Newsticker
Markus Söder appelliert an Bund: Konkretes Konzept für Corona-Schnelltests nötig
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Wer wird der neue Bischof von Augsburg?

Kirche

29.01.2020

Wer wird der neue Bischof von Augsburg?

Seit Juli dauert die „bischofslose Zeit“, im Bistum Augsburg an. Spekulationen, wer auf dem Bischofsstuhl im Augsburger Dom Platz nehmen könnte, gibt es reichlich.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Heute soll der Nachfolger von Konrad Zdarsa ernannt werden. Wer dies sein könnte – und welche Rolle dabei Kardinal Marx spielt.

Noch heute soll Augsburg einen neuen katholischen Bischof bekommen. Der Bischofsstuhl ist seit Juli 2019 verwaist – seitdem der Papst das Rücktrittsgesuch aus Altersgründen von Konrad Zdarsa annahm.

Wie am Mittwochmorgen bekannt wurde, hat Papst Franziskus inzwischen einen neuen Bischof für Augsburg ernannt. Sein Name wird am Mittag um 12 Uhr bekannt gegeben. Im Anschluss wird es ein 15-minütiges Glockengeläut geben.

 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, sagte im Dezember noch vor Journalisten: "Ich denke nicht, dass es lange dauern wird."

Beobachter lesen in diese Worte hinein, dass der bestens in der Weltkirche vernetzte Marx – einer der Berater von Papst Franziskus – ahnte oder vielleicht sogar wusste, wer Zdarsa-Nachfolger wird. Über Namen lässt sich aufgrund des überaus intransparenten Verfahrens allerdings weiterhin nur spekulieren. Denn letztlich entscheidet der Papst, und das weitgehend frei.

Bis Juli 2019 war Konrad Zdarsa Bischof von Augsburg.
Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa

Wer wird Augsburger Bischof? Über diese Namen wird spekuliert

Nach den Äußerungen von Marx liegt der Fokus auf dem Erzbistum München und Freising – und hier vor allem auf den Weihbischöfen Rupert Graf zu Stolberg, dem früheren persönlichen Sekretär von Marx, sowie Wolfgang Bischof. Stolberg wurde 1970 im österreichischen Salzburg geboren, Abitur machte er in Passau. Wolfgang Bischof, 1960 geboren, stammt aus Freising. Beide sind vergleichsweise jung – etwas, das an einigen der letzten Bischofsernennungen in Deutschland hervorsticht. Beide sind vertraut mit dem Nachbarbistum Augsburg. Und beide gelten als Vertraute von Kardinal Marx, der auch selbst dem Papst einen Personalvorschlag unterbreiten darf.

Eine Zeit lang wurde öffentlich Peter Beer als möglicher Bischof von Augsburg gehandelt, ebenfalls ein Vertrauter von Marx. Beer, einst Aufsichtsratsvorsitzender der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild, hört wegen der Neuorganisation der Bistumsverwaltung als Münchner Generalvikar auf. Nachdem Mitte Dezember jedoch bekannt wurde, dass der 53-Jährige Professor am Zentrum für Kinderschutz der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom wird, scheidet er als Zdarsa-Nachfolger aus.

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen sowie der Freisinger Bischofskonferenz.
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa

Dass ein Marx-Vertrauter Bischof von Augsburg wird, wäre ganz im Interesse des Kardinals – unter anderem aus machtstrategischen Erwägungen. Marx ist nicht nur Vorsitzender der Deutschen, sondern auch der Freisinger Bischofskonferenz, in der die sieben bayerischen Bischöfe sowie aus historischen Gründen der Bischof von Speyer vertreten sind. Aus beiden Bischofskonferenzen war zuletzt Unmut über Marx zu vernehmen – hinter vorgehaltener Hand wie öffentlich.

Kardinal Reinhard Marx steht innerkirchlich unter Druck

In der Freisinger Bischofskonferenz erhielt Marx mehrfach Gegenwind aus Richtung der als "konservativ" positionierten Bischöfe von Augsburg (Zdarsa), Regensburg (Voderholzer) und Passau (Oster). Sie widersprachen teils heftig Marx’ Kurs einer "Erneuerung", etwa was den sogenannten Synodalen Weg angeht – ein kürzlich gestarteter Beratungsprozess von Bischöfen und engagierten Katholiken, der Antworten auf den Missbrauchsskandal innerhalb der Kirche liefern soll. Dabei geht es auch um Themen wie Pflichtzölibat oder die Rolle der Frauen in der Kirche. Erst in seiner Silvesterpredigt warnte Rudolf Voderholzer: "Von gewissen Pressure-Groups wird, mit kräftiger Unterstützung der führenden Medien in unserem Land, die Anpassung der katholischen Kirche... an die Plausibilitäten eines vermeintlich aufgeklärten Mainstreams gefordert."

Marx steht nicht nur innerkirchlich unter Druck. Die breite Öffentlichkeit, allen voran Missbrauchsopfer, erwartet Reformen. Marx ist für Öffnungen, im Gegensatz zu einer nicht geringen Zahl von Mitbrüdern. Diese stoßen sich an seinen mitunter forschen Worten und fürchten eine Verwässerung des Katholischen in zentralen Fragen des Glaubens. Ein Augsburger Bischof, der ihn unterstützt, wäre für Marx in dieser Situation hilfreich – zumal im Frühjahr nach dann sechs Jahren die (geheime Wieder-)Wahl als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ansteht. Ob der Papst die Situation ähnlich sieht?

Wird womöglich ein Buchloer neuer Augsburger Bischof?

Oder wird doch Bertram Meier, der als Diözesanadministrator das Bistum in der "bischofslosen Zeit" leitet, neuer Oberhirte? Es wäre eine Überraschung, betrachtet man vergangene Bischofsernennungen in Bayern, bei denen die Ernannten unmittelbar zuvor nicht im jeweiligen Bistum tätig waren. Spricht man mit Geistlichen oder engagierten Katholiken aus dem Bistum, würde eine Ernennung Meiers auf breite Zustimmung stoßen. So ist in den vergangenen Monaten viel Lob über den 59-Jährigen zu hören, auch vonseiten evangelischer Christen.

Als Diözesanadministrator leitet derzeit Bertram Meier aus Buchloe das Bistum Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Meier schlug nach Antritt seines Amtes einen versöhnlichen Ton an und rief zu einem stärkeren Miteinander von reformorientierten und konservativen Gruppierungen auf. Den Synodalen Weg nannte er zum Jahresabschluss "alternativlos". Zuvor hatte er seine Dompredigten im Advent unter das Motto "Frauen erneuern Kirche und Welt" gestellt.

Lesen Sie auch: Papst schafft "päpstliches Geheimnis" bei Missbrauch ab

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

03.01.2020

Ist mir eigentlich egal, wer es wird !!
Der bekommt eh sein Gehalt vom Freistaat Bayern und nicht von der Kirche.
Für was braucht ein Bischof mehr als 10000 Euro im Monat ??
Möchte gerne mal seine Ausgaben sehen !!!
Wie Reich wollen die werden ???
Wäre schön wenn sich da mal was ändert ???

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren