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Unfall

14.02.2019

Wieder kracht es am unbeschrankten Bahnübergang

Nur noch Schrottwert hat das Auto (rechtes Foto), das auf dem Bahnübergang in Pfronten gegen einen Zug geprallt ist.

Dreieinhalb Wochen nach dem tödlichen Unglück prallt in Pfronten erneut ein Auto mit einem Zug zusammen

Dreieinhalb Wochen nachdem an selber Stelle ein 47-jähriger Autofahrer ums Leben gekommen ist, hat sich am unbeschrankten Bahnübergang in Pfronten erneut ein schwerer Unfall ereignet. Nach Angaben der Polizei hat am Mittwoch gegen 6.50 Uhr ein 48-Jähriger aus dem benachbarten Hopferau einen herannahenden Regionalzug übersehen und auch dessen Warnsignale überhört. Er prallte mit seinem Wagen in die Seite des Zuges. Der Mann erlitt Prellungen sowie einen Schock. An seinem Auto entstand Totalschaden in Höhe von 10000 Euro. Die Personen im Zug, der Fahrer, eine Zugbegleiterin und ein Fahrgast, blieben unverletzt.

In Pfronten sei die Betroffenheit groß. Zugleich wachse die Entschlossenheit, nicht lockerzulassen, bis die Bahn an dieser Stelle eine Schrankenanlage errichtet, sagte Bürgermeisterin Michaela Waldmann unserer Zeitung. Die Forderung erhebt die Gemeinde seit einem tödlichen Unfall an dieser Stelle im Jahr 2002. Seit den jüngsten Unglücken wolle man sich nicht weiter vertrösten lassen, sagt Waldmann. Nach ihren Worten besteht eine „gewisse Hoffnung“ seit einem Gespräch mit einem Vertreter der DB Netz AG Anfang dieser Woche. Der habe empfohlen, ein Maßnahmenpaket zu schnüren, das neben dem betroffenen weitere südlich davon gelegene unbeschrankte Übergänge umfasse. Damit steige man in der Dringlichkeitsliste der Bahn nach oben.

Einen Termin für ein Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Bayern, Klaus-Dieter Josel, gibt es unterdessen noch nicht. „Herr Josel ist zurzeit im Urlaub und es gibt auch keinen Stellvertreter“, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (Kaufbeuren). Nach einer Resolution des Pfrontener Gemeinderats und der Bürgermeisterin hatten sich Stracke und die Ostallgäuer CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer mit einem Schreiben an Josel gewandt und ihn zu einem Gespräch aufgefordert, an dem auch die Bürgermeisterin teilnehmen soll. „Die Hinhaltetaktik muss ein Ende haben“, sagte Stracke. Seiner Einschätzung nach ist nun ein klares Signal der Bahn nötig, dass sie das Verfahren für den Bau einer Schrankenanlage einleitet. Wichtig sei auch ein Zeitplan für die Umsetzung.

Weil aber so ein Verfahren mehrere Jahre dauert, möchte die Gemeinde mit Sofortmaßnahmen die Sicherheit an dem Bahnübergang erhöhen. So sollen Rüttelpflaster oder in die Fahrbahn eingefräste Streifen die Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam machen, dass sie sich dem Übergang nähern. Geprüft wird zudem, ob die Beschilderung ergänzt und Warnlichter installiert werden können. Im Sommer komme eventuell noch eine auffällige Markierung auf der Straße dazu, sagte Bürgermeisterin Waldmann.

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