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Verbrechen
09.03.2020

Kriminalitätsstatistik: Pornos an Schulen auf dem Vormarsch

Die illegale Verbreitung pornografischer Inhalte über soziale Medien hat sich auf rund 2600 Fälle mehr als verdoppelt.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Die Zahl der Straftaten im Freistaat sinkt weiter. Zwei von drei Fällen werden aufgeklärt. Trotzdem gibt es Bereiche, die der Polizei Sorgen machen.

In Bayern leben die Menschen – statistisch gesehen – so sicher wie zuletzt im Jahr 1979. Insgesamt registrierten die Behörden, ausländerrechtliche Delikte ausgenommen, 4343 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Das ist der niedrigste Wert seit 40 Jahren. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2019 hervor, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag vorlegte. „Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, bleibt in Bayern sehr gering“, sagte Herrmann. Knapp zwei Drittel aller Straftaten wurden aufgeklärt.

Der Rückgang der Fallzahlen ist laut Herrmann vor allem auf drei Bereiche zurückzuführen: Diebstahl inklusive Wohnungseinbrüche, Sachbeschädigung sowie Gewaltkriminalität. So sank die Zahl der Diebstähle um sieben Prozent auf 144.000. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging um 17 Prozent auf noch gut 4300 gemeldete Fälle zurück. Allerdings ist hier die Aufklärungsquote mit knapp 22 Prozent weiter niedrig. Sachbeschädigungen gingen um 4,4 Prozent auf gut 3000 Fälle zurück. Gewaltdelikte, zum Großteil Körperverletzungen, sanken um rund vier Prozent auf knapp 20.000 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt hier bei über 85 Prozent.

Immer mehr Straftaten verlagern sich ins Internet

Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden ein erneuter Anstieg von Sexualdelikten und Kriminalität im Internet: Immer mehr Straftaten verlagerten sich in die digitale Welt, warnt Herrmann: Von Erpressung über Betrug bis hin zum Diebstahl. Trotz eines Anstiegs der gemeldeten Fälle um mehr als zwölf Prozent auf knapp 30.000 sei im Internet zudem von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Straftaten auszugehen.

Auch bei den Sexualstraftaten spielen digitale Medien zunehmend eine Rolle: Nicht zuletzt auf Schulhöfen habe sich 2019 die illegale Verbreitung pornografischer Inhalte über soziale Medien auf rund 2600 Fälle mehr als verdoppelt, berichtete Herrmann. Viele Jugendliche seien sich dabei der Strafbarkeit ihres Handelns gar nicht bewusst.

So ist die Lage in Schwaben

Gute Nachrichten gab es auch für die Region: Auch Schwaben ist 2019 sicherer geworden. Laut Kriminalitätsstatistik sank die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord nahm die Kriminalität immerhin noch um 1,9 Prozent ab. Im Vergleich der Großstädte legte Augsburg allerdings gegen den Bayern-Trend bei der Kriminalitätsbelastung um 0,4 Prozent leicht zu – und liegt nun mit rund 7200 Straftaten pro 100.000 Einwohner zwar deutlich hinter München (5800) oder Ingolstadt (6500), aber immer noch vor Würzburg (7500) oder Nürnberg (7400).

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Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Was die Kriminalitätsstatistik sagt – und was nicht

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