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Die letzten Ordensfrauen verlassen Karmelitinnen-Kloster Welden

Lesetipp

„Nicht ohne Wehmut“: Die letzten Ordensfrauen verlassen das Kloster Welden

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    Das Karmelitinnen-Kloster Welden mit der Votivkirche St. Thekla. Die acht Schwestern werden die Gemeinde im Landkreis Augsburg am 23. März verlassen und ins Kloster Himmelspforten nach Würzburg umziehen.
    Das Karmelitinnen-Kloster Welden mit der Votivkirche St. Thekla. Die acht Schwestern werden die Gemeinde im Landkreis Augsburg am 23. März verlassen und ins Kloster Himmelspforten nach Würzburg umziehen. Foto: Rudolf Zitzelsberger-Jakobs, Marcus Merk

    Es ist das einzige Karmelitinnen-Kloster im Bistum Augsburg. Doch schon bald heißt es für die acht Schwestern auf dem Theklaberg in Welden Abschied nehmen. Die Ordensfrauen verlassen die Marktgemeinde im Landkreis Augsburg und ziehen am 23. März ins Kloster Himmelspforten der Unbeschuhten Karmelitinnen nach Würzburg. „Nicht ohne Wehmut“, wie Oberin Stephanie, die seit 1998 an der Spitze der Gemeinschaft steht, einräumt. „Wir haben uns immer geborgen, akzeptiert und erwünscht gefühlt und sind dankbar für die wunderbaren Jahre in Welden.“ Zurück bleibt ein Kloster mit einer bewegten Ordensgeschichte, die am 26. Mai 1931 ihren Anfang nahm.

    Damals zogen Priorin Alberta, fünf Schwestern und zwei Novizinnen mit Blasmusik und Blumenschmuck ins Kloster ein. Bezugsfertig waren zu dieser Zeit nur die Sakristei und der Chor des heute imposanten Klosterbaus, der 1929 begonnen und 1965 zum Abschluss gebracht wurde. Dass die Karmelitinnen nun nach fast 95 Jahren Welden verlassen, passt ins Bild.

    Dramatisches Ordens- und Klostersterben trifft auch Landkreis Augsburg

    Seit längerem gibt es in Deutschland ein dramatisches Ordens- und Klostersterben. Waren es im Jahr 2004 noch 26.730 Ordensfrauen, lebten Ende 2024 nur noch 9467 in insgesamt 883 klösterlichen Niederlassungen. Die Zahl der Novizinnen ging in diesem Zeitraum von 130 auf 45 zurück. 82 Prozent der Nonnen sind über 65 Jahre alt. Auch bei den Mitgliedern in Männerorden ist ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen – von 3349 im Jahr 2022 auf 3161 im Jahr 2024. Seit 2022 wird in der Statistik nicht mehr zwischen Priester- und Brüderorden differenziert.

    Immer häufiger stehen auch Klosteranlagen zum Verkauf. Wie etwa im vergangenen Jahr das Kloster Kellenried der Benediktinerinnenabtei St. Erentraud mit einer 100jährigen Geschichte in Berg bei Ravensburg. Für internationale Schlagzeilen sorgte im vergangenen Jahr das Schicksal von drei Nonnen in Österreich.

    Die Augustiner Chorfrauen im Alter von 82, 86 und 88 Jahren waren Anfang September gegen den Willen ihres Vorgesetzten, Probst Markus Grasl, aus einem Seniorenheim in ihr früheres, leerstehendes Kloster im Schloss Goldenstein bei Salzburg zurückgekehrt. Die Schwestern gaben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden. Nach heftigen Auseinandersetzungen wurde inzwischen eine „einvernehmliche Lösung“ gefunden. Sie dürfen vorerst unter strengen Auflagen weiter dort wohnen. 

    „Können die Last des Hauses und des Gartens nicht mehr bewältigen“

    Zurück nach Welden. Wie in Berg bei Ravensburg ist es auch in der Marktgemeinde der fehlende Nachwuchs, der zur Aufgabe des Klosters zwingt. Die meisten der acht Schwestern, die zum Orden der „Unbeschuhten Karmeliten“ gehören, sind über 80 Jahre alt. „Unbeschuht“ steht für die Bereitschaft, für das klösterliche Leben auch Entbehrungen in Kauf zu nehmen. „Wir können die Last des Hauses und des Gartens mittelfristig nicht mehr bewältigen“, sagt Oberin Stephanie. Dabei sah es in der Vergangenheit durchaus anders aus. Zeitweise umfasste der Konvent 35 Ordensfrauen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das schwäbische Kloster zur Zufluchtsstätte für ausgebombte Nonnen aus dem Kölner Karmel.

    Noch ist offen, wie es mit der imposanten Klosteranlage mit 15.600 Quadratmetern Grund weitergeht.
    Noch ist offen, wie es mit der imposanten Klosteranlage mit 15.600 Quadratmetern Grund weitergeht. Foto: Rudolf Zitzelsberger-Jakobs

    Dunkle Wolken zogen nach der Machtübernahme durch das NS-Regime über dem Weldener Theklaberg auf. Die Nationalsozialisten wollten das Kloster beschlagnahmen, es kam zu Hausdurchsuchungen. Die Schwestern mussten schließlich für die Wehrmacht arbeiten, Schulterklappen für die Uniformen der Stabsoffiziere in mühevoller Handarbeit sticken. Als am 25. April 1945 die US-Armee auch im Augsburger Land anrückte, wehte vom Turm der mit dem Kloster verbundenen Votivkirche St. Thekla ein weißer Schleier. Eine mutige Schwester hatte ihn aufgehängt.

    Weldener Kloster: Abschied mit einem feierlichen Gottesdienst

    In diesen Tagen wird nun ein letztes Kapitel in der Geschichte des Weldener Klosters aufgeschlagen. Am 1. März werden die Nonnen mit einem feierlichen Gottesdienst von Augsburgs Bischof Betram Meier und der Bevölkerung verabschiedet. Am 23. März ziehen sie dann als eigenständige Gemeinschaft ins Kloster Himmelspforten nach Würzburg, in dem derzeit neun Schwestern leben.

    Wie es mit der imposanten Klosteranlage mit 15.600 Quadratmetern Grund weitergeht, ist völlig offen. Der Markt Welden hat sich ein Vorkaufsrecht gesichert, beabsichtigt den Bau eines Kinderzentrums und die Sanierung des Gebäudes. Doch entschieden ist nichts. Neben der ohnehin schon denkmalgeschützten Theklakirche, die im Besitz der Fugger ist und nicht zum Verkauf steht, ist inzwischen auch das gesamte Ensemble des Klosterbaus unter Denkmalschutz gestellt.

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