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Wildtiere

04.07.2020

Wölfe in Bayern: Experten fordern Miteinander von Mensch und Tier

Die Sichtungen von Wölfen in Bayern häufen sich. Mittlerweile leben an fünf Orten auch standorttreue Tiere - also Wölfe, die sich in einem Territorium eingerichtet haben.
Bild: Lino Mirgeler, dpa (Archiv)

Der Wolf ist geschützt und für den Menschen nicht gefährlich. Schafe werden in Bayern aber immer wieder gerissen. Für Nutztierhalter gibt es Hilfsprogramme.

Nahezu wöchentlich sind im Freistaat zuletzt Wölfe aufgetaucht: Gesichtet wurden sie unter anderem in den Landkreisen Regen, Eichstätt, Schwandorf und Bayreuth. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Augsburg tappten die meisten von ihnen in eine Fotofalle. Ein weibliches Tier wurde bei einem Verkehrsunfall getötet. Mehrere gerissene Schafe im Bereich Traunstein könnten auch dort ein Hinweis auf einen Wolf sein.

Bei den Wölfen handelt es sich in der Regel um durchwandernde Tiere, die auf der Suche nach einem eigenen Territorium sind. Ein Wolf könne in einer Nacht 50 bis 70 Kilometer zurücklegen, sagte eine Sprecherin des LfU. "Die Tiere sind sehr mobil." Insofern könnte jederzeit überall im Freistaat ein Wolf beobachtet werden. "Sichtungen sind aber dem Zufall geschuldet." 

An fünf bayerischen Orten gibt es standorttreue Wölfe

Zusätzlich gibt es inzwischen in fünf Regionen Bayerns standorttreue Tiere - entweder als Einzelgänger oder als Wolfspaar beziehungsweise Rudel. Und weil die keine fremden Wölfe in ihrem Territorium akzeptieren, ziehen diese weiter. So, wie sich auch Jungtiere etwa ab dem Alter von einem Jahr auf den Weg machen und sich ihr eigenes Revier suchen. Insofern sei es durchaus möglich, dass momentan viele Wölfe unterwegs sind. 

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Das neueste standorttreue Wolfspaar gibt es seit diesem Jahr im Manteler Forst im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Weitere feste Standorte sind der Veldensteiner Forst in Oberfranken, die Röhn, der Nationalpark Bayerischer Wald und der Truppenübungsplatz Grafenwöhr. 

Tierhalter können für Schutzmaßnahmen Fördermittel erhalten

Die Tiere sind streng geschützt, unterstreicht die LfU-Sprecherin. Deswegen gehe es darum, für ein "gutes Miteinander von Mensch und Tier" zu sorgen. Für den Schutz von Schafsherden beispielsweise - durch einen Elektrozaun oder einen Herdenschutzhund - könnten Tierhalter Fördermittel beantragen.

Zudem sei es möglich, dass Nutztierhalter Schäden durch Wolf, Bär oder Luchs über den "Ausgleichsfonds Große Beutegreifer" ersetzt bekommen. Der Ausgleichsfonds ist ein Zusammenschluss von Bund Naturschutz (BN), Wildland-Stiftung, Landesbund für Vogelschutz (LBV) sowie World Wild Fund For Nature (WWF) und wird vom Bayerischen Naturschutzfonds unterstützt.

Wölfe siedelten sich dort an, wo ihnen die Nahrungssuche leicht falle, sagt die Fachfrau. Ein weiteres Kriterium sei ein sicherer Platz für die Aufzucht von Jungen. Dazu gehöre eine geeignete Wurfhöhle. Die Nähe von Menschen, etwa durch Landwirtschaft oder Tourismus, mache Wölfen weniger aus. Luchse seien störungsanfälliger.

Expertin: Wölfe erinnern sich an Abwehrmaßnahmen

"Wenn ein Wolf merkt, er hat an einer Weide leichtes Spiel, kommt er möglicherweise wieder." Wenn er jedoch von einem Elektrozaun oder einem dominant auftretenden Hund gestoppt werde, dann merke sich der Wolf das auch. Gut geschützte Schafe könnten durchaus in einem Wolfsterritorium leben, sagt die LfU-Sprecherin.

Dass sich Tierhalter um ihre Tiere sorgen, sei verständlich. "Diese Ängste müssen wir ernst nehmen. Wir müssen das Zusammenleben mit Wölfen erst wieder lernen." Deswegen sei Aufklärung beim Thema Wolf sehr wichtig. (dpa/lby)

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04.07.2020

Bei den genetisch dem Menschen sehr nahestehenden Schweinen entschuldigen müssten sich vor allem wir zu Zweibeinern degenerierten Menschen. Nachdem, wie Dieter Nuhr es einmal wunderbar ausdrückte, es ja nur ein kleiner Zufall ist, auf welcher Seite der Wurst- und Fleischtheke wir uns befinden . . .

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04.07.2020

Ich bin überzeugt davon, das Schweine nicht so denken.

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04.07.2020

"Experten fordern Miteinander von Mensch und Tier"
Wäre interessant zu erfahren, wie die Wölfe darüber denken.
Vielleicht entschuldigen sie sich zukünftig, wenn sie vor Hunger eine Schafherde massakrieren oder lassen dafür den Schäfer wenigstens am Leben.

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