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Bahn

19.10.2019

Verstärkte Bayernticket-Kontrollen sorgen für Ärger bei Fahrgästen

Die Ausweiskontrollen der Bahngesellschaften beim Bayernticket werden schärfer: In einem Zug des privaten Betreibers Agilis kam es deshalb bei Saal/Donau zu einem Polizeieinsatz.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Ausweiskontrollen und Amtshilfe durch die Polizei: Die Bahn geht mit allen Mitteln gegen Betrug beim Bayernticket vor - und riskiert sogar Verspätungen.

Manfred Zitzelsberger staunte, als er am Freitagabend im Regionalzug von Regensburg nach Ingolstadt Zeuge eines ungewöhnlichen Zwischenfalls wurde. Der Leser unserer Zeitung konnte aus nächster Nähe beobachten, wie der Schaffner des Agilis-Zuges die Polizei rief - offenbar deshalb, weil drei Fahrgäste bei der Kontrolle ihrer Bayerntickets ihre Ausweise nicht vorzeigen konnten und deshalb ausfällig gegen den Bediensteten wurden.

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Bayernticket-Kontrollen: Schaffner ruft Bundespolizei auf den Plan

Grund zum Ärger bestand allerdings auch für die anderen Fahrgäste: Der Zug wartete in Saal an der Donau über 40 Minuten lang auf die Beamten und kam schließlich mit erheblicher Verspätung in Ingolstadt an. Auch Zitzelsberger verpasste so seinen Anschluss nach Augsburg - der 77-Jährige hält das Vorgehen des Bahnbetreibers und der Polizei für "absolut überzogen".

Vorausgegangen waren laut dem Augsburger zudem mehrere Auseinandersetzungen zwischen dem Schaffner und anderen Fahrgästen im gesamten Wagen. Auch hier war wohl die Ausweiskontrolle Stein des Anstoßes. In den meisten Fällen hätten die Passagiere letztendlich aber doch ein Ausweisdokument vorzeigen können - oder sich verpflichtet, ihre Daten am nächsten Bahnhof vorzulegen.

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Im Falle der drei genannten Fahrgäste habe sich der Schaffner aber auf seine Pflicht berufen, die Ticketkontrolle ordnungsgemäß durchzuführen - und sei dafür "unter der Gürtellinie angegangen" worden, so Zitzelsbeger. Dass die Bahn und private Anbieter im Freistaat im Oktober härter gegen Betrug beim Bayernticket vorgehen, ist zwar schon länger bekannt - es ist allerdings nicht anzunehmen, dass alle Bahnfahrer davon wissen.

Bundespolizei: "Normales Vorgehen zur Feststellung von Personalien"

Die Polizeiinspektion Kehlheim bestätigte den Vorfall auf Anfrage unserer Redaktion. Die Beamten der Landespolizei seien von der Bundespolizei im Rahmen der Amtshilfe angefordert worden und hätten den Fahrdienstleiter in Saal bei der Feststellung der Personalien unterstützt. Die Pressestellen von Agilis und Regio Bayern waren am Samstag nicht erreichbar.

Laut Bundespolizei ist das Vorgehen durchaus üblich: Nicht immer sei es möglich, Bundespolizisten an entlegene Streckenabschnitte zu schicken, deshalb sei die Amtshilfe ein probates Mittel. Die Bahn und private Anbieter würden dann meist bei der Erhebung jener Daten unterstützt, die die Zugbetreiber für ein zivilrechtliches Verfahren benötigen.

Bahn will noch bis Ende Oktober verstärkt kontrollieren

Die verstärkten Kontrollen beim Bayernticket gehen noch bis zum 27. Oktober - wenigstens während dieser Zeit scheint es für Bahnfahrer also ratsam zu sein, ein Ausweisdokument bei sich zu tragen. Laut Bundespolizei besteht zwar keine Pflicht zum Mitführen eines Ausweises - im Falle einer Kontrolle kann es dann aber zu Szenen wie am Freitag kommen.

Für Manfred Zitzelsberger endete der Ausflug ins Oberpfälzische mit einer Geduldsprobe. Wegen des Polizeieinsatzes war der ehemalige Betriebsratsvorsitzende eines Augsburger Flugzeugbauers erst um 23 Uhr zu Hause. Für die Zukunft wünscht er sich eine bessere Informationspolitik seitens der Bahnbetreiber. "Nicht einmal am Service-Point in Ingolstadt wusste das Personal von den Ausweiskontrollen", so Zitzelsberger.

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19.10.2019

Sorry das sollte man wissen, das man sowohl bei der BahnCard, online Ticket und Gruppentickets, wie das Bayernticket ein Ausweis dabei haben muss.

Steht überall drauf.

Ich würde mir wünschen, dass es bei der Bahncard oder online Ticket eine bessere Lösung geben würde.

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