Anschlag auf Münchner Restaurant: Ermittlungen weisen auf koordiniertes Extremistennetz hin
München
Nach Anschlag auf jüdisches Restaurant in München: Spuren führen zu Terrornetzwerk
Nach dem Anschlag auf ein israelisches Restaurant in München ermittelt das FBI Verbindungen zu einem Terrornetzwerk. Im Zentrum steht ein Iraker, der in US-Haft sitzt.
Am Freitag, 10. April, wurde auf das israelische Restaurant „Eclipse“ in München ein Anschlag verübt – Ermittler haben nun einen Tatverdächtigen.Foto: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)
Europaweit ist es jüngst zu Anschlägen gegen jüdische Einrichtungen und Menschen gekommen. Auch in München gab es einen Sprengstoffanschlag auf das israelische Restaurant „Eclipse“. Nun verdichten sich die Hinweise auf einen Zusammenhang mit einem Netzwerk proiranischer Extremisten. Einer von ihnen ist inzwischen in den USA in Haft.
FBI sieht Verbindungen von HAYI zu Angriffen auf jüdische Einrichtungen
Wie zunächst der Spiegel berichtete, soll der Iraker Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen. Die US-Justiz erhob in New York Anklage gegen den Mann. Al-Saadi war in der Türkei festgenommen und anschließend in die USA überführt worden. Sein Verteidiger wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters. Seiner Ansicht nach sei es zu früh, um über die Details des Falls zu sprechen. Er warnte zudem vor voreiligen Schlüssen und äußerte Bedenken wegen der Inhaftierung Al-Saadis.
Am 10. April verübte die Terrorgruppe mutmaßlich einen Anschlag auf das Münchner Restaurant.Foto: Annette Schmelzer, Vifogra (Archivbild)
Der Mann soll laut US-Ermittlern ein hochrangiger Funktionär der irakischen Miliz Kataib Hisbollah sein. Die schiitische Gruppierung gilt in den USA als Terrororganisation und soll enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden hegen. Auf einem Foto soll der Iraker mit Qasem Soleimani, dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden, zu sehen sein. Dieser wurde inzwischen getötet.
HAYI bekennt sich zu Anschlag in München per Video
Verfassungsschutzbehörden in Deutschland beobachten HAYI seit Monaten. Europaweit kommt es laut dem Bundesverfassungsschutz seit dem 9. März 2026 vermehrt zu Angriffen auf jüdische und amerikanische Einrichtungen. Da die Angriffe überwiegend nachts oder am frühen Morgen verübt wurden, seien bisher keine Menschen zu Schaden gekommen.
Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt weiter zum Fall „Eclipse“
Innerhalb weniger Wochen soll HAYI laut Anklageschrift fast 20 Anschläge und Anschlagsversuche in Europa organisiert oder inspiriert haben. Darunter Explosionen an Synagogen in Belgien und den Niederlanden, ein Messerangriff auf zwei jüdische Männer in Großbritannien und Brandanschläge in London. Danach seien wie beim Münchner Fall Propagandavideos veröffentlicht worden. Al-Saadi soll laut FBI versucht haben, Anschläge in den USA organisieren zu lassen. Er soll in abgehörten Gesprächen über Anschläge auf Synagogen und jüdische Zentren gesprochen und Geld angeboten haben.
Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft München dauern weiterhin an, wie der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz, Andreas Franck, dem Bayerischen Rundfunk (BR) sagte. Grigori Dratva, der Betreiber des Restaurants „Eclipse“ bezeichnete die Festnahme laut BR als wichtiges Signal dafür, dass Sicherheitsbehörden international zusammenarbeiten und Ergebnisse erzielen könnten. Man sehe sich nun auch in der Einschätzung bestätigt, dass der Angriff auf das Restaurant Teil eines größeren Zusammenhangs gewesen sei.
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