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Wetter
04.02.2019

Der Winter ist mit voller Wucht zurück

Nach dem heftigen Schneefall waren die Bedingungen auf vielen bayerischen Straßen schlecht.
Foto: Stephan Jansen, dpa

Lawinen, Unfälle, ausgefallene Flüge: Der Schnee hat in Bayern, Österreich und Italien massive Auswirkungen

Der Schreck bei den Kindern ist groß: Gerade als die Skischüler der DJK Leitershofen aus dem Landkreis Augsburg am Sonntagnachmittag zu ihrem Abschlussrennen starten wollen, krachen hintereinander drei Lawinen auf die Piste. Der Vorfall im österreichischen Berwang ging glimpflich aus – Verletzte gab es nicht, elf Personen konnten sich allein aus den Schneemassen befreien. Unfassbare Erleichterung, dass niemand verletzt wurde, war bei den Betroffenen am Sonntag zu spüren.

Der Lawinenabgang macht deutlich: Der Winter ist nach einer kurzen Verschnaufpause mit voller Wucht zurück. In Österreich. In Italien. Und auch in Bayern.

Den ganzen Sonntag über hat es im Süden des Freistaats kräftig geschneit. „Vor allem an den Alpen gibt es örtlich bis zu 30 Zentimeter davon“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz verzeichnete der DWD teilweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee.

Auch das Allgäu hat der Winter wieder voll im Griff. Züge fielen aus und am Tegelberg bei Schwangau im Landkreis Ostallgäu ging eine Lawine nieder und erfasste ein Ehepaar aus Kempten. Die 52-Jährige und ihr 56 Jahre alter Mann wurden leicht verletzt. Die Frau konnte sich selbst befreien, ihrem Mann kamen andere Tourengeher zu Hilfe. Das Paar war auf einem von Skitourengehern genutzten Weg unterwegs, der von der Lawine auf einer Breite von 30 Metern verschüttet wurde.

Mit dem Schneefall steigt das Lawinenrisiko überall wieder an. Der Lawinenwarndienst meldete für die gesamten bayerischen Alpen mit der Stufe drei von fünf erhebliche Gefahr. Abseits der Pisten können schon einzelne Skifahrer ein Schneebrett auslösen.

Aber nicht nur für Wintersportler birgt das Wetter Gefahren: Autofahrer kamen auf glatten Straßen vielerorts ins Rutschen. Überwiegend kam es zu Blechschäden. Auf der A8 blieben am Morgen am Bernauer Berg Richtung München einige Lastwagen liegen. Größere Staus oder schwere Unfälle wegen des Winterwetters gab es nach Angaben der Polizei nicht.

Am Münchner Flughafen wirbelte der Schnee den Flugplan durcheinander. Von rund 1000 geplanten Starts und Landungen wurden mehr als 240 Flüge gestrichen. 170 Verbindungen waren mehr als eine halbe Stunde verspätet. Am Nürnberger Flughafen fielen ebenfalls einzelne Flüge aus. Auch die Bahn kämpfte auf einigen Nebenstrecken mit dem Winter. Weil zu viel Schnee auf den Gleisen lag, standen die Züge rund um Traunstein still. Bei der Bayerischen Oberlandbahn war kein Betrieb mehr Richtung Süden möglich – und damit in die beliebten Skigebiete am Brauneck oder am Sudelfeld.

Und auch auf die Schulen hat der Winter wieder Auswirkungen: In Landshut und im Landkreis Kelheim fällt der Unterricht am Montag witterungsbedingt aus.

Der Schnee soll aber nur ein kurzes Intermezzo gewesen sein. „Tagsüber scheint ab Montag die Sonne“, sagte der DWD-Sprecher. Bei Temperaturen von minus einem bis plus fünf Grad werde der Himmel – von Frühnebel abgesehen – im Freistaat weitgehend wolkenlos. Das soll bis mindestens Ende der Woche so bleiben.

Nicht nur Süddeutschland und Österreich ächzten am Wochenende unter den Schneemassen, sondern auch Norditalien. Die für viele Winterurlauber wichtige Brennerautobahn (A22) wurde am Samstag von einer Lawine getroffen. Verletzt worden sei dabei niemand, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Hunderte Menschen mussten die Nacht auf Samstag aber in ihren Fahrzeugen verbringen, da ein Weiterkommen unmöglich war. Starke Schneefälle haben in Norditalien auch auf weiteren Straßen und im Bahnverkehr für Behinderungen gesorgt. Reisende saßen laut Medienberichten stundenlang in ihren Autos fest. Lastwagen ohne Schneeketten blieben liegen. (sast, dpa)

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