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Gesundheit

23.02.2018

Wie sich die Grippewelle auf Kliniken und die Bahn auswirkt

Hat die zunehmende Zahl der Grippeerkrankten auch Auswirkungen auf öffentliche Einrichtungen?
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Grippe macht auch nicht vor Ärzten halt: In Günzburg mussten sogar Operationen abgesagt werden. Wie sieht die Lage in Augsburg und Umgebung aus?

Plötzlich schüttelt es einen am ganzen Körper, die Temperatur steigt stetig – und dazu gesellen sich noch Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Reizhusten. So erging es rund 24.000 Menschen vergangene Woche in Deutschland. Im Stadtgebiet Augsburg haben sich im Februar bislang 77 Menschen mit der echten Grippe angesteckt (Stand: Mittwoch, 21. Februar). Das sind fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr - 2017 waren es im gesamten Februar nur 39 Fälle. Insgesamt sind dem Gesundheitsamt Augsburg bereits gut 120 Fälle allein im Jahr 2018 bekannt - registriert wird allerdings nur, wer in ärztlicher Behandlung ist. Auch den Landkreis Dillingen hat die Grippewelle schwer erwischt - dort gab es bereits Tote. Die Grippewelle hat im Februar einen neuen Höhepunkt erreicht.

Hat die hohe Zahl an Grippeerkrankungen auch Auswirkungen auf das öffentliche Leben? Im Kreiskrankenhaus in Günzburg mussten bereits Operationen abgesagt werden. Zu viele Ärzte und Pflegepersonal befinden sich im Krankenstand. Müssen sich Patienten in Augsburg und der Region auf Ähnliches gefasst machen? Ines Lehmann vom Klinikum Augsburg bestätigt: „Viele Ärzte und Pfleger in der Notaufnahme sind erkrankt. Das macht die Situation nicht leichter.“ Dennoch gibt sie Entwarnung: Operationen müssten deswegen nicht abgesagt werden.

Grippewelle wirkte sich auf Bahnverkehr aus

Ähnlich sieht die Situation im Vinzentinum aus. Wolfgang Kiefer, Leiter des Pflege- und Patientenmanagements, berichtet: „Wir haben derzeit krankheitsbedingte Ausfälle in der Mitarbeiterschaft. Diese bewegen sich jedoch auf Normalniveau und können gut kompensiert werden.“ Daher gebe es im Klinikbetrieb keinerlei Einschränkungen. Alle Operationen finden regulär statt. Und auch die Anzahl der Patienten mit nachgewiesener Influenza halte sich in Grenzen - sie befinde sich im einstelligen Bereich.

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Die Grippewelle hat in den vergangenen Wochen auch viele Bahnfahrer getroffen - zumindest indirekt: Da sich einige Lokführer kurzfristig krankgemeldet hatten, kam der Bahnverkehr in bestimmten Gebieten zum Stocken. Auf der Strecke zwischen Augsburg und Bobingen sowie zwischen Ulm und Aalen mussten Mitte Februar mehrere Züge gestrichen werden. Mittlerweile habe sich die Lage bei der Bahn entspannt. Eine Sprecherin sagt, dass es momentan „keine nennenswerten Krankheitszahlen“ unter den DB-Mitarbeitern gebe.

Augsburger Stadtwerke mussten vor drei Jahren auf den Ferienfahrplan umstellen

Nicht nur bei der Bahn läuft der Verkehr noch planmäßig, auch die Stadtwerke haben bislang keine größeren Probleme aufgrund der grassierenden Influenza. „Auch hier sind Mitarbeiter krank, aber es gibt keine Ausfälle oder Beeinträchtigungen“, sagt Jürgen Fergg, Pressesprecher der Augsburger Stadtwerke. Vor drei Jahren sah die Situation anders aus: Die SWA musste auf den Ferienfahrplan und eine geringe Fahrfrequenz umstellen, da sehr viele Busfahrer krank wurden. „Das traf uns ziemlich heftig“, erinnert sich Fergg. Dieses Jahr soll es nicht soweit kommen. Dennoch: „Wie der Krankenstand in zwei Wochen aussieht, kann man natürlich nicht sagen“, sagt der SWA-Sprecher und fügt hinzu: „Aber: toi, toi, toi.“

Augsburger müssen also nicht länger als sonst auf den Bus warten. Das Gleiche gilt auch bei Behördengängen. Wer einen neuen Personalausweis benötigt oder sein Auto anmelden will, der kann dies ohne zusätzliche Wartezeit tun. Sowohl im Landratsamt Augsburg wie im Rathaus gebe es keine signifikant hohen Krankmeldungen. Wer sich vor lästigen Behördengängen drücken will, hat also keine Ausrede mehr – außer natürlich, er liegt mit Grippe im Bett.

Mehr Informationen zur aktuellen Grippewelle finden Sie hier.

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