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Vulkan in Bayern
03.06.2015

Letzter Vulkanausbruch in Bayern vor 200.000 Jahren

Der Leitende Regierungsdirektor des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Roland Eichhorn (l), und Regierungsdirektor Johann Rohrmüller erklären einen Vulkanausbruch.
Foto: Nicolas Armer/dpa

Erdgeschichte in Bayern muss umgeschrieben werden: Zuletzt ist vor 200.000 Jahren ein Vulkan in Bayern ausgebrochen. Damals war es eine baumlose Kaltsteppe.

Vor 200.000 Jahren soll es den letzten Vulkanausbruch in Bayern gegeben haben. Damit viele Millionen Jahre später als zuvor angenommen. Experten des Landesamtes für Umwelt in der Oberpfalz entdeckten bei einer siebenwöchigen Untersuchung die vulkanischen Überreste, sogenannten Relikte vulkanischen Glases. "Das ist eine geologische Sensation. Die letzte massive Vulkanaktivität in Bayern liegt nur einen erdgeschichtlichen Wimpernschlag zurück", sagt Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Mittwoch in Neualbenreuth.

Vulkanaktivität in Bayern liegt nur 200.000 Jahre zurück

Bisher wurde davon ausgegangen, dass die letzten vulkanischen Aktivitäten in Bayern zehn bis 20 Millionen Jahre zurückliegen. Mit einem Radwanderweg soll der frühere Vulkan den Menschen jetzt näher gebracht werden. "So wird die explosive Vergangenheit der Oberpfalz lebendig", so Scharf.

"Wir werden die Erdgeschichte in der Oberpfalz neu schreiben müssen", sagte der Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt (LfU), Roland Eichhorn. "Zudem können wir die Klimageschichte seit der Steinzeit rekonstruieren." Zum Zeitpunkt der Eruption war das Gebiet eine baumlose Kaltsteppe. Das konnte anhand des in 26 Metern gefundenen Pollenspektrums analysiert werden.

Wegen einer Warmzeit in den folgenden 80.000 Jahren verwandelte sich die Gegend in einen dichten Leib-Mischwald. Darauf folgte eine Eiszeit, die den Neandertaler vom heutigen Menschen verdrängte. Auch der Wald verschwand. In den letzten 10.000 Jahren entstand die heutige Landschaft mit Nadelwald und Moor.

Auf den ersten Blick deutete nichts auf einen Vulkan hin

Durch Bohrungen in bis zu 100 Meter Tiefe kamen die Experten dem Vulkanausbruch auf die Spur. Zuvor waren die Geologen bei routinemäßigen Untersuchungen in dem Waldgebiet auf eine kreisrunde Struktur mit einem Durchmesser von etwa 300 Metern gestoßen. Auf den ersten Blick deutete nichts auf einen Vulkan hin. Es war keine typische Trichterform zu erkennen.

Birger Lühr vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam sagte kürzlich zum Phänomen von Vulkanen in Deutschland: "In den Maaren der Eifel steigen noch heute Gasblasen auf." Zum letzten Mal in Deutschland sei ein Vulkan vor rund 11.000 Jahren im Ulmener Maar in der Vulkaneifel ausgebrochen, so der Geograf Andreas Schüller, der Geschäftsführer des Geoparks Vulkaneifel. AZ/dpa

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