Amtseinführung von Dominik Krause: Deshalb wurde „Mr. Brightside“ gespielt
München
Mr. Brightside: Was steckt wirklich hinter dem Song für Münchens neuen OB Dominik Krause?
Politik ist nur in ausgewählten Momenten ein Wunschkonzert. Meistens dann, wenn es losgeht, oder eben, wenn es vorbei ist. Die Auswahl der Titel liefert oft Anlass für wilde Spekulationen.
Jetzt auch ganz offiziell: Dominik Krause ist seit Montag Oberbürgermeister von München.Foto: Peter Kneffel, dpa
Merkel hatte den Farbfilm vergessen, Schröder machte wie so oft sein eigenes Ding, Söder fühlte sich ganz wie Gretel und Hans – und bei Guttenberg? Schall und Rauch. Der Soundtrack großer und manchmal auch ganz kleiner Momente der Politikgeschichte liefert stets Stoff für wilde Spekulationen. In der neuesten Folge der einschlägigen Küchenpsychologie geht es um Münchens frisch gekürten Oberbürgermeister Dominik Krause und dessen Musikauswahl zum Amtsantritt.
Politik ist nur in ausgewählten Momenten ein Wunschkonzert. Meistens dann, wenn es losgeht, oder eben, wenn es vorbei ist. Königsdisziplin dabei: der Große Zapfenstreich mit dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Dieser musikalische Kehraus ist allerdings nur abtretenden Kanzlern (und Angela Merkel) sowie Verteidigungsministerinnen und -ministern vorbehalten. Die dürfen sich ihre Lieder dann sogar selbst aussuchen.
Angela Merkel erwischte die Bundeswehr auf dem falschen Fuß
Angela Merkel erwischte das Orchester dabei auf dem falschen Fuß. Mit Nina Hagens „Du hast den Farbfilm vergessen“ hatte die Truppe nicht gerechnet. Man musste sich erst mal die Noten für den DDR-Hit beschaffen. Und sofort begannen die Interpretationen. Ostalgie? Ein Bekenntnis, dass selbst in der stets staubtrockenen Uckermärkerin ein bisschen Punk steckte? Oder doch eine ironische Anspielung darauf, dass die 16 Merkel-Jahre insgesamt vielleicht nicht ganz so schlecht waren: „Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön's hier war.“
Nina Hagen und rote Rosen: Angela Merkel beim Großen Zapfenstreich zu ihrem Abschied als Bundeskanzlerin.Foto: Michael Kappeler, dpa
Wenig Spielraum hingegen bei Gerhard Schröder, der sich aus bescheidenen Verhältnissen bis ins Kanzleramt hinaufgearbeitet hatte und zum Abschied Frank Sinatras „My Way“ spielen ließ. Karl-Theodor zu Guttenberg wiederum war mit Pauken und Trompeten gescheitert, nahm dies aber wie ein Rockstar: „Smoke on the water“ von Deep Purple lieferte den Schlussakkord: „When it all was over, we had to find another place“ („Als alles vorbei war, mussten wir einen anderen Platz finden“).
Markus Söder machte sich seinen Soundtrack einfach selbst
Guttenbergs einstiger Rivale Markus Söder war bislang weder Kanzler noch Verteidigungsminister. Also machte er sich seine Musik zeitweise selbst und intonierte etwa zu Weihnachten sein ganz eigenes Winter Wonderland. „Wir fühlen uns ganz wie Gretel und Hans, wandern durch den weißen Winterwald.“ Da fragte sich mancher durchaus nach einer womöglich gut versteckten Botschaft. Und damit sind wir wieder bei Dominik Krause. „Mr. Brightside“ spielte ein Streichquartett zu dessen Amtseinführung – auf Initiative vom Lebensgefährten des Politikers. Den Titel kann man sinngemäß mit „Mr. Zuversicht“ übersetzen. Passt doch, oder? Dass es in dem Lied genau genommen um Eifersucht und Herzschmerz geht? Reine Küchenpsychologie ...
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