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Garching

22.05.2020

Zwischenfall in Forschungsreaktor: Grüne verlangen Aufklärung

Der Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Der Forschungsreaktor FRM II in Garching hat den Jahresgrenzwert für radiokatives C-14 überschritten. Die Grünen verlangen nun Aufklärung.

Nach der Grenzwertüberschreitung bei radioaktivem C-14 am Forschungsreaktor FRM II in Garching fordern die Grünen im Landtags ein Betriebsverbot bis auf Weiteres und Aufklärung "bis ins kleinste Detail". In fünf schriftlichen Anfragen verlangen sie Auskunft über Zeitabläufe und Ursache.

"Fehler in Garching gefährden im Extremfall Menschenleben und deshalb muss hier besonders penibel gearbeitet, geprüft und informiert werden", sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann. Die Öffentlichkeit sei nur bruchstückhaft über den "bedenklichen Zwischenfall" informiert worden. Es dränge sich der Verdacht eines wiederholten systembedingten Fehlers auf.

Forschungsreaktor in Garching überschritt Grenzwert

Die Grünen fragen nun konkret zur Zeitabfolge von meldepflichtigem Ereignis im März, Messung im April und Information der Öffentlichkeit Mitte Mai. Zudem geht es in den Anfragen um die nicht korrekt installierten Abscheide-Einheit zur Senkung des C-14-Ausstoßes. Diese wurde vorgeschrieben, nachdem es 2012 erhöhte Emissionen von radioaktivem C-14 gab. Sie sei "eine Auflage und kein optionales Angebot", sagte Hartmann. Es sei ihm auch unerklärlich, warum von der monatlichen Messung auf eine vierteljährliche umgestellt wurde. 

Der für den FRM II festgelegte Jahresgrenzwert für die Abgabe von radioaktivem C-14 war um rund 15 Prozent überschritten worden. Für Menschen und Umwelt habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, betonten Betreiber und bayerisches Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde. Der Wert liege weit unter der gesetzlich vorgegebenen Zahl; das Ereignis habe nach der internationalen Skala auf Stufe 0 keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung gehabt. Wegen der Corona-Beschränkungen steht der Reaktor seit 17. März still. Das Ministerium entscheidet über das Wiederanfahren. (dpa)

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