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14.12.2017

Unwetter verursacht viele Unfälle

Am Lechhauser Weihnachtsmarkt am Schlössle in Augsburg hielt eine Bude dem starken Wind nicht stand und stürzte auf die Fahrbahn.
Bild: Berufsfeuerwehr Augsburg

Über Teile Bayerns sind am Donnerstagmorgen schwere Gewitter mit Orkanböen gezogen. Vor allem Allgäu kam es vermehrt zu Unfällen. Im Zugverkehr kommt es aktuell zu Behinderungen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am frühen Donnerstagmorgen eine amtliche Unwetterwarnung für große Teile der Region herausgegeben. Kurz darauf zogen von Westen her schwere Gewitter mit Orkanböen auf. Die Böen erreichten der Warnung zufolge Geschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometer. Betroffen war ein Gebiet, das vom Unterallgäu über den Großraum Augsburg bis nach Nordschwaben reichte. Inzwischen ist die Unwetterwarnung für die Region aufgehoben.

Viele Unfälle im Allgäu durch das Unwetter

Besonders im Allgäu kam es vermehrt zu Unfällen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit Sitz in Kempten am Donnerstagvormittag mitteilte. Allein in zwei Stunden nahm die Polizei in ihrem gesamten Zuständigkeitsbereich rund 30 Unfälle auf, teilweise mit leichtverletzten Menschen. Zum Vergleich: An einem gewöhnlichen Tag erfasst die Polizei in einem Zeitraum von 24 Stunden bis zu 70 Unfälle. "Deswegen kann durchaus von einer Häufung der Unfälle durch das Unwetter gesprochen werden", so der Polizeisprecher. Schwerverletzte sowie größere Schäden an Fahrzeugen blieben jedoch bisher aus.

Ähnlich glimpflich davon kam bisher der Landkreis Augsburg. Ungefähr 20 Mal musste die Polizei hier seit 5 Uhr morgens ausrücken, hieß es am Vormittag. Besonders häufig kam es in der Stadt und im Landkreis Augsburg sowie im Landkreis Aichach-Friedberg zu Unfällen. Jedoch gab es nach Polizeiangaben keine Verletzten und Fahrzeugschäden. Unwetterbedingt mussten umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste oder mehrere Bauzäune von der Straße entfernt werden, berichtete der Polizeisprecher. Am Lechhauser Weihnachtsmarkt am Schlössle hielt eine Bude dem starken Wind nicht stand und stürzte auf die Fahrbahn. Verletzt wurde dabei niemand.

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In München kam es ebenfalls zu mehreren Einsätzen durch das Unwetter. Rund 62 Mal musste die Feuerwehr seit 6.30 Uhr ausrücken. In der Ottobrunnerstraße stürzte ein Baugerüst durch den Wind um. Zwei Bauarbeiter, die sich auf dem Gerüst befanden, wurden dabei verletzt. Ein Bauarbeiter wurde bei dem Einsturz von einem Gegenstand am Kopf getroffen und erlitt schwere Verletzungen. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der andere Bauarbeiter kam mit leichten Prellungen davon. Das Gerüst war fest am Gebäude angebracht, hieß es nach Polizeiangaben.

Unwetter sorgt für Behinderungen im Bahnverkehr

Die Folgen des Unwetters beschäftigten die Bahn. Aufgrund von witterungsbedingten Störungen kam es im S-Bahn-Netz rund um München zu erheblichen Verzögerungen sowie Zugausfällen, hieß es. Inzwischen hat sich die Lage wieder normalisiert. Aufgrund eines Baums in der Oberleitung kam es auch auf der Strecke Augsburg-Ulm zwischen Gessertshausen und Westheim für mehrere Stunden zu Behinderungen.

Am Freitag schneit es wohl in Süddeutschland

Ungemach durch Nässe, Kälte und Wind droht aus Sicht des Wetterdienstes in weiten Teilen Deutschlands weiter. Ungemütlich sollte es nach Auskunft der Meteorologen zunächst nahezu flächendeckend vom Süden bis an die Grenzen Niedersachsens und Brandenburgs werden. 

Auflockern kann es sich im Tagesverlauf in Teilen Süddeutschlands und im Nordwesten. Oberhalb von 400 Metern fällt Schnee, darunter bleibt es meist regnerisch. An der Küste und in den Bergen werden teils starke Böen und stürmisches Wetter erwartet. An der Nordsee soll es vereinzelt Gewitter geben.

Am Freitag rechnen die Meteorologen erneut mit Schneefällen in Süddeutschland, besonders in der Alpenregion. Erst zum Wochenende hin soll der Winter auch außerhalb des Südens wieder Einzug halten.

Ob sich der Schnee bis zum Weihnachtsfest hält, ist noch unklar. "Die Wetterlage an Heiligabend und Weihnachten ist alles andere als sicher. Die Wettermodelle schwanken zwischen Frühlingswerten und Eiskeller-Temperaturen. Hier sind der Meteorologie einfach Grenzen gesetzt", sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. (AZ)

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