Fußball-WM 2026: Kein offizielles Public Viewing im Olympiapark in München
Fußball-WM 2026
Kein Sommermärchen wie 2006? Warum Public Viewing in München derzeit kaum möglich ist
Die Münchner SPD hat die kurzfristige Organisation eines konsumfreien Public Viewings im Olympiapark gefordert. Für den Betreiber kaum möglich. Hier kommen Fans dennoch auf ihre Kosten.
Zeitverschiebung erschwert Public Viewing in München
Die Fußball Weltmeisterschaft in Amerika stellt die Fans in Europa vor besondere Herausforderungen. Viele der Spiele finden zu Zeiten statt, in denen wohl selbst die größten Fans nicht immer bereit sind, ihr Team zu verfolgen. Die ersten deutschen Spiele starten um 19 Uhr und um 22 Uhr. Andere aber spielen aufgrund der Zeitverschiebung erst um 1 Uhr oder 4 Uhr deutscher Zeit. Finalspiele könnten ebenfalls erst um 3.30 Uhr stattfinden.
Beim gemütlichen Schauen auf dem heimischen Sofa weniger ein Problem. Bei Public-Viewing-Veranstaltungen in der Öffentlichkeit allerdings schon: In Deutschland gilt eigentlich zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Nachtruhe. In Einzelfällen entscheiden die Städte und Gemeinden, ob sie dennoch Fan-Events erlauben – oder eben nicht. Viele Großveranstalter verzichten unter anderem wegen der Spielzeiten auf Fanmeilen oder offizielle Events. Zu unsicher sind die Besucherzahlen, die auch bei den vergangenen Europa- und Weltmeisterschaften zurückgegangen sind.
Die Münchner SPD forderte Ende Mai, dennoch ein Public Viewing im Olympiapark zu organisieren. Es soll ein konsumfreies Event geben, das die Übertragungen in Gaststätten ergänzt. „Abseits von Pay-TV und Gaststätten sollen Fußballfans dort ihre Geldbeutel schonen und ihre eigene Verpflegung mitbringen dürfen. Auch kostenloses Wasser soll dann bereitgestellt werden“, schreibt SPD-Stadtrat Arda Celik in einer Mitteilung. Er verweist auf die Fan Zone im Olympiapark, die es bereits zur EM 2024 gab. Ein solches Event könne wieder Zusammenhalt, Begeisterung und positive Stimmung in die Stadt bringen.
Olympiapark plant kein offizielles Fan-Event zur WM 2026
Einen offiziellen Auftrag, ein solches Event auszurichten, gibt es derzeit bei der Olympiapark München GmbH nicht, wie Sprecher Tobias Kohler auf Nachfrage mitteilt. In den vergangenen Jahren ging ein solcher Auftrag der Stadt voraus und damit auch zur Verfügung gestellte Gelder für die Organisation und Durchführung. „Die Kosten für ein solches Event während der gesamten WM liegen im siebenstelligen Bereich“, so Kohler. Die Ausgaben könnten durch Eintritt und Gastronomie bei sehr guter Auslastung gedeckt werden. Schwieriger wird es allerdings bei einem „konsumfreien Event“, wie es die SPD vorschlägt.
Zur Finanzierung gesellt sich ein weiteres Problem: Wegen anderer Großveranstaltungen und Bauarbeiten im Olympiastadion könnte der Olympiapark keine Fläche dauerhaft für eine Fan Zone zur Verfügung stellen. „Wir hätten somit ständig wechselnde Spielstätten“, sagt Kohler. Zudem könnten nicht alle Spiele angeboten werden, wenn keine Location verfügbar ist. Wegen Konzerten von den Toten Hosen und Nina Chuba könnte das Achtelfinale nicht gezeigt werden, am Tag des Halbfinales findet der B2Run statt, am Tag des Spiels um Platz 3 läuft der Sommernachtstraum, das Finale ist am Tag danach. Die Veranstaltungsorte müssten dann immer wieder umgebaut werden. Ein organisatorischer Aufwand, der in so kurzer Zeit kaum zu stemmen wäre.
Zuletzt nahm das Interesse an Fan Zonen und großen Public-Viewing-Events ab, sagt Kohler. Bei der Heim-WM 2006 sei der Olympiapark von Fans „überrannt“ worden, die gemeinsam das deutsche Team anfeuern wollten. Rund eine Million Fans schauten die Spiele im Laufe der WM im Olympiapark. Nach 2010 ging das Interesse zurück. Das letzte in Eigenregie veranstaltete Public Viewing war 2016 – mit deutlich schwächeren Zahlen. Seitdem veranstaltete der Olympiapark ein Public Viewing nur noch im Auftrag von Verbänden und/oder der Stadt München. Bei der vergangenen EM 2024 besuchten über 700.000 Fußballbegeisterte die Fan Zone in München.
Backstage und Hopfendolde zeigen alle WM-Spiele
Eine gute Nachricht aber bleibt: Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat die Sperrstunde in einer Ausnahmeregelung nach hinten verschoben. Gaststätten dürfen die Spiele bis 1 Uhr nachts und ab 6 Uhr morgens zeigen – falls die Außengastronomie nicht aus Lärmschutzgründen eingeschränkt ist.
Einige Gaststätten haben bereits angekündigt, ein Public Viewing anzubieten. Unter anderem:
Paulaner Brauhaus am Kapuzinerplatz
Irish Pubs wie Killian’s und Kennedy’s
Seehaus im Englischen Garten
Augustinger Schützengarten
Bamberger Haus
Paulaner am Nockherberg
Biergarten am Muffatwerk
Wirtshaus am Bavariapark
Werksviertel-Mitte
Backstage Club
Hopfendolde
Nicht alle von ihnen bieten alle Spiele an. Manche zeigen die Partien nur bis 23 Uhr oder 1 Uhr. Alle Spiele zeigen beispielsweise das Backstage und die Hopfendolde.
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