Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Vogelgrippe: Die Angst vor der Weihnachtsgans

Seuche

21.11.2016

Vogelgrippe: Die Angst vor der Weihnachtsgans

Kunden sind wegen der Vogelgrippe in Sorge, bestellen sogar den Weihnachtsbraten ab. Bislang aber deutet nichts darauf hin, dass das Virus für Menschen gefährlich sein könnte.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

An der Ostsee sind zehntausende Tiere vorsorglich getötet worden. Jetzt breitet sich die Vogelgrippe auch in unserer Region aus. Warum Verbraucher nicht in Panik verfallen müssen.

Ursprünglich hatte er befürchtet, dass die Gänse gar nicht für Weihnachten reichen würden. Seit die Vogelgrippe in Bayern ausgebrochen ist, hat der Allgäuer Geflügelzüchter ganz andere Sorgen. „Die Leute rufen bei mir an, machen sich total Sorgen und bestellen ihre Weihnachtsgans ab“, sagt der Mann, der nicht mit Namen in der Zeitung stehen möchte.

Kein Züchter in der Region will das, niemand möchte den Namen seines Hofs in einem Satz mit dem Wort Vogelgrippe lesen. Das Geschäft sei auch so schon genug geschädigt, erklärt der Allgäuer Biobauer, der mehr als 250 Gänse und 5000 Puten besitzt. „Wir versuchen alles, um den Leuten klarzumachen, dass keine Gefahr für den Menschen besteht. Aber sie schwenken trotzdem auf Rehbraten um.“

Vogelgrippe bislang nur bei Wildvögeln

Tatsächlich ist weltweit kein Fall bekannt, in dem das derzeit grassierende H5N8-Virus auf den Menschen übergegriffen hätte. Bisher wurde die Vogelgrippe in Bayern nur bei Wildvögeln festgestellt. Die ersten toten Tiere tauchten vergangene Woche am Bodensee auf. Nun sei die hochansteckende H5N8-Variante in neun Landkreisen und Städten bestätigt worden, sagte am Montag ein Sprecher des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen.

In der Region ist neben dem Bodenseekreis Lindau auch Ingolstadt betroffen. Verdachtsfälle gab es bis Montag im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung in den Landkreisen Ostallgäu, Neuburg-Schrobenhausen und Augsburg. Dort, am Lechufer nahe Thierhaupten, war bei einem toten Schwan Vogelgrippe festgestellt worden. Ob es sich um die gefährliche Variante handelt, wird derzeit am Friedrich-Löffler-Forschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) untersucht.

Um eine Ausbreitung auf Stall- und Nutztiere zu verhindern, gilt im Freistaat seit Freitag eine Stallpflicht. Jetzt müssen die Landratsämter dafür sorgen, dass die Vorgabe in allen Betrieben so schnell wie möglich umgesetzt wird.

Es gibt Ausnahmen von der Stallpflicht

Ausnahmen sind nur in absoluten Einzelfällen erlaubt – zum Beispiel, wenn die Tiere sich durch ihr Rangverhalten auf engstem Raum gegenseitig verletzen würden. In solchen Ausnahmefällen muss sich der Züchter aber an strenge Auflagen halten, zum Beispiel an verschärfte Überwachungs- und Meldepflichten. Die Anordnung des Umweltministeriums gilt auf unbestimmte Zeit.

Beim FLI rechnet man damit, dass sich die Vogelgrippe weiter „recht rasant“ verbreiten wird. Ornithologen nehmen an, dass das Virus von Zugvögeln aus Russland eingeschleppt wurde. „Solange die Zugvögel hier sind, müssen wir weiterhin mit Fällen rechnen.“ Ob und wann die Tiere unsere Breitengrade verlassen, hängt unter anderem davon ab, wie kalt es in den nächsten Wochen wird. (mit dpa)

Mehr zum Thema:

Vogelgrippe im Kreis Augsburg: Vertrauen in Kontrollen hat gelitten

Behörden weisen Vogelgrippe bei Wildvögeln im Kreis Augsburg nach 

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren