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Zoff
20.10.2017

Viel Lärm um Kuhglocken

Glocken gehören um den Hals von Kühen, sagt die Landwirtin. Der Mann, der neben der Viehweide wohnt, ist da ganz anderer Ansicht. Ihn nervt das Gebimmel entsetzlich.
Foto: Matthias Balk, dpa

Ein Nachbar klagt über das Gebimmel auf der Wiese neben seinem Haus. Die Landwirtin will aber nicht auf die Glocken verzichten. Der Streit geht schon seit Monaten – nun treffen sich die Kontrahenten vor Gericht

Kuhglocke oder keine Kuhglocke? Das ist die Frage, um die es bei einem Nachbarschaftszoff der besonderen Art in Holzkirchen geht. Seit Monaten streitet eine Landwirtin mit ihrem Nachbarn in der oberbayerischen Gemeinde um die Lautstärke ihrer Milchkühe. Der Mann und seine Frau fühlen sich von dem Lärm der Kuhglocken belästigt, klagen über Schlaflosigkeit und Depressionen. Denn Haus und Garten der beiden grenzen an die Weide, auf der die fünf bis sieben Kühe grasen.

Wegen einer Klage des Nachbarn treffen nun beide Parteien und die Gemeinde vor dem Landgericht München zusammen. Auftritt: die Landwirtin. „Seid’s ihr jetzt zufrieden?“, fragt sie im Gerichtssaal und hält eine Kuhglocke in die Kameras, die sie von allen Seiten umzingeln. Der Kläger traut sich erst etwas später in den Saal. „Er hat keine Lust auf den ganzen Trubel“, bittet sein Anwalt, Peter Hartherz, um Verständnis. 2011 habe sein Mandant das Haus im Ortsteil Erlkam erworben, sich vorher gründlich über die Nachbarschaft informiert. Man habe ihm versichert, dass es auf der Wiese noch nie Viehhaltung gegeben habe, sagt sein Anwalt. Dann kam 2014 – das Jahr, in dem die Landwirtin die Wiese von der Gemeinde gepachtet hat.

Der Bürgermeister von Holzkirchen, Olaf von Löwis of Menar, sitzt auch an diesem Donnerstag im Gerichtssaal. Als Eigentümerin der Wiese gilt auch der Gemeinde des CSU-Manns die Klage. Als ortsüblich bezeichnet er Kuhglocken in der Region. Nicht mehr zeitgemäß, argumentiert die Gegenseite. Da hält der Bayerische Bauernverband dagegen. „Gerade im Alpenvorland und im Alpenraum sind die Kuhglocken immer noch verbreitet“, sagt Sprecher Markus Peters. Für die Glocken gebe es zwei Gründe: Landwirte könnten entlaufene Kühe besser wiederfinden und verloren gegangene Kühe ihre Herden. „Die Kuhglocke ist nicht erst seit Jahrzehnten, sondern schon seit Jahrhunderten gelebte Praxis“, sagt Peters. So ein Rechtsstreit sorge für massive Verunsicherung bei den Bauern. Auch deshalb will sich die Gemeinde auf keinen neuen Vergleich einlassen, der ein schlechtes Signal für Landwirte bedeuten könnte. Der alte, der bereits vor dem Amtsgericht Miesbach geschlossen wurde, verbietet es schon glockentragenden Kühen, die Nordseite der Wiese zu betreten. Das Grasen mit Glocken ist nur noch auf der Südseite erlaubt – mehr als 20 Meter vom Grundstück des Klägers entfernt. Der Anwohner bereut den Vergleich mittlerweile. Das Gebimmel stört das Ehepaar immer noch und sorgt laut Klageschrift nicht zuletzt auch für einen Wertverfall des Hauses um 100000 Euro. Um sich kompromissbereit zu zeigen, kommt der Anwohner der Landwirtin mit lautlosen GPS-Sendern zum Umhängen für die Kühe entgegen. Mit denen könne man die Tiere orten und er würde sie selbst finanzieren. „Das wäre dann auch Stille für die Zukunft“, sagt die Richterin. Doch die Landwirtin winkt ab: „Ohne Kuhglocken – kommt nicht in Frage“, sagt sie. Die Gegenseite: „Die Kuhglocken diskutieren wir nicht.“ Ob die Klage des Anwohners vor Gericht zugelassen wird, soll in den kommenden Wochen entschieden werden.

Es ist nicht der erste Streit dieser Art. Im oberfränkischen Pegnitz fürchtete ein Mann vor Kurzem auch um seine Nachtruhe – ihm läuteten die Kirchturmglocken zu oft. Und am Tegernsee beschwerte sich ein Ehepaar über Gerüche – die von frischen Semmeln aus der Backstube. Aleksandra Bakmaz, dpa

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