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Augsburg

08.01.2019

Warum die Kitas in Augsburg teurer sind als in München

Kitas in Augsburg sind einer Studie zufolge deutlich teurer als viele andere in Deutschland.
Bild: Silvio Wyszengrad (Symbolbild)

Plus Die Kita-Gebühren in Augsburg sind im Vergleich deutscher Städte relativ hoch. Die Kinderbetreuung kostet im Schnitt sogar mehr als in München - andernorts ist sie frei.

Kinder kosten Eltern viel Geld - ganz egal ob es um Spielsachen, Kleidung oder anderes Zubehör geht. Auch die Betreuung des Nachwuchses ist teuer - zumindest wenn die Eltern in Augsburg leben. In einer Studie hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) die Kosten für Kinderbetreuung in 26 deutschen Städten mit mehr als 250.000 Einwohnern und kleineren Landeshauptstädten verglichen. Das Ergebnis: Augsburg liegt bei den Kita-Gebühren deutlich über dem Durchschnitt.

Das IW hat für seine Studie nur kommunale Einrichtungen herangezogen. Dabei habe man Modelle mit jeweils einer Paarfamilie mit einem Bruttojahreseinkommen von 30.000 Euro, 50.000 Euro und 90.000 Euro und einem Kind im Alter von 18 Monaten, 30 Monaten und 42 Monaten betrachtet. Zudem wurden vom Institut Betreuungsumfänge von 25 Stunden, 35 Stunden und 45 Stunden pro Woche berücksichtigt.

Kitas in Augsburg laut Studie teurer als in München

Die Berechnungen ergaben, dass eine Familie mit einem 18 Monate alten Kind in der Regel 253 Euro für die Betreuung in einer Augsburger Kita ausgeben müsste. In München sei der Betrag mit 231 Euro damit sogar geringer. Teurer ist in Bayern nur Nürnberg - hier kostet die monatliche Betreuungsgebühr für ein anderthalbjähriges Kind in städtischen Einrichtungen 270 Euro. Der Blick über die bayerischen Landesgrenzen hinaus zeigt, dass es auch deutlich günstiger geht. In Berlin kostet die Kita beispielsweise nichts - weil die Elternbeträge hier abgeschafft wurden.

Sind die zu betreuenden Kinder älter als drei Jahre, sinken die Gebühren in der Regel deutlich. Bei einem 42 Monate alten Kind liegen sie der IW-Studie in Augsburg zufolge bei 101 Euro im Monat, in München bei 105 Euro.

Doch warum ist das städtische Betreuungsangebot in Augsburg teurer als in vielen anderen Städten? So einfach könne man das nicht beantworten, sagt Eva Hermanns, Amtsleiterin Kindertagesbetreuung bei der Stadt Augsburg. Die Berechnung der Beiträge unterscheide sich schließlich stark. Während Eltern in München beispielsweise je nach Verdienst der Eltern unterschiedliche Gebühren für die Betreuung zahlen müssten, seien die Beiträge in Augsburg für alle gleich. Bei etwa einem Drittel der Eltern in Augsburg würden die Kosten aber zumindest teilweise durch Sozialleistungen getragen, sagt Hermanns.

Stadt Augsburg: Gebühren decken nur zehn Prozent der Kita-Kosten

"Den größten Teil unserer Kosten macht das Personal aus", erklärt die Amtsleiterin. Mit den aktuellen Beiträgen könne man die Kosten für die Kinderbetreuung nicht annähernd decken. "Die Einrichtungen werden zu rund 90 Prozent durch öffentliche Mittel finanziert." Private Kitas seien in der Regel deutlich teurer als die städtischen Betreuungsangebote. In manchen Städten kosten sie bis zu dreimal mehr, sagt Hermanns. Dass die Gebühren der Kitas sich im deutschlandweiten Vergleich so deutlich unterscheiden würden, sei vor allem der in den Bundesländern teils extrem verschiedenen Gesetzeslagen geschuldet.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft kommt in seiner Studie ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Beitrage, die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder zahlen müssen, einem "Flickenteppich" gleichen würden. In manchen Städten berechne man die Gebühren nach dem Verdienst der Eltern, in anderen spielten die finanziellen Verhältnisse keine Rolle. Während die Betreuung in einigen Städten nichts koste, seien teils mehr als 600 Euro zu begleichen, wird in der Studie kritisiert.

Immerhin dürfen Familien in Bayern auf eine Entlastung bei der Kinderbetreuung hoffen. Einen Beitragszuschuss von 100 Euro pro Monat und Kind für die gesamte Kindergartenzeit sollen Eltern im Freistaat schon ab April erhalten. Ab 2020 sollen auch Eltern ein- und zweijähriger Kinder entlastet werden.

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