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Coronavirus

24.03.2020

Wie stark die Corona-Krise Natur- und Tierschutz-Organisationen trifft

Auf den Feldern gibt es immer weniger Kiebitze.
Bild: dpa

Plus Die Corona-Krise betrifft auch Artenschutz-Organisationen und Tierheime. Mit welchen Problemen sie derzeit zu kämpfen haben und wie sie in die Zukunft blicken.

Die Vögel, die da über die noch dürren Äste hüpfen und den Frühling herbeipfeifen, wissen nicht, dass in diesem Jahr alles anders ist. Sie wissen nicht, dass viele Menschen derzeit kein Auge für die Natur haben, die da gerade aus dem Winterschlaf erwacht, keinen Sinn für den Duft der Blumen, das Surren der Insekten und eben den Singsang der Vögel. Und auch, wenn die Tierwelt nicht mitbekommt, was die Menschen derzeit umtreibt – betroffen sind auch sie. Denn das Coronavirus macht vielen Naturschützern schwer zu schaffen.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) etwa hat wegen der Pandemie weitreichende Konsequenzen gezogen. Normalerweise wären seit Montag 40.000 Spenden-Sammler für eine Woche im gesamten Freistaat für Bayerns Natur unterwegs gewesen und hätten an tausenden Haustüren geklingelt. Diese schon seit Jahrzehnten stattfindende Spendenaktion haben die Naturschützer nun gestrichen. „Die Absage unserer Sammelwoche war für uns selbstverständlich, denn wir tragen bei einer solch großen Aktion eine hohe Verantwortung“, teilt der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer mit. Das große Problem: Der Verein ist auf Spenden angewiesen – und muss nun einen herben Verlust verkraften. Schäffer zufolge fehlt dem LBV mindestens eine halbe Million Euro.

Einige Maßnahmen können wegen der Corona-Krise nicht umgesetzt werden

Mit den Einnahmen aus der Spendensammlung finanziert der LBV normalerweise Naturschutzmaßnahmen, mit denen gefährdeten Tieren geholfen werden soll – etwa Schleiereulen, Fledermäusen, Rebhühnern oder Kiebitzen. Außerdem werden mit dem Geld schnell schwindende Lebensräume wie Moore oder Feuchtgebiete gepflegt. Dieses Jahr, so der LBV, könnten einige lokale Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt wahrscheinlich nicht umgesetzt werden. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt Schäffer. „Und wie sich das öffentliche Interesse der am Naturschutz entwickeln wird.“

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Menschen geben Tiere in der Corona-Krise aus Angst ab

Nicht nur die Vogelschützer spüren die Auswirkungen der Corona-Krise, sondern auch die Tierheime. Dem Deutschen Tierschutzbund zufolge berichten einige Tierheime, dass Menschen ihre Haustiere aus Angst vor einer Ansteckung abgeben wollen – obwohl es keine Hinweise gebe, dass tatsächlich eine Gefahr besteht. Viele Tierheime bereiteten sich außerdem auf die Aufnahme von Tieren von Corona-Patienten vor.

 

Für Besucher hat ein Großteil die Tierheimpforten bereits geschlossen, um die Pfleger zu schützen und so die Versorgung der Tiere zu sichern. Lediglich Einzeltermine sollen zufolge noch möglich sein.

Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet, dass die Corona-Pandemie langfristig erhebliche Auswirkungen haben könnte. Zum einen, weil Hunde und Katzen wegen der Schließungen vieler Tierheime deutlich schwerer vermittelt werden können. Zum anderen, weil die Spendengelder einbrechen werden – etwa, weil es keine Basare oder Tage der offenen Tür mehr geben wird. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, teilt mit: „Tierheime helfen in dieser Krise, wo sie können und stehen für die in Not geratenen Tiere und ihre Halter ein. Sie haben aber selbst mit den Folgen von Corona zu kämpfen.“ Die Sorgen seien groß.

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Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

Wie verändert sich die Arbeit von Journalisten in Zeiten des Coronavirus? In einer neuen Folge unseres Podcasts geben wir einen Einblick.

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