Zu den bekanntesten Bauernregeln gehört, dass das Wetter rund um die „Eisheiligen“ vom 11. bis 15. Mai noch mal frostig werden kann. Oft orientieren sich Hobby-Gärtner an der Regel und warten die Tage ab, bevor sie empfindliche Pflanzen aussetzen. In diesem Jahr schlagen die Eisheiligen in Bayern voll zu. Am Mittwochmorgen warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Frost bei minus ein Grad. Bleibt es jetzt kalt?
Was ist dran an der Bauernregel? Das sagte der Deutsche Wetterdienst auf Anfrage unserer Redaktion: „Kaltlufteinbrüche können im Mai durchaus auftreten. Aber sie fallen nicht unbedingt auf die Lostage der Eisheiligen“. Die Bauernregeln stammten oft aus dem Mittelalter und seien als Merkhilfe oft mit Namenstagen verbunden worden. Die fallen heute aber auf andere Daten als damals. Durch die gregorianische Kalenderreform im 16. Jahrhundert gab es eine Verschiebung der Kalendertage um 10 Tage nach „vorn“, die Namenstage blieben aber an den traditionellen Terminen.
„Eisheilige“ heißen die Tage übrigens, weil sie auf die Namenstage der Heiligen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und der „kalten Sophie“ (15. Mai) fallen.
Frostwahrscheinlichkeit nimmt laut Deutschem Wetterdienst ab April ab
Generell nehme die Frostwahrscheinlichkeit ab April ab, schreibt der DWD. Das liegt am höheren Sonnenstand und dem verbundenen Temperaturanstieg. Aber auch im Mai gibt es demnach mitunter noch Kaltlufteinbrüche mit Nachtfrost. Meist würden diese in der ersten Monatshälfte auftreten, nur sehr selten im letzten Drittel des Monats. In Bayern hat der DWD in der Vergangenheit besonders in ländlichen Regionen Frost im Mai beobachtet. „In den Ballungszentren wie München, Nürnberg und Augsburg treten diese kaum noch auf“, heißt es in der Antwort. In Bayern habe es 2019 einen stärkeren Kälteeinbruch im Mai gegeben. 2012 habe es Frost zu den Eisheiligen in ganz Deutschland gegeben.
Für dieses Jahr sagte der DWD eine Woche zuvor für den 11. bis 15. Mai Nachtfrost im Oberallgäu, eine Wahrscheinlichkeit für Frost in den bayerischen Alpentälern und leichten Nachtfrost im Unterallgäu und in Bayerisch Schwaben voraus. Ähnlich ist es nun auch eingetreten. Neben Stürmen und Gewittern war es in den vergangenen Nächten kalt. Seit Beginn der Eisheiligen sank die Schneefallgrenze in Teilen Südbayerns auf rund 1000 Meter. Im Allgäu waren bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Und tatsächlich: Vielerorts war das Allgäu mit Schnee bedeckt.
In der Nacht zum Mittwoch, 13. Mai, warnte der DWD in mehreren Landkreisen vor Frost bei minus einem Grad. Tagsüber hatte sich die Lage zwar wieder beruhigt, doch mit warmem Frühlingswetter ist noch nicht zu rechnen. Am Donnerstag soll es laut DWD vereinzelt Stürmböen bis zu 85 Kilometern pro Stunde geben, gebietsweise Gewitter und in den Alpen könnte es weiterhin schneien. Dieses Wetter könnte sich noch bis zum Wochenende hin fortsetzen.
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