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WM 2014
17.07.2014

Er flog die WM-Helden nach Berlin: Der Gold-Pilot aus Kempten

Da ist das Ding: Pilot Emanuel Döbler brachte Manuel Neuer und sein Team sicher nach Hause - dafür durfte er den Pokal einmal selbst in der Hand halten.
Foto: Lufthansa

Emanuel Döbler aus Kempten hat die deutschen Weltmeister aus Rio zur WM-Party nach Berlin geflogen. Und durfte dabei sogar ein Küsschen verteilen.

So richtig erholt hat sich Emanuel Döbler noch nicht von diesem Erlebnis. „Das war schon herausragend“, sagt er und in seiner Stimme schwingt Begeisterung mit. Ist ja auch kein Wunder. Schließlich fliegt man nicht alle Tage die deutschen Goldjungs im Siegerflieger zur Weltmeisterfeier nach Berlin. Und darf dann sogar noch den Pokal in den Händen halten.

Zwei Allgäuer in tragenden Rollen beim deutschen WM-Sieg

Der 37-jährige gebürtige Kemptener ist Lufthansa-Pilot. Beim Flug von Rio nach Deutschland saß er als Erster Offizier im Cockpit, plauderte mit Jogi und seinen Jungs. Damit haben es also gleich zwei Allgäuer zu tragenden Rollen beim deutschen Fußball-WM-Sieg gebracht: Goldschütze Mario Götze aus Ronsberg und eben Goldflieger Döbler aus Kempten.

Wie kommt man zu diesem Job? Indem man zunächst einmal einen Kindheitstraum hat. Vom Fliegen. Schon als Schüler will der heute 37-Jährige Pilot werden. Er besucht damals das Carl-von-Linde-Gymnasium in Kempten. Bei der Luftsportgruppe Allgäu und am Flugplatz Durach nimmt er erste Flugstunden. Vom Segelfliegen über den Motorseglerschein habe er sich dort hochgearbeitet, erinnern sie sich in Durach.

Vor 14 Jahren bekommt Döbler einen Job bei der Lufthansa. Dort ist er heute im Jumbo eingesetzt und damit ausschließlich auf Langstrecken unterwegs. Außerdem ist er im Pilotenmanagement beschäftigt. Dadurch kennt er Uwe Strohdeicher gut, den Chefpiloten der Lufthansa – was ihm wiederum die Tür zum deutschen Siegerflieger öffnet.

Begonnen hat dieses besondere Erlebnis bereits am Freitag vor dem Endspiel. Mit sechs Technikern und einer Spezialcrew fliegen Pilot Strohdeicher und die beiden Offiziere Markus Imlig und Döbler nach Rio. Die Partie gegen Argentinien erleben sie im Stadion.

Jogi Löw besuchte die Piloten im Cockpit

Nach der Verlängerung ist klar: Auf dem Rückflug sitzen Weltmeister an Bord der LH2014. Döbler, der inzwischen in Frankfurt wohnt, aber regelmäßig nach Kempten kommt, ist voller Vorfreude. Die Vorbereitungen laufen planmäßig – bis auf diesen Unfall, als am Flughafen Rio ein Fahrzeug gegen die Maschine prallt und eine zweistündige Verspätung auslöst.

Beim Start sitzt Jogi Löw mit im Cockpit, ebenso bei der Landung. Und zwischendurch kommen die Jungs vorbei. Döbler darf den Pokal halten und nennt nun ein Trikot mit allen Unterschriften der deutschen Elf sein Eigen. Am Flughafen Berlin ist der 37-Jährige derjenige, der die Fahne aus dem Cockpit hält. „Das hatten wir vorher geplant.“

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