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Landkreis Traunstein: Waldbrand am Saurüsselkopf – Katastrophenfall in Ruhpolding

Landkreis Traunstein

Waldbrand am Saurüsselkopf – Katastrophenfall in Ruhpolding

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    Auch am Montagmorgen steigen noch große Rauchwolken vom Saurüsselkopf empor.
    Auch am Montagmorgen steigen noch große Rauchwolken vom Saurüsselkopf empor. Foto: Matthias Brüning, dpa

    Das Landratsamt Traunstein hat wegen des Brandes am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen am Montagvormittag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Entscheidung habe Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) am Morgen getroffen, teilte das Landratsamt mit. In der Nähe des Gipfels des 1270 Meter hohen Berges lodern seit Sonntagabend die Flammen. Das Gebiet ist schwer zugänglich.

    Im Zentrum der Einsatzmaßnahmen stehe das Trinkwasserschutzgebiet des Ruhpoldinger Ortsteils Laubau, erläuterte das Landratsamt. Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung des Brandes innerhalb des Schutzgebiets zu verhindern und alle verfügbaren Kräfte und Mittel bestmöglich einzusetzen.

    Der Waldbrand war am Sonntagabend nach tagelanger Trockenheit mit warmen Temperaturen und Sonnenschein ausgebrochen. Die Feststellung des Katastrophenfalls, bei dem Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert werden, sei angesichts der Lage ein notwendiger Schritt, erläuterte Danzer laut Mitteilung. „Jetzt geht es darum, alle Kräfte bestmöglich zu koordinieren und das Trinkwasserschutzgebiet Laubau wirksam zu schützen.“ Zum Einsatzleiter sei Kreisbrandrat Christoph Grundner bestellt worden. „Wir müssen die Quelle schützen. Die Quelle versorgt 30.000 Bürgerinnen und Bürger“, sagte Danzer.

    Mit Helikoptern wird versucht, den Brand aus der Luft zu löschen.
    Mit Helikoptern wird versucht, den Brand aus der Luft zu löschen. Foto: Gabriel Neumayr, dpa

    Die Brandursache ist noch unklar. Für ganz Bayern gab der Deutsche Wetterdienst für Montag auf dem Waldbrandgefahrenindex die Stufe drei von fünf aus. In einigen Regionen unter anderem in Alpennähe war es Stufe vier. In den nächsten Tagen soll die Gefahr mit aufkommendem Regen sinken.

    Dichter Rauch und Löschversuche aus der Luft

    Dichter Rauch steigt weiter aus einem bewaldeten Berg auf, wie auch aktuelle Bilder einer Webcam zeigen. Mehrere Hubschrauber starteten zu Löschflügen, um den Brand aus der Luft zu bekämpfen. Der Brand hat sich im Laufe des Montags stark von Gipfel nach unten ausgebreitet. 50 bis 60 Hektar Wald sind nach neuen Angaben vom Nachmittag in Brand geraten. Laut der Gemeinde Ruhpolding waren am Montagmorgen erst rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen.

    Die Feuerwehr kämpft parallel dazu am Boden gegen das Feuer, etwa mit Bewässerungsmaßnahmen entlang der Forstwege im Bereich Seekopf. Die Lage werde laufend überwacht und bewertet. Ein direktes Eingreifen am Boden sei wegen der steilen und schwer zugänglichen Lage „nicht zielführend und würde eine Gefährdung für die einzelnen Kräfte darstellen“, hatte die Gemeinde erläutert. Die Lage habe sich zugespitzt, das Gelände sei extrem steil - der Brand sei vom Boden aus nicht zu löschen. „Wir sind auf überörtliche Hilfe angewiesen“, sagte Landrat Danzer.

    Feuerwehren aus Ruhpolding und umliegenden Orten wurden zusammengezogen. Laut Landratsamt sind rund 175 Kräfte im Einsatz. Am Nachmittag waren demnach vier Polizeihubschrauber der Landespolizei sowie zwei Hubschrauber von Heli Austria im Einsatz. Zwei Hubschrauber von der Bundespolizei und der Landespolizei Baden-Württemberg wurden dazu gezogen. Für den Dienstag sind außerdem Hubschraubereinsätze der Bundeswehr geplant. Der Bundeswehrhubschrauber könne rund 5.000 Liter Wasser transportieren, deutlich mehr als die Hubschrauber der Polizei.

    Ascheregen möglich

    Im betroffenen Gebiet südlich des Ortsteils Laubau und der Chiemgau Arena könnte es Ascheregen geben. In diesem Fall sollten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten und den Aufenthalt im Freien nach Möglichkeit reduzieren.

    Dichter Rauch ist über dem Berg zu sehen.
    Dichter Rauch ist über dem Berg zu sehen. Foto: Gabriel Neumayr, dpa

    Aktuell bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Dennoch mahnte die Gemeinde, das Gebiet weiträumig zu meiden und die Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten.

    „Es sind auch Polizeibeamte eingebunden“, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. „Wenn sich Anhaltspunkte für eine Straftat ergäben, also etwa Brandstiftung, würde die Polizei ermitteln. Momentan gibt dafür aber keinen Anhaltspunkt.“

    Es habe am Wochenende einige kleinere Brände an Wiesen, Hecken und am Schilfgürtel eines Sees gegeben, die wahrscheinlich auf die warme Witterung zurückzuführen seien. „Bei keinem Brand haben wir bisher Hinweise auf eine Brandstiftung.“ (mit dpa)

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