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Unterfranken
16.06.2019

Junggesellenabschiede rufen Polizei auf den Plan

Am Wochenende haben zwei Junggesellenabschiede in Unterfranken zu Polizeieinsätzen geführt. Was hinter den Vorfällen steckte.

Zwei Junggesellenabschiede sind am Wochenende in Unterfranken ziemlich aus dem Ruder gelaufen. In Nordheim vor der Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld) alarmierte eine Autofahrerin die Polizei, weil sie einen maskierten und bewaffneten Mann zu einem Hauseingang laufen sah, wie das Polizeipräsidium Unterfranken in Würzburg am Sonntag mitteilte. Die Beamten umstellten das Haus und fahndeten nach dem Besitzer, der telefonisch zunächst nicht erreichbar war. 

Irgendwann erreichte die Polizei ihn doch und konnte Entwarnung geben: Es handelte sich nur um eine gespielte Entführung im Rahmen eines Junggesellenabschiedes. Der Trauzeuge hatte den Bräutigam in spe mit Maske und Waffe am Samstag erschrecken wollen. Dass er dabei auch Passanten erschrecken könnte, habe er nicht bedacht. 

Für den 26 Jahre alten Trauzeugen hat die Sache ein Nachspiel: Nach Polizeiangaben besaß er die Schreckschusspistole zwar legal. Allerdings habe ihm der sogenannte kleine Waffenschein gefehlt, den er braucht, um die Waffe in der Öffentlichkeit führen zu dürfen. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren. Die Polizei prüft außerdem, ob sie ihm den Einsatz in Rechnung stellt.  

Junggesellenabschied: Vermeintliche Einbrecher verwüsten Haus

Ebenfalls am Samstag rief ein 27-Jähriger aus Amorbach im unterfränkischen Landkreis Miltenberg völlig aufgelöst den Notruf - weil vermeintliche Einbrecher sein Haus verwüsteten. Auch hier waren es aber nur die Kumpels, die ihn erschrecken und zu seinem Junggesellenabschied abholen wollten. 

"Die unterfränkische Polizei freut sich über jede Hochzeit im Regierungsbezirk, mahnt allerdings auch dazu, bei der Vorbereitung von Junggesellenabschieden die Grenzen des Spaßes nicht zu überschreiten und keine Personen zu verängstigen", heißt es in der Mitteilung des Präsidiums vom Sonntag. Die Polizei bat "dringend darum, eine gewisse Sensibilität bei der Planung solcher Veranstaltungen an den Tag zu legen und vor allem nicht mit Waffen in der Öffentlichkeit zu hantieren. Hier hört - bei aller Liebe - der Spaß tatsächlich auf." (dpa/lby)

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