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Tourismus

30.10.2020

Wochenende vor dem Lockdown: Droht dem Allgäu ein Ansturm?

Das erste Wochenende der bayerischen Schulherbstferien ist zugleich das letzte vor Beginn der drastischen Corona-Einschränkungen ab Montag in Deutschland.
Bild: Nicolas Armer, dpa

Plus Kurz vor dem Lockdown könnte es im Allgäu noch einmal hoch hergehen: Viele Tagesausflügler werden erwartet. Am Wochenende beginnen die Herbstferien in Bayern.

Ausgerechnet kurz vor dem zweiten Lockdown wird ein Ansturm von Tagesausflüglern im Allgäu erwartet. Das erste Wochenende der bayerischen Schulherbstferien ist zugleich das letzte vor Beginn der drastischen Corona-Einschränkungen ab Montag in Deutschland.

Und: Die Wetterprognosen sind mit überwiegend Sonnenschein sowie Temperaturen von bis zu 17 Grad günstig für Wanderungen oder andere Aktivitäten in der Allgäuer Natur und Bergwelt. "Es ist anzunehmen, dass vor allem an den bekannten Hotspots viel los sein wird", sagt Dominic Geißler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Die Polizei werde rasch vor Ort sein, wenn sich Schwerpunkte ergeben. Dabei geht es einerseits um die bekannten Verkehrsproblematik, vor allem in Alpennähe.

 

Darüber hinaus will die Polizei Präsenz zeigen, um die Einhaltung der Maskenpflicht und anderer Hygienevorschriften in der Corona-Krise zu kontrollieren. Corona-Kontrollen an den Grenzen nach Österreich wird es indes keine geben. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen warnt jedoch das Auswärtige Amt für die Allgäuer Nachbarregionen Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg). Es ist davon auszugehen, dass sich viele bayerische Ausflügler daran halten - und nicht nach Österreich reisen. Stattdessen könnte es im Allgäu hoch hergehen.

Bergbahnen im Allgäu haben am Wochenende noch geöffnet

Zum Beispiel an der Tegelbergbahn, wie eine Sprecherin vermutet. "Wir hatten in den vergangenen Monaten immer einen Ansturm, wenn das Wetter gut war." Die Bergbahn hat am Wochenende zum letzten Mal im Herbst geöffnet. Üblicherweise schließt die Tegelbergbahn nach den Herbstferien - in diesem Jahr durch den erneuten Lockdown eben eine Woche früher. "Auf uns wirkt sich das also nicht so massiv aus, sofern wir im Winter wieder normal öffnen dürfen."

Auch die OK-Bergbahnen - dazu gehören beispielsweise die Fellhornbahn (Oberstdorf) und die Kanzelwandbahn (Kleinwalsertal) - fahren bis einschließlich Sonntag (1. November). "Wir haben beschlossen, dass alle unsere Bahnen gleichzeitig schließen, da sich das Kleinwalsertal ja auch sonst an die deutschen Vorgaben angeschlossen hat", erklärt Pressesprecher Jörn Homburg. Anfang Oktober, als Tirol und Vorarlberg zu Risikogebieten erklärt wurden, gab es eine Ausnahmeregelung für das Kleinwalsertal - aufgrund der Nähe zum Oberallgäu.

Homburg erwartet am Wochenende einen ähnlichen Ansturm wie an anderen Tagen mit gutem Wetter. Auch in den vergangenen Jahren hing der wirtschaftliche Ausfall viel vom Wetter ab, erklärt der Sprecher. "Wir hoffen jetzt, dass der Lockdown Light uns einen vergleichsweise normalen Winter ermöglicht." Homburg zufolge haben die OK-Bergbahnen das Hygienekonzept des Sommers auf den Winter angepasst und "an einigen Stellschrauben gedreht".

Dazu gehören etwa sogenannte Ranger, die die Gäste "freundlich, mit einem Augenzwinkern" darauf hinweisen, wenn Gäste die Hygienemaßnahmen nicht einhalten, erklärt Homburg. "Und dann haben wir natürlich die Hoffnung auf viel Schnee."

Das rät die Bergwacht allen Wanderern und Ausflüglern

Apropos Winter: In den Allgäuer Bergen hat es diese Woche erneut geschneit. Es liegt teils über einen halben Meter Schnee. Wer zu einer Wanderung aufbricht, sollte unbedingt auf warme Kleidung und festes Schuhwerk achten. "In den Hochlagen ist es bereits ordentlich kalt.

Das sollte man nicht unterschätzen", rät ein Sprecher der Bergwacht Oberstdorf. Außerdem empfiehlt die Bergwacht bei der Tourenplanung den frühen Sonnenuntergang nach der Zeitumstellung zu berücksichtigen. "Ab 17.15 Uhr wird es duster." Zudem sind Hütten und Alpwirtschaften in höheren Lagen seien fast alle geschlossen.

 

Das sagt die Wirtin einer der wenigen Hütten, die im Allgäu am Wochenende noch offen haben

Zu den vereinzelte Ausnahmen gehört die Kammeregghütte (1200 Meter hoch gelegen) am Grünten. Die Wirtin Heike Schwarz schätzt, dass viele Menschen sicher noch einmal "raus wollen". Für die Hüttenbetreiber wird sich der Lockdown im November in der Kasse bemerkbar machen, denn: "Bei uns lief das Geschäft im November immer gut - das liegt wahrscheinlich daran, dass wir als Einzige am Wochenende offen hatten."

Schwarz hat auch in den vergangenen Monaten regen Betrieb am Grünten bemerkt: "Es war schon immer viel los, allerdings bei uns besonders dann, wenn das Wetter gut war und die Leute draußen sitzen konnten." Schwarz spricht von "Terrassen-Tourismus".

Klar ist: Die Familie Schwarz würde auch im November gerne für ihre Gäste da sein: "Wir würden, wenn wir könnten." Bleibt nur die Hoffnung auf einen gästereichen Winter - wenn es die Maßnahmen zulassen.

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