Feueralarm am Flughafen München: 40 Flüge gestrichen, 40 umgeleitet
Ausfälle und Umleitungen
„Am Flughafen geschlafen“: Sprecher berichtet von Feueralarm am Münchner Airport
Feueralarm am Münchner Flughafen: circa 40 Flüge mussten am Sonntagabend gestrichen werden, 40 wurden umgeleitet. Ein Sprecher erklärt die Hintergründe der Ausnahmesituation.
Wegen Feueralarms wurde der Flughafen-Tower in München evakuiert.Foto: Sven Hoppe, dpa
Circa 40 Flüge wurden gestrichen, weitere 40 Anflüge auf andere Flughäfen umgeleitet: Ein Feueralarm sorgte am Sonntagabend für zahlreiche Änderungen im Flugplan des Flughafens München, wie Flughafensprecher Robert Wilhelm unserer Redaktion auf Nachfrage berichtet. Für knapp zwei Stunden musste der Flugverkehr eingestellt werden.
Grund dafür war ein Brandgeruch, den Mitarbeiter im Tower wahrgenommen und daraufhin die Feuerwehr verständigt hatten. Auslöser sei ein defekter Keilriemen an einem Lüftungsgerät gewesen. Dieser sei inzwischen ersetzt worden. Ein offenes Feuer gab es nicht, entsprechend sei auch niemand verletzt worden. Dennoch: „Alle, die im Tower Dienst hatten, wurden prophylaktisch medizinisch untersucht“, berichtet Wilhelm.
Feueralarm am Flughafen München: Sonntagabend fielen viele Flüge aus
Die Auswirkungen auf den Flugverkehr waren beträchtlich: 40 Maschinen mussten demnach auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Welche das waren, unterschied sich von Airline zu Airline. Schließlich müsse von den Fluggesellschaften vor jedem Anflug ein Ausweichflughafen festgelegt werden. So seien betroffene Maschinen auf die Flughäfen in Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart, Linz oder Prag ausgewichen. Davon berichteten auch Nutzer auf der Social-Media-Plattform Reddit. 24 der umgeleiteten Flüge konnten jedoch noch in der Nacht nach München zurückkehren.
Andere Flüge mussten hingegen komplett gestrichen werden. Davon waren laut dem Flughafensprecher ebenfalls circa 40 Verbindungen betroffen. Passagiere, die daraufhin am Flughafen strandeten, bekamen von den Airlines das Angebot, in nahegelegenen Hotels zu übernachten. Aber: „Es gab ein paar Passagiere, die die Hotels nicht angenommen haben, sondern am Flughafen geschlafen haben, weil ihre Flüge sehr frühe Abflugzeiten hatten. Das war aber nur ein kleiner Teil“, berichtet der Sprecher.
Betrieb am Flughafen München wurde für knapp zwei Stunden eingestellt
Die Auswirkungen der Ausnahmesituation am Sonntag seien am Montag kaum noch spürbar. „Wir haben pünktlich um 5 Uhr angefangen mit Landungen, ab 6 Uhr dann mit Starts. Insgesamt haben wir heute 1000 Flüge. Der Betrieb läuft also wieder normal“, berichtet der Sprecher am Montagmorgen. Dass es den ein oder anderen annullierten Flug gebe, sei normal und hänge auch nicht zwangsläufig mit dem gestrigen Einsatz zusammen.
Nachdem der Tower am Sonntagabend gegen 20.33 Uhr evakuiert worden war, konnte der Flugbetrieb um 22.15 Uhr wieder aufgenommen werden. Im Netz wies der Airport allerdings darauf hin, dass es weiterhin zu Verzögerungen und Einschränkungen kommen könne. Um noch am Abend möglichst viele Verbindungen wieder aufnehmen zu können, wurde sogar das Flugverbot, das normalerweise ab Mitternacht gilt, bis 1.30 Uhr ausgesetzt.
Flugplan am Flughafen München durch Einsatz massiv beeinträchtigt
„Nach Mitternacht muss eine Genehmigung für jeden einzelnen Flug beim Flughafen angefragt werden. Der Flughafen gibt das dann an den diensthabenden Beamten im Verkehrsministerium weiter – dieser entscheidet jeden Einzelfall“, erklärt der Sprecher. Am Sonntagabend habe es auf diesem Wege 30 Sondergenehmigungen gegeben.
Im Flugplan des Münchner Flughafens war am Sonntagabend zu sehen, dass viele Flüge verspätet ankamen oder starteten, beziehungsweise umgeleitet wurden. Um 22 Uhr lief auch das Boarding weiter. Obwohl am Sonntag der letzte Tag der bayerischen Pfingstferien war, seien die Einschränkungen überschaubar gewesen. Der Hauptreiseverkehr war zum Zeitpunkt des Einsatzes bereits vorbei, betonte der Sprecher.
„Ist das große Problem“: Sprecher ordnet Ausnahmesituation am Flughafen München ein
„Es gibt immer wieder Motoren, die heiß werden oder Geräte, die defekt sind. Aber einen Einsatz am Tower hatten wir bisher noch nicht. Da ist das große Problem, dass dann erst mal keine Starts und Landungen stattfinden können, wenn der Tower ausfällt“, erklärt Wilhelm. Bei dem Einsatz habe es sich daher um eine Ausnahmesituation gehandelt.
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