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Palmsonntag 2016
20.03.2016

Was feiert man am Palmsonntag?

Zu Palmsonntag gibt es verschiedene Bräuche: Hier ein Osterbrunnen in Neusäß.
Foto: Florian Rußler

Heute ist Palmsonntag, der letzte Sonntag vor Ostern. Aber was feiert man an diesem Tag? Die Hintergründe und Bräuche zum Palmsonntag.

Palmsonntag, der dieses Jahr auf den 20. März fällt, ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit. Mit dem Palmsonntag beginnt die vorösterliche Karwoche mit dem Osterfest als Höhepunkt des Kirchenjahrs. Christen gedenken an diesem Tag dem Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem. Die Menschen damals schwenkten ihm zu Ehren Palmzweige. An Palmsonntage erinnern katholischen Gemeinden mit Palmprozessionen an den Einzug.

Der Palmsonntag wird in Europa seit dem 8. Jahrhundert begangen. Namensgeber des Festes ist der Palmzweig als Symbol für Heil und Segen. Traditionell bringen katholische Christen "Palmwedel" zur Weihe in die Kirche, in Deutschland vor allem Buchsbaum oder Weidenkätzchen. Nach der Messe nehmen sie die Zweige mit nach Hause, wo sie als besonderer Schutz für das Haus hinter das Kruzifix gesteckt werden.

Bräuche am Palmsonntag

Rund um den Palmsonntag und die Karwoche gibt es in Bayern sehr viele Bräuche, zum Beispiel das Palmtragen, die Palmesel oder die Karfreitagsratschen. Wir geben einen Überblick:

Palmtragen: Möglichst viele Palmbuschen auf einer Stange zur Kirche und nach der Messe zu Verwandten und Bekannten zu tragen - es ist der ganze Stolz von Kindern. Nach von Generation zu Generation vererbten Anleitungen werden Weidenzweige mit Buchs, Stechpalme, Wacholder und Mistel zu Büscheln gebunden und mit weiß-blauen Bändern verziert. Für die Buschen, die am Kreuz in der Wohnstube oder im Herrgottswinkel ihren Platz finden, bekommen die Kinder Geld oder Süßigkeiten.

Palmesel: Auf einem Rädergestell wird ein hölzerner Esel bei der Prozession am Palmsonntag von Ministranten mitgezogen. Der Brauch erinnert an den Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem. Nach dem Gottesdienst verschwindet der Palmesel wieder auf dem Dachboden der Kirche - er hat für ein Jahr Pause.

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Es gibt aber auch noch andere "Palmesel": In vielen Familien gilt der- oder diejenige als "Palmesel", der am Palmsonntag als letzter aufsteht. Er muss sich dafür auslachen lassen. Die Enttäuschung dürfte sich aber in Grenzen halten: Mit dem Palmsonntag beginnen die zweiwöchigen Osterferien.

Osterbrunnen: In Bussen fahren die Ausflügler in der Osterzeit durch die Fränkische Schweiz und bestaunen Brunnen, die mit Girlanden aus Tannenzweigen und bunt bemalten Eiern geschmückt sind. Der Brauch ist mehr als 100 Jahre alt. Die Menschen wollten damit zum Ausdruck bringen, wie lebensnotwendig das Wasser ist. Auf den Hochebenen der Fränkischen Schweiz war das Wasser knapp, als es noch keine Leitungen gab. Die Menschen mussten es aus dem Tal mühsam auf den Berg transportieren. Am berühmtesten ist der mit mehr als 10.000 Eiern verzierte Osterbrunnen in Bieberbach (Landkreis Forchheim).

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