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Freizeit

14.02.2019

Winterspaß: Das sind die schönsten Rodelpisten im Allgäu

Zahlreiche Pisten locken Rodler ins Allgäu. Wir stellen die schönsten und interessantesten Schlitten-Pisten vor.
Bild: Swen Pförtner, dpa

Wir zeigen die besten Rodelstrecken im Allgäu – und erklären, was es mit dem abenteuerlichen "Schalenggen-Rennen" auf sich hat.

Bei Eis und Schnee denken die meisten Winterfreunde nur an zwei Bretter – an Skier: Manchen kommt vielleicht noch das Snowboard in den Sinn. Viele Erwachsene haben aber längst vergessen, wie viel Spaß es macht, auf auf dem Holzschlitten den Berg hinuntersausen. Es lohnt sich, den Schlitten zu entstauben. Keine Angst: Wer den mühsamen Aufstieg scheut, oder schlicht nicht gerne einen Berg hinaufstapft, der fährt einfach hinauf – mit dem Lift. Eine Auswahl der schönsten Allgäuer Strecken.

Ideal für Rodelfreunde: der Sessellift am Mittagberg in Immenstadt

Für Rodelfreunde ideal, ist beispielsweise der Sessellift am Mittagberg in Immenstadt (Landkreis Oberallgäu). Wintersportler jeden Alters setzen sich unten in die Sessel, ihre Schlitten werden angehängt. Oben angekommen erwartet die Schlittenfahrer eine über fünf Kilometer lange Abfahrt.

"Die Strecke ist nicht zu steil und ziemlich breit, also auch für Anfänger und Kinder geeignet", sagt Chris Lemke (36). Der Outdoorcrack führt im Sommer Canyoning- und Rafting-Touren, im Winter brettert er jede freie Minute mit seinem Rennrodel über die Allgäuer Hänge. Außerdem ein Vorteil der Bahn: Ein Großteil der Piste liegt ab Mittag – der Zeit, nicht dem Berg – in der Sonne.

An sonnigen Tagen beschert die Schlittenfahrt an der Mittagbahn in Immenstadt ein herrliches Alpenpanorama.
Bild: Matthias Becker

Anstelle des Schlittens darf‘s auch ein Schneefahrrad sein

Wem der hölzerne Schlitten zu fad erscheint, kann sich bei der Mittagbahn ein ganz besonderes Gerät ausleihen: ein Snowbike. Zu deutsch: ein Schneefahrrad. Aber keine Angst, keiner muss sich waghalsig auf zwei dünnen Rädern auf die Schneepiste begeben. Das Gerät gleicht vielmehr einem Roller. Jedoch hat das Trendsportgerät statt Räder eben Bretter. Das Wintersportgerät wurde inspiriert von Lenkschlitten gebaut.

Sportlern vermittelt das Snowbike das Gefühl, es mit dem Lenker zu steuern. Tatsächlich aber funktioniert das ähnlich wie bei Carving-Skiern oder Snowboards, und zwar über die Kanten. Geprüfte Trainer weisen Besucher in Workshops in Fahrtechniken ein. Nach kurzer Zeit, kann auch ein Laie ohne Probleme mit dem siebeneinhalb Kilo schweren Snowbike Liftfahren, Gleiten oder Kurven ziehen.

Wer statt auf Pisten lieber in geordneten Bahnen rodelt, fährt ganz einfach zum Alpsee Coaster. Die knapp drei Kilometer lange Rodelbahn am Großen Alpsee bei Immenstadt hat im Sommer wie im Winter geöffnet. Sogar nachts, es kann also bis 21 Uhr gerodelt werden.

Schon an der Talstation entscheiden Besucher, ob sie bergauf den Winterwanderweg im Naturpark Nagelfluhkette zu Fuß nehmen, oder die Sesselbahn. Ab der Berghütte Bärenfalle starten nicht nur die Bobs, die auf Schienen bis zu 40 km/h schnell den Berg hinab sausen. Es ist auch der Ausgangspunkt für zwei Naturrodelbahnen: eine viereinhalb, die andere dreieinhalb Kilometer lang.

Ein Bus bringt die Rodler im Tal wieder zur Breitenbergbahn

Fast doppelt so lang – nämlich sechseinhalb Kilometer – ist der Ostlerforstweg am Breitenberg. Mit der Breitenbergbahn geht es hinauf. Oben angekommen können Rodler den Blick auf die umliegenden Gipfel der Allgäuer und Tiroler Alpen genießen, etwa auf den Aggenstein und sich das Pfrontener Tal, mit den nahe gelegenen Seen ansehen. Oder aber sie stärken sich vor der langen Abfahrt mit einer deftigen Brotzeit. Etwa eine halbe Stunde dauert das Rodelvergnügen. Die Strecke führt über steilere und flachere Stücke. Enge Kurven sind vorab beschildert. Zurück im Tal bringt ein Bus die Rodler dann samt Schlitten wieder zur Talstation der Breitenbergbahn zurück.

Die längste Naturrodelbahn im Allgäu führt 6,5 Kilometer am Breitenberg in Pfronten hinab.
Bild: Michael Lukaszewski

Wer nach der rasanten Abfahrt voller Adrenalin, mit rot glühenden Wangen, mit schneeüberzuckertem Gesicht und Eisklümpchen in den Haaren noch immer nicht genug hat, vom Rausch der Geschwindigkeit, der zieht mit seinem Schlitten ganz einfach noch einmal den Berg hinauf.

Das traditionelle Schalenggen-Rennen in Pfronten

Nicht immer galt Rodeln als reines Freizeitvergnügen. Im Gegenteil. In früheren Zeiten wurden mit Hörnerschlitten Holz und Heu vom Berg ins Tal transportiert. Bis in die 60er-Jahre wurden die voll beladenen Gefährte zu zweit ins Tal gesteuert. Das war mühsam. Heutzutage sind diese als "Schalenggen" bezeichneten Schlitten dafür zwar nicht mehr im Einsatz, dennoch werden sie in Pfronten (Ostallgäu) jedes Jahr am Faschingssamstag herausgeholt: zum traditionellen Schalenggen-Rennen.

Im vergangenen Jahr stürzten sich beinahe 200 Teilnehmer mit dem antiken Vehikel einen 1000 Meter langen, steilen und hügeligen Hang im Pfrontener Ortsteil Kappel entlang. Auch heuer können Zuschauer das spektakuläre Hörnerschlittenrennen verfolgen. Zu sehen sind die, teils in Tracht gewandeten, teils in Faschingskostümen verkleideten Männer und Frauen am Samstag, 2. März. Das Rennen beginnt um 12 Uhr.

Gaudi beim Pfrontener Schalengge-Rennen: Das traditionelle Hörnerschlittenrennen findet wieder am Faschingssamstag, 2. März 2019, ab 12 Uhr statt.
Bild: Ralf Lienert

Das Schalenggen-Rennen bietet atemberaubende Szenen und Klamauk

Besucher der 31. Auflage des Gaudi-Rennens erleben atemberaubende Szenen, unfreiwillige Stürze und Klamauk. Es spielt Musik und es gibt zu essen und zu trinken. Was das traditionelle Rennen zusätzlich besonders macht: Jeder Teilnehmer gewinnt. Egal, ob die Schlittenfahrer die Schnellsten sind – wie etwa 2018 die Männer vom Team "Boi-Het Böhen" mit 47,91 Sekunden – oder ob die Rodler als langsamste Fahrer ins Ziel kommen – jeder siegt. Einzige Voraussetzung: Die Ziellinie muss überquert werden. Dafür genügt aber schon ein Bruchteil des Schlittens oder der Rodler.

Schalenggen-Rennen Faschingssamstag, 2. März, ab 12 Uhr, Kappeler Straße, Pfronten. Parkplätze sind vor Ort vorhanden. Kostenloser Busshuttle von den Pfrontener Ortsteilen und dem Bahnhof in Pfronten-Ried. Informationen zum Schalenggen-Rennen unter www.kappelar-schalenggar.de. (mit mis)

Eine interaktive Übersicht über die schönsten Rodelpisten im Allgäu finden Sie hier. Klicken Sie für weitere Infos einfach auf die blauen Markierungen:

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