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Zika-Virus

30.01.2016

Zika-Virus: In Bayern besteht keine Ansteckungsgefahr

Der Zika-Virus wird durch Tropenmücken übertragen. Verbreitet ist der Erreger in vielen Ländern Lateinamerikas. Jetzt ist auch ein Fall in Bayern bestätigt.
Bild: Gustavo Amador, dpa

Mittlerweile sind fünf Deutsche am Zika-Virus erkrankt - auch ein Patient aus Bayern ist darunter. Die Gefahr, sich in Bayern anzustecken, ist allerdings kaum gegeben.

Von den bislang bestätigten Zika-Fällen in Deutschland stammt mindestens einer aus Bayern. "Der Patient hatte sich Anfang Januar auf der Insel Martinique aufgehalten und ist mittlerweile bereits wieder genesen", teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit. Eine weitere Frau kommt aus Köln. Sie hatte sich auf Haiti mit dem Virus angesteckt.

Der Zika-Virus bereitet der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sorgen. WHO-Chefin Margaret Chan nannte die Ausbreitung auf dem amerikanischen Kontinent "explosionsartig". Dort seien drei bis vier Millionen Fälle des Zika-Virus zu erwarten, sagte der zuständige Regionalbeauftragte Marcos Espinal.

Zika-Virus in Bayern bestätigt

Es habe etwas gedauert, bis der vom Gesundheitsamt Würzburg gemeldete Fall im Labor habe bestätigt werden können. Bundesweit sind nach Angaben des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin bislang fünf Fälle bekannt geworden, die beim aktuellen Ausbruch seit Oktober 2015 aus Lateinamerika importiert worden sind. Die Einrichtung ist das Referenzzentrum für Zika-Infektionen in Deutschland. Insgesamt sind seit 2013 bundesweit zehn Infektionen bekannt. Was ist das Zika-Virus - und wie gefährlich ist es? 

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Experten zufolge besteht derzeit im Freistaat keine Gefahr, sich mit dem Virus anzustecken, das sich aktuell in Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik ausbreitet. Grund dafür ist, dass die übertragenden Mücken derzeit in Deutschland nicht aktiv sind und keine nachhaltigen Übertragungszyklen aufbauen könnten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist der Mitteilung des Ministeriums zufolge nur in Ausnahmefällen denkbar.

Mittlerweile hat auch das Internationale Olympische Kommitee (IOC) auf den Virus reagiert. Es möchte Verhaltensregeln für seine Sportler aufstellen, damit sie nicht in Gefahr kommen. Allerdings sei der Zeitpunkt der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro günstig für die Sportler. Denn sie finden im brasilianischen Winter statt, das könnte laut IOC-Präsident Thomas Bach, die Auswirkungen des Virus mildern.

Zika-Virus: Brasilien ist am stärksten betroffen

Vor allem für Schwangere ist das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus gefährlich. Es steht im Verdacht bei Ungeboren Mikrozephalie - eine Schädelfehlbildung - auszulösen.

"Ein Ursache-Wirkungs-Verhältnis zwischen einer Zika-Infektion und Missbildungen bei der Geburt oder neurologischen Syndromen ist noch nicht bewiesen, aber stark anzunehmen", sagte WHO-Chefin Chan. Neben der Mikrozephalie ist damit das Guillain-Barré-Syndrom gemeint, eine entzündliche Nervenkrankheit. Die Zika-Infektion werde sich überall dorthin ausbreiten, wo die Überträger-Mücke lebe, warnte Chan.

In Südamerika ist derzeit Brasilien am stärksten betroffen. Seit Oktober wurden in dem Land mehr als 3700 Neugeborene mit Mikrozephalie diagnostiziert - im gesamten Jahr 2014 waren es dagegen nur 163 Fälle. Von den betroffenen Kindern starben inzwischen 49. Die WHO gab die Gesamtzahl der Zika-Erkrankungen in Brasilien mit 1,5 Millionen an.

Klinische Test zur Entwicklung eines Zika-Impfstoffs sollen nach Angaben von US-Experten noch in diesem Jahr beginnen. Bis zur Entwicklung eines wirksamen Gegenmittels würden aber "mehrere Jahre vergehen", betonte der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in den USA, Anthony Fauci. dpa, lby, afp

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