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Nockherberg 2019

13.03.2019

Warum die AfD nicht auf dem Nockherberg war

In seiner Rede am Nockherberg sprach Kabarettist Maxi Schafroth die AfD nicht an - nur im Nachgang. Die Partei war nicht zu der Veranstaltung eingeladen.
Bild: Tobias Hase, dpa

Beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg in München gilt: Wer nicht genannt wird, ist unwichtig. Woran lag es, dass die AfD zu diesem Abend gar nicht erst kam?

Der Starkbieranstich mit Derblecken und Singspiel auf dem Nockherberg gehört fest zum Kalender der bayerischen Landespolitik. Einmal im Jahr lassen sich Funktionsträger des Landtags und auch einige Bundespolitiker vom jeweiligen Fastenredner auf die Finger klopfen. Dieses Mal trat zum ersten Mal der Allgäuer Kabarettist Maxi Schafroth vor die Polit-Prominenz. Eine Partei fehlte allerdings im Saal - und tauchte daher auch nicht in seiner Rede auf: die AfD.

Maxi Schafroth richtet am Nockherberg nachdenklichen Appell an die AfD

Am Ende seiner Rede sagte Schafroth, er hätte gerne etwas über die AfD gesagt, habe aber Anstand und spreche nur über diejenigen, die auch im Saal seien. Stattdessen richtete er einen Appell an die Partei, die seit der Landtagswahl im Herbst 2018 zum ersten Mal im bayerischen Landtag sitzt. Schafroth sagte, er wünsche den AfD-Mitgliedern, dass sie mit Liebe überhäuft würden und dadurch Licht in ihre Herzen komme. "Ich glaube, wer nicht verstanden hat, dass es auf dieser Welt nur im Miteinander und gemeinsam funktionieren kann, der hat nichts verstanden, der hat aus der Geschichte nichts gelernt", sagte der Allgäuer Kabarettist.

An alle Politiker gerichtet sagte Schafroth, man merke schnell ob man eine gute Politik macht oder nicht - und zwar daran, ob man sich mit dem Gedanken wohlfühle, Opfer der eigenen Politik zu sein.

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Paulaner hat die AfD nicht zum Nockherberg 2019 eingeladen

Wer an dieser Stelle den Eindruck erhielt, dass die AfD den Abend am Nockherberg boykottierte, lag aber falsch: Die Fraktionsvorsitzende der Partei im Landtag, Katrin Ebner-Steiner, veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der sie erklärte, ihre Fraktion sei von der Paulaner-Brauerei nicht eingeladen worden. Diese verantwortet als Hausherrin des Nockherbergs die Gästeliste.

"Da außer der AfD alle anderen im bayerischen Landtag vertretenen Parteien beim Nockherberg dabei waren, hatten die Veranstalter wohl ihre Einladungsliste nicht vollständig aktualisiert", schreibt Ebner-Steiner in ihrer Mitteilung. Sie hofft, dass die AfD nächstes Jahr zum Starkbieranstich eingeladen wird.

Auf Nachfrage bestätigt die Brauerei Paulaner unserer Redaktion, dass die AfD nicht eingeladen wurde. Zu den Gründen will die Brauerei aber keine Auskunft geben.

Die Starkbierprobe mit Salvatorrede gibt es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, 1982 wurde der Starkbieranstich zum ersten Mal im Bayerischen Fernsehen übertragen. (ida/jub)

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13.03.2019

Biedere Hausmannskost. Nicht schlecht - aber auch keine Spitzenveranstaltung. Z.T. etwas langatmug. Aber Maxi Schafroth hat noch Steigerungspotential - da bin ich mir ziemlich sicher.

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