Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Extrem trockener Frühling: Bayern droht ein Wasserproblem

Wetter in Bayern

„Deutschlands Böden sind so trocken wie sonst im Hochsommer“: Bayern droht ein Wasserproblem

  • |
  • |
  • |
  • |
    In weiten Teilen Bayerns ist die Waldbrandgefahr hoch, da es zuletzt zu wenig geregnet hat.
    In weiten Teilen Bayerns ist die Waldbrandgefahr hoch, da es zuletzt zu wenig geregnet hat. Foto: Daniel Karmann, dpa

    Viel Sonne, strahlend blauer Himmel und kaum Regen in Sicht: Bayern hat ein langes Wochenende mit sommerlichen Temperaturen hinter sich. Doch der fehlende Niederschlag setzt der Natur immer mehr zu. Denn in den letzten beiden Monaten hat es viel zu wenig geregnet. Allein der April zählt nach der Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu den vier trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

    Vor allem Südbayern ist von der außergewöhnlichen Trockenheit betroffen: In Augsburg fielen im April nur sieben Liter Regen – das ist gerade einmal ein Siebtel der Niederschlagsmenge, die sonst in diesem Monat zusammenkommt. DWD-Meteorologe Lothar Bock betont: „Ähnlich niederschlagsarm war es zuletzt im April 2007.“ In München wurden im April nur zwölf Prozent der üblichen Regenmenge gemessen, in Regensburg waren es 31 Prozent. Auch der März war bereits ein trockener Monat, vor allem in Schwaben und Ostbayern.

    In vielen Teilen Bayerns gilt bereits die zweithöchste Warnstufe für Waldbrand

    Damit steuert Bayern nach dem extrem regenarmen Frühling 2025 erneut auf ein sehr trockenes Frühjahr zu. Dadurch ist die Waldbrandgefahr deutlich gestiegen, in weiten Teilen Bayerns gilt bereits die zweithöchste Warnstufe. Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber ruft daher zur besonderen Vorsicht auf. „Jede Unachtsamkeit, jede achtlos weggeworfene Zigarette und jeder kleine Funke können aktuell einen folgenschweren Waldbrand auslösen“, betont die CSU-Ministerin.

    Der Meteorologe Dominik Jung vom Onlineportal wetter.net warnt: „Deutschlands Böden sind so trocken wie sonst im Hochsommer.“ Das belegt auch der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, der für den Süden und Osten Bayerns eine deutliche Trockenheit zeigt. Mancherorts hat es seit drei Wochen nicht geregnet. Der Augsburger Klimaforscher Harald Kunstmann spricht für Südbayern von trockenen Bodenfeuchte-Verhältnissen, wie sie im Schnitt alle fünf bis zehn Jahre vorkommen. Bereits im März herrschte bei über 50 Prozent der tieferen Grundwasser-Messstellen Niedrigwasser. „Wir hatten insgesamt einen eher trockenen Winter, der nicht dazu beigetragen hat, dass sich der Grundwasserstand erholen konnte“, betont Kunstmann. Nach Daten des Landesamts für Umwelt hat es im Winterhalbjahr 25 Prozent weniger geregnet als im langjährigen Mittel. 

    Laut Prognosen dürfte der Sommer zu den wärmsten gehören

    Für Deutschland rechnet Kunstmann, der den Lehrstuhl für regionales Klima und Hydrologie an der Universität Augsburg leitet, im Moment nicht mit einer anhaltenden Dürreperiode. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass es im nächsten halben Jahr in Deutschland überdurchschnittlich trocken werden könnte“, erklärt der Klimaforscher. „Allerdings haben wir durchgängig von Mai bis September eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass es überdurchschnittlich warm wird.“ Von einem Rekordsommer will Kunstmann noch nicht sprechen. Die Vorhersagen seines Teams, die auf Prognosen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen fußen, gehen aber davon aus, dass die kommenden Sommermonate zu den 20 wärmsten Prozent gehören dürften.

    Kunstmann zufolge können die erwarteten heißen Bedingungen zu Wasserproblemen führen. Denn allein durch die höheren Temperaturen steigt die Verdunstung und damit der Wasserbedarf in der Natur. Kunstmann ist überzeugt: „Dürre und Trockenheit werden auf Dauer eine größere Herausforderung für uns als Hochwasserkatastrophen.“ Die Anpassung an Trockenheit und Wasserknappheit sei aufwendiger und komplexer als Hochwasserschutz.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren