Das Skigebiet Oberjoch soll aufwendig modernisiert werden. Insgesamt wollen die Verantwortlichen laut den aktuellen Planungen rund 23 Millionen Euro investieren. Zwei Schlepplifte sollen durch Sechser-Sessel ersetzt werden, anstelle zweier weiterer Schlepplifte wird eine Achter-Sesselbahn gebaut. Zudem ist eine deutliche Verbesserung der Beschneiungsanlagen geplant. In den vergangenen Jahren wurden bereits rund 15 Millionen Euro in dieses Skigebiet investiert, in dem 1943 der erste Schlepplift Deutschlands seinen Dienst aufnahm.
Skigebiet Oberjoch: Moderne Sessellifte sollen eingesetzt werden
Doch die Zeit ist nicht stehengeblieben. Um sich im Wettstreit mit den anderen Skiregionen behaupten zu können, will die Betreibergesellschaft das Gebiet unterhalb des 1886 Meter hohen Iselers auf den neuesten Stand bringen.
„Mit einer Fläche von rund 100 Hektar und insgesamt rund 32 Pistenkilometern haben wir viel Platz für die Wintersportler“, sagt Eric Enders, Vorstand der Bergbahnen Hindelang-Oberjoch. Allerdings seien die Lifte nicht schnell genug, um die Skifahrer wieder nach oben zu bringen. Die Folge: längere Wartezeiten. Das soll sich mit dem Einsatz moderner Sessellifte ändern. Weil diese auf bestehenden Trassen beziehungsweise knapp daneben stehen sollen, sehe er beim Baurecht keine Probleme, sagt Adalbert Martin, in Personalunion Bürgermeister von Bad Hindelang und Aufsichtsratsvorsitzender der Liftgesellschaft. Außerdem sei die Planung in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden erfolgt.
Bei der Beschneiungsanlage werde in erster Linie die Leistung der Pumpen erhöht, um alle Pisten gleichzeitig mit Kunstschnee versorgen zu können. Zudem solle laut Enders das Energiemanagement verbessert werden. Das schone die Umwelt und senke die Kosten. Außerdem sind neue Funktionsgebäude und Toilettenanlagen an jedem Lift geplant.
Die Modernisierung könnte 2015 beginnen
Die Arbeiten könnten im Frühjahr 2015 starten. Eine vollständige Fertigstellung des Projekts bis zur nächsten Wintersaison setze allerdings voraus, dass bis dahin alles reibungslos verlaufe, so Martin.
Damit die Pläne in die Tat umgesetzt werden können, muss allerdings erst noch die Betreibergesellschaft umstrukturiert werden. Bisher hält die Marktgemeinde etwa die Hälfte der Aktiengesellschaft. Dieser Anteil muss auf unter 25 Prozent reduziert werden. Nur so kann die Gesellschaft die größtmögliche staatliche Förderung in Höhe von 35 Prozent erhalten. Das wären rund sieben Millionen Euro. Der Freistaat Bayern gewährt diese Förderung noch bis 2016.
Um den Anteil der Gemeinde entsprechend dieser Vorgaben zu verkleinern, ist eine Kapitalerhöhung der Betreibergesellschaft um 4,5 Millionen Euro geplant. Sie soll bei der Hauptversammlung im Dezember beschlossen werden. Das Geld stammt von zwei Unternehmern, die eine Investorengesellschaft gegründet haben. Einer der Unternehmer stammt aus Bad Hindelang, ein anderer aus dem Unterallgäu.
Als Vision für die Zukunft sieht Martin den Zusammenschluss des Skigebietes Oberjoch mit Schattwald und Zöblen im Tannheimer Tal. Damit würde eines der größten zusammenhängenden Skigebiete im weiten Umkreis entstehen. Es habe zwar schon Gespräche mit den Vertretern aus dem Tannheimer Tal gegeben, aber man wolle auf beiden Seiten der Grenze erst einmal „die eigenen Hausaufgaben machen.“