper haben.

Wann endlich hat das Ministerium endlich einmal den Mut, um gegen den Herrn Ministerpräsidenten aufzubegehren.

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