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Corona

24.01.2021

Warum Bayern langsamer gegen Corona impft als geplant

Leere Kühlschränke ohne Corona-Impfstoff sind derzeit in vielen Impfzentren (unser Bild zeigt das in Gablingen im Landkreis Augsburg) die Realität.
Foto: Marcus Merk

Plus Theoretisch könnten täglich 38.000 Menschen in Bayern geimpft werden. In der Realität ist die Zahl deutlich niedriger. Wie das Gesundheitsministerium reagiert.

Am 27. Dezember war es so weit. Der Moment, den so viele Menschen seit Monaten herbeigesehnt hatten. Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus wurden im Freistaat verabreicht, an Bewohner eines Seniorenheims im oberbayerischen Germering. Seither nimmt die Anzahl der verimpften Dosen stetig zu: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden im Freistaat bisher insgesamt rund 291.000 Impfungen gespritzt. Das entspricht angesichts einer Gesamteinwohnerzahl in Bayern von rund 13,12 Millionen Menschen etwa einer Quote von 2,2 Prozent.

38.000 Corona-Impfungen am Tag wären in Bayern möglich

Angesichts dieser Zahlen stellen viele Menschen in Bayern für sich die Rechnung auf, wann sie selbst für eine Impfung an die Reihe kommen könnten – mit teils bedrückenden Ergebnissen. Auch einige Leser haben sich diesbezüglich an unsere Redaktion gewandt, viele von ihnen mit folgender Frage: Wie viel könnte in Bayern eigentlich tatsächlich geimpft werden, wenn unendliche Mengen an Impfstoff zur Verfügung stünden?

Die Antwort darauf liefert ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. Er erklärt gegenüber unserer Redaktion: „In allen Impfzentren sind insgesamt über 2000 Mitarbeiter vorgesehen. Die Impfzentren sind einsatzbereit und könnten täglich bis zu 38.000 Menschen impfen.“ Würde man mit dieser Zahl weiterrechnen, so würde es theoretisch rund 345 Tage dauern, bis alle Menschen in Bayern geimpft sein könnten. Angesichts der tatsächlichen Anzahl an Impfdosen, die bereits verimpft wurden – nämlich 291.000 in rund 26 Tagen – scheint dieser Zeitplan alles andere als realistisch. Grob gerechnet fanden bislang im Schnitt nämlich nur um die 11.200 Impfungen pro Tag statt.

 

Der Grund dafür, dass aktuell in Bayern nicht so viele Menschen geimpft werden können, wie eigentlich möglich wäre, liegt an den Lieferengpässen der Impfstoffhersteller. Die Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer bauen derzeit ihre Produktion in ihrem belgischen Werk aus. Diese Arbeiten bremsen nach Angaben des Herstellers die Lieferungen in den kommenden Wochen aus. Erst ab Mitte Februar soll wieder mehr Impfstoff nach Bayern geliefert werden.

Gesundheitsministerium: Ärzte sollen Impfzentren unterstützen

Auf dieses Problem weißt auch der Ministeriumssprecher hin: Die Impfzentren seien bereit und auch die Vergabe der Impftermine sei angelaufen. „Doch eine Terminvergabe macht nur dann wirklich Sinn, wenn alle Voraussetzungen für eine Impfung erfüllt sind. Und dazu benötigen wir in erster Linie Impfstoff.“

 

Unabhängig davon soll die Zahl der, theoretisch möglichen, Impfungen in Zukunft weiter gesteigert werden, erklärt der Ministeriumssprecher. Zusätzlich zur täglichen Kapazität von 38.000 Impfungen in den Impfzentren ist vorgesehen, mittelfristig die Covid-19-Impfungen auch von niedergelassenen Ärzten durchführen zu lassen – unter der Voraussetzung, dass bis dahin ausreichend und von den Ärzten einsetzbarer Impfstoff zur Verfügung steht. So ist der bisherige Impfstoff etwa auf eine sehr anspruchsvolle Kühlung angewiesen, die viele Praxen nicht leisten können. Der Ministeriumssprecher betont nichtsdestotrotz: „Dies wird die Impf-Kapazitäten deutlich erhöhen und die Impfung breiter Bevölkerungsschichten ermöglichen.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

25.01.2021

Es gibt Vorgänge die gehen in Bayern schnell, sogar sehr schnell. Auch das Gegenteil gibt es. Jeder findet in den letzten 12 Monaten genügend Beispiele hierfür.
@Franz W: Selbst die Produktion übernehmen? Dann würden wir vermutlich gerade über dem Bauplan ein Fabrik heftigst diskutieren. :-).

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25.01.2021

Lieber Wolfgang B., die Fabriken existieren bereits! Der Staat kann die alle übernehmen solange sie in Europa liegen.
Und man kann weitere bauen! Man kann sie Patente anderen auch zur Verfügung stellen! Die Pharmakonzerne wurden ja vorher auch jahrelang mit Steuergeld für ihre Grundlagenforschung zum Coronavirus gefüttert. Jetzt muss produziert werden und ZWAR EGAL WIE.
Und dann wollen Sie mir sagen das geht nicht?

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25.01.2021

Impfstoffhersteller enteigenen und entschädigen und selbst die Produktion übernehmen!! In so zentralen Fragen darf man sich nicht auf den Markt verlassen. Weil solange man das tut kann die Krise nicht sooooo schlimm sein wirklich. Wenn es allerdings, übrigens für uns alle!, doch um die Wurst geht dann darf man auch vor zunächst unpoplären Maßnahmen nicht zurückschrecken! Dann muss man handeln.

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25.01.2021

Jetzt rächt sich die Entscheidung der Kanzlerin, der EU die Bestellungen für den Impfstoff überlassen zu haben. Ohne Impfungen geht der Lockdown in die nächste Runde und das Sterben geht weiter. Was haben die Regierungen eigentlich den ganzen Sommer über gemacht? Altenheime nicht geschützt, Pflegepersonal nicht aufgestockt, fehlende Test und Impfstrategie, Impfstoff nicht bestellt, Testkapzitäten nicht ausgebaut, Gesundheitsämter nicht digitalisiert und gestärkt. Das Einzige was Frau Merkel und Co. immer einfällt ist "Alles zusperren".

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24.01.2021

Seit über 10 Monaten werden die Bürger mit Regeln zugeschüttet. Alles soll man hinnehmen, ständig wird Demut und Geduld verlangt.
Dann wedelte man mit der Hoffnung vor der Nase herum: Impfung.
Und nun wieder nichts. Während Israel kräftig vorlegt und zeigt, wie es geht, schläft man hierzulande und sperrt uns wieder vom Leben weg.
Frau Merkel hätte mal sich mal lieber ihrer Verantwortung bewusst sein sollen und die hat sie ausschließlich gegenüber uns Bürgern und nicht gegenüber der EU.

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24.01.2021

Im Angesicht dieser katastrophalen Zahlen, glaubt da tatsächlich noch einer, dass wir in diesem Jahr mit Erleichterungen rechnen können?

Das Ding hat die Bundesregierung in den Sand gesetzt und jetzt sollen die Bürger die Suppe auslöffeln.

Wann endlich wachen die Bürger auf?

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24.01.2021

Man kann immer meckern, klar!
Fakt ist, das ist die erste Pandemie, besser konnte es niemand bisher wissen.

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25.01.2021

Fakt ist - Pandemien gibt es seit Jahrtausenden. Irgendeiner verbreitet Fake Facts. Ich nicht. Übrigens: Katastrophenschutz gibt es schon seit Jahrzehnten in Deutschland.

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