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Glasfaser-Ausbau: Warum das schnelle Internet in Bayern lahmt

Digitalisierung

Der Glasfaser-Anschluss schwächelt in Bayern

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    Glasfaser-Ausbau in Bayern: Nach Angaben des zuständigen Ministers Albert Füracker schwächelt die Nachfrage.
    Glasfaser-Ausbau in Bayern: Nach Angaben des zuständigen Ministers Albert Füracker schwächelt die Nachfrage. Foto: Matthias Rietschel, dpa (Symbolbild)

    Laptop und Lederhose, TikTok und Tracht: Glaubt man den Werbesprüchen der Regierenden, dann verbinden sich in Bayern Herkunft und Zukunft auf das Trefflichste, ist das Land sozusagen auf dem Dauersprung in die Moderne. Im trauten Heim dagegen scheint es den Bayern gar nicht so sehr zu pressieren mit dem Anschluss an Hightech. Da mag der Nachwuchs noch so sehr übers lahmende Internet maulen, ein leistungsfähigerer Anschluss kommt vielen Menschen im Freistaat nicht so schnell ins Haus.

    Mehr als 70 Prozent der bayerischen Haushalte könnten nach Angaben des Finanz- und Heimatministeriums Internet-Verbindungen mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit haben. Die meisten aber begnügen sich mit langsameren Anschlüssen ans weltweite Netz. Lediglich ein Viertel der Haushalte hat den besonders schnellen Internet-Anschluss. Bei Unternehmen sieht es sogar noch schlechter aus: Dort machen nur sechs Prozent vom schnellen Breitband-Anschluss Gebrauch. „Die Nachfrage hinkt dem Angebot hinterher,“ sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU).

    So kommen Sie in Bayern ans schnelle Internet

    Die Zurückhaltung der Kundschaft führe dazu, dass Telekommunikationsunternehmen sich beim Ausbau des Glasfasernetzes zurückhalten, was vor allem im ländlich geprägten Bayern ein Problem ist. Dort hat der Freistaat laut Füracker inzwischen fast drei Milliarden Euro verbuddelt, um Lücken zu schließen. Hinzu kommen Fördermittel von Bund und Kommunen. Bayern werde mit dem Ausbau fortfahren, versicherte der Minister. „Ich bin mit dem Zwischenstand zufrieden.“ Nachdem die Glasfaser-Leitungen die meisten Orte erreicht hätten, müssten sie nun in die Häuser.

    Zur Zufriedenheit besteht laut Benjamin Adjei kein Anlass. Der Digital-Experte der Grünen-Landtagsfraktion meint: Füracker redet sich die Zahlen schön. Nur jedes zweite Unternehmen in bayerischen Gewerbegebieten hat Glasfaseranschluss, im ländlichen Raum insgesamt sogar nur jede fünfte Firma – damit liegt Bayern unter dem Bundesschnitt.“ Das sei peinlich. Alle Gewerbegebiete bräuchten Glasfaser, nötig seien auch schnellere Genehmigungsverfahren.

    Neue Glasfaseranschlüsse für Bayern

    Nach einer von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) am Montag in München vorgestellten Studie wird der Bedarf an schnellen Internet-Anschlüssen in den kommenden Jahren sprunghaft steigen. Die Unternehmen würden schrittweise aufrüsten, einer der wichtigsten Treiber sie dabei der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Bayerns müsse deshalb das Tempo beim Ausbau des Glasfasernetzes hoch halten, sagt vbw-Chef Bertram Brossardt. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Freistaat mehr als 100.000 Kilometer Glasfaser verlegt.

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