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Katastrophenschutz
12.05.2022

Warum heulen die Sirenen heute in Bayern?

Zum Katastrophenschutz gibt es in ganz Deutschland Sirenen. Am 12. Mai wird ein Testlauf stattfinden.
Foto: Silvio Wyszengrad (Symbolbild)

Heute am 12. Mai heulen die Sirenen in Bayern. Wir erklären die Bedeutung hinter dem Sirenenalarm und das richtige Verhalten bei Katastrophenalarm.

Eigentlich war der bayernweite Probealarm für Katastrophenschutz-Sirenen schon im März geplant, er wurde aber wegen des Ukraine-Kriegs verschoben. Einzelne Regionen, wie beispielsweise der Landkreis Augsburg, probten trotzdem den Ernstfall. Nun heulen heute am 12. Mai die Sirenen in ganz Bayern. Wir erklären die Bedeutung hinter dem Sirenentest 2022.

Sirenenalarm: Warum heulen die Sirenen in Bayern?

Am Donnerstag, dem 12. Mai, werden um 11 Uhr nun in ganz Bayern die Sirenen heulen. Zeitgleich wird die Funktion der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (NINA) getestet.

„Aus meiner Sicht ist es in der heutigen Situation wichtiger denn je, die Funktionstüchtigkeit unserer Warninfrastruktur sicherzustellen und die Bürgerinnen und Bürger für das Signal der Katastrophenschutz-Sirene zu sensibilisieren“,sagt Landrat Martin Sailer in einer Pressemitteilung zum Sirenenalarm 2022 in Bayern.

Die Sirenen des Landkreises Augsburg wurden zwar erst vor kurzem geprüft, weil ihre Funktion aber so wichtig ist, wolle man dennoch am Test teilnehmen. Im Landkreis Augsburg gibt es 180 Katastrophenschutz-Sirenen, weitere etwa 70 werden zur Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt, sie werden am 12. Mai schweigen. Diese Sirenen werden jeden ersten Samstag im Monat getestet.

Sirenentest 2022 in Bayern: Das ist das richtige Verhalten bei Katastrophenalarm

Die Katastrophen-Sirene ist leicht von der zur Alarmierung der Feuerwehr zu unterscheiden: Letztere ist ein dreimal in der Höhe gleichbleibender Ton, der jeweils zwölf Sekunden anhält. Zwischen den Tönen liegen immer zwölf Sekunden Pause. Die Sirene für den Katastrophenschutz ist dagegen ein eine Minuten anhaltender Heulton. Dieser soll die Menschen dazu veranlassen, auf Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen zu achten. Personen, die sich nicht selbst helfen können, sollten so gut wie möglich unterstützt werden. Per Radio und Fernsehen gibt es nach dem Sirenenton alle wichtigen Informationen und Handlungshinweise, heißt es weiter vom Landratsamt.

Ab 2023 sollen Sirenen im Landkreis Augsburg umgerüstet werden

Allerdings können im Landkreis Augsburg 70 von 180 Sirenen derzeit nur den Ton für die Alarmierung der Feuerwehr abspielen. Dies soll sich aber in den kommenden Jahren ändern. In Bayern hat bereits ein Projekt zum Umstieg von analoger auf digitale Alarmierung begonnen, die Region Augsburg soll nach aktueller Planung ab 2023 an der Reihe sein. Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister setzt sich beim Umstieg auf digitale Alarmierung für moderne Sirenensysteme ein: „Ziel sollte sein, dass wir künftig mit jeder Sirene nicht nur die Feuerwehr alarmieren, sondern zusätzlich die Bevölkerung vor Katastrophen warnen können. Außerdem wird durch einen Akkuspeicher die Funktion auch bei Stromausfall sichergestellt. Wir sollten diesen optimalen Zeitpunkt nicht verpassen."

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Katastrophenschutz-Sirenen werden eingesetzt, um die Bevölkerung in besonders gefährdeten Bereichen oder in der Umgebung von Einrichtungen mit besonderem Gefahrenpotential zu warnen. Diese Einrichtungen können beispielsweise Kernkraftwerke oder gefahrstoffverarbeitende Betriebe sein. Daher gibt es nicht in jeder Kommune sondern vorrangig im Umfeld solcher Betriebe die Sirenen. Im Norden und Nordwesten des Landkreis Augsburg befinden sich entsprechende Chemiebetriebe, daher sind hier Sirenen für den Katastrophenschutz.

So wird die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt

Sirenen sind aber nicht die einzige Möglichkeit, wie der Landkreis seine Bevölkerung im Falle des Falles schützt: Es gibt 19 schnell einsetzbare Mobile Lautsprecheranlagen (MOBELAs). Mit diesen können Durchsagen gemacht werden und sie können als mobile Sirene dienen. Die Anlagen sind bei mehreren Feuerwehren untergebracht und können schnell an deren Fahrzeugen angebracht werden. Die Bevölkerung kann mit den MOBELAs beispielsweise vor Schadstoffen in der Luft, Trinkwasserverunreinigungen oder drohenden Hochwasserereignissen gewarnt werden. Es gibt für bestimmte Ereignisse festgelegte Routen, sodass die Geräte möglichst schnell und effektiv eingesetzt werden können.

Neben Durchsagen über Radio, Sirenen und Lautsprecher kann die Bevölkerung effizient auch über die Nina-App gewarnt werden. Die App ist kostenfrei, Benutzerinnen und Benutzer werden per Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone informiert, wenn etwas passiert. Über die App gibt es auch konkrete Verhaltenshinweise zum Selbstschutz.