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Fernsehen

25.04.2013

Wepper verklagt Atze Schröder

München konnte so hässlich sein wie in einem Friedrich-Ani-Roman. Aber Oberinspektor Stephan Derrick (Horst Tappert, links) und Harry Klein (Fritz Wepper) sorgten für Gerechtigkeit.
Bild: Goebel, dpa

Der Schauspieler Fritz Wepper streitet sich vor Gericht mit dem Comedian Atze Schröder. Doch Deutschland liebt ihn.

Eigentlich hatte er unser Mitleid verdient: Verbrannt als Assi Harry Klein, den er sowohl in der Krimiserie „Der Kommissar“ als auch – ebenfalls als Helferlein – in „Derrick“ zusammen von 1968 bis 1997 gespielt hat. Wer so lange ein Serienklischee bedient, der ist erledigt, sagen viele in der Branche. Und so sah man Wepper schon auf der Stadthallen-Tingeltour.

Von wegen. Dem gebürtigen Münchner gelang der Sprung vom ewigen Harry Klein zum alternden Grantler hervorragend. In TV-Filmen aus dem Genre Familienunterhaltung war er stets präsent. Und sein größter Coup seit Klein, der übrigens nie den Wagen für Derrick „vorfuhr“, wie TV-Archivare festgestellt haben, wurde der Kaltenthaler Bürgermeister Wolfgang Wöller. Seit 2001 intrigiert der Wöller in der Fantasiegemeinde als eine Art niederbayerischer Peppone, der sich mit einer couragierten Donna Camilla herumschlagen muss. Und wo die wackere Ordensfrau den hüftgeschädigten, eitlen Wöller mit dem guten Herzen in „Um Himmels Willen“ des Öfteren austrickst.

Rechtsstreit um "Schmerzfrei"

Im wirklichen Leben hat es der 71-jährige Schauspieler nicht mit einer selbstbewussten Schwester zu tun, sondern mit einem Comedian. Am Mittwoch wurde der Schmerzensgeld-Streit zwischen Atze Schröder und Fritz Wepper vor dem Landgericht München fortgesetzt. Hintergrund ist der Rechtsstreit um Äußerungen aus Schröders Programm „Schmerzfrei“. Das Urteil soll voraussichtlich am Donnerstag fallen. Schauspieler Wepper fühlt sich beleidigt, weil Comedian Schröder sich auf der Bühne über Weppers frühere Beziehung zu der wesentlich jüngeren Susanne Kellermann lustig mache. Wepper und seine Anwälte fordern darum Schmerzensgeld in Höhe von 25 000 Euro. Schröders Verteidiger beruft sich auf die Freiheit der Satire.

Man darf gespannt sein, wie die Chose ausgeht. Es geht dabei unter anderem um die Frage: Was ist eine sogenannte Homestory? Was darf Satire überhaupt? Wepper erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen Schröder. In einer Homestory werden Prominente in ihrer häuslichen Umgebung porträtiert  – häufig mit persönlichen Aussagen zu ihrem Familienleben. Die Schmerzensgeldgeschichte ist letztlich nur ein Nebenaspekt. Denn in Kaltenthal gibt es weiter Zoff in den neuen Folgen. Denn ohne Fritz geht es nicht. Er hat auch seinen eigenen Parkplatz vor der Rathaustür. Allenfalls fährt Wachtmeister Meier vor.

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