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Kaufbeuren

10.08.2018

Vater soll Baby fast zu Tode geprügelt haben

In Kaufbeuren soll ein Vater seinen acht Monate alten Säugling misshandelt haben. Er hatte eineinhalb Stunden auf seinen Sohn aufpassen sollen.
Bild: Arno Burgi, dpa (Symbolbild)

Ein acht Monate alter Bub schwebt in Lebensgefahr. Sein Vater sitzt in Untersuchungshaft. Was passierte in der Wohnung, als die Mutter nicht anwesend war?

Ein 21 Jahre alter Mann aus Kaufbeuren soll am Donnerstagabend seinem acht Monate alten Sohn lebensbedrohliche Verletzungen zugefügt haben. Die Tat ereignete sich nach Polizeiangaben in der Wohnung der 19 Jahre alten Mutter in einem Mehrfamilienhaus.

Dort hatte sich der Vater in letzter Zeit nur noch sporadisch aufgehalten, weil sich das Paar getrennt hatte. Gegen den Mann erging am Freitag ein Untersuchungshaftbefehl.

Baby wurde noch in der Nacht per Hubschrauber ins Krankenhaus verlegt

Christian Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, zeigte sich entsetzt über die Tat: „Das ist schrecklich, eigentlich unbegreiflich.“ Bei dem Tatverdächtigen handle es sich um einen Deutschen ohne Migrationshintergrund, teilte die Polizei mit.

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Am Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr fand die 19 Jahre alte Mutter den schwer verletzten Säugling im Bett. Während ihrer eineinhalbstündigen Abwesenheit hätte sich der Vater um den gemeinsamen Sohn kümmern sollen. Dem Kind seien Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung zugefügt worden, sagte Polizeisprecher Eckel.

Die Ermittlungen stünden aber noch ganz am Anfang: „Wir wissen bisher nicht, was passiert ist.“ Nach einer Erstversorgung durch einen Notarzt wurde das Kind zunächst ins Klinikum Kaufbeuren gebracht, wegen der lebensbedrohlichen Verletzungen aber noch in der Nacht per Hubschrauber in eine andere Klinik verlegt. Bei dem Kleinkind bestehe „höchste Lebensgefahr“, sagte Eckel am Freitag.

Betrunkener Vater versetzt Polizisten bei Festnahme Fußtritte

Der 21 Jahre alte Vater des Säuglings fügte sich selbst Verletzungen zu und musste im Krankenhaus behandelt werden. „Wir gehen davon aus, dass er sich das Leben nehmen wollte“, sagte Eckel.

Noch in der Nacht wurde der 21-Jährige festgenommen. Dabei verhielt er sich sehr aggressiv und leistete erheblich Widerstand. Zwei Polizeibeamte wurden durch einen Fußtritt ins Gesicht leicht verletzt. Beide Polizisten seien gestern aber wieder dienstfähig gewesen, teilte das Präsidium mit.

Da der 21-Jährige stark angetrunken war, ordnete die Staatsanwaltschaft eine Blutentnahme an. Auch Drogeneinfluss sei nicht auszuschließen, hieß es. Der Mann sei zuvor bereits wegen eines Drogendelikts mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Beim Kaufbeurer Jugendamt soll das Paar aber bisher nicht aktenkundig gewesen sein.

Tatverdächtiger macht keine Angaben zu Geschehnissen

Die Kaufbeurer Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Kempten ermitteln in dem Fall. Der dringend tatverdächtige Vater des Säuglings machte bis gestern keine Angaben zu den Geschehnissen. Die Polizei sicherte Spuren im Bereich des Kinderbetts.

Derweil ist noch immer unklar, wie vor gut einem Monat ein neunjähriges Mädchen in Kaufbeuren ums Leben gekommen ist. Wie berichtet, war eine 47 Jahre alte Mutter zusammen mit der Tochter tot in einem Wohnhaus gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Mutter nach einer niederschmetternden medizinischen Diagnose das Leben genommen hatte.

Die Obduktion in der Münchener Rechtsmedizin hatte keine Anzeichen für einen gewaltsamen Tod des Mädchens ergeben. Daraufhin war eine Untersuchung auf chemische Rückstände und Giftstoffe in Auftrag gegeben worden. Bis jetzt lag nach Angaben von Polizeisprecher Eckel kein Ergebnis vor.

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