Hantavirus-Tote auf Kreuzfahrtschiff kommt aus Bayern: So viele Fälle sind im Freistaat bekannt
Infektionen
Hantavirus-Tote kommt aus Bayern: So viele Fälle sind im Freistaat bekannt
Drei Menschen starben an Bord eines Kreuzfahrtschiffs infolge einer Hantavirus-Infektion – unter ihnen offenbar eine Frau aus Passau. Gibt es Fälle der gefährlichen Infektion auch in Bayern?
So sehen Hantaviren unter dem Elektronenmikroskop aus.Foto: Hans R. Gelderblom/RKI, dpa
Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff vor wenigen Tagen forderte bislang drei Todesopfer. Wie nun bekannt wurde, ist eine der drei Toten offenbar eine Frau aus Bayern. Es handele sich um eine 78-Jährige aus Passau, wie die Mediengruppe Bayern berichtet. Auf dem Kreuzfahrtschiff, das vor den Kapverden im Atlantischen Ozean mit rund 150 Menschen an Bord unterwegs ist, war es zu einem Ausbruch gekommen. Wie sich auch auf dem Schiff zeigte, kann das Virus lebensbedrohlich werden. Auch in Bayern kam es schon zu Ausbrüchen. Wie ist die aktuelle Lage im Freistaat?
Drei Hantavirus-Fälle in Bayern im Jahr 2026
In Bayern hatte es zuletzt im vergangenen Jahr eine Häufung von Hantavirus-Fällen gegeben. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren es im Jahr 2025 demnach insgesamt 90 gemeldete Fälle im Freistaat (56 im Jahr 2024). Zuvor waren die Zahlen zuletzt im Jahr 2021 höher (damals waren es knapp über 300 Fälle).
Heuer hat es bislang drei Fälle des Hantavirus in Bayern gegeben. Das entspricht zu diesem Zeitpunkt des Jahres in etwa dem Niveau der Jahre 2022 bis 2024. Im Vorjahreszeitraum waren die Zahlen deutlich höher: Die bayerischen Gesundheitsämter übermittelten bis zur 18. Meldewoche 2025 39 Hantavirus-Erkrankungsfälle.
Infektionen in Bayern vor allem über die Rötelmaus
Doch wie überträgt sich das Virus und wie gefährlich ist es? Laut LGL gilt in Bayern die Rötelmaus als Hauptüberträgerin von Hantaviren auf den Menschen, etwa indem Menschen in Kontakt mit Speichel, Urin oder Kot infizierter Tiere kommen. LGL-Präsident Christian Weidner erklärte dazu im Vorjahr laut einer Pressemitteilung: „Die Häufigkeit der Erkrankung unterliegt jährlichen Schwankungen und hängt stark von der Populationsgröße der Rötelmaus ab, die unterschiedlich ausfallen kann.“
Rötelmäuse gelten als Hauptüberträger des Hantavirus in Bayern.Foto: G. Besselink, dpa
Eine Impfung gegen Hantavirus-Infektionen gibt es nicht. Schützen können sich Menschen vor allem durch Vorsichtsmaßnahmen. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) nahm dazu ebenfalls im vergangenen Jahr Bezug. Sie sagte: „Die gute Nachricht ist: Man kann sich bereits mit einfachen Hygienemaßnahmen schützen – zum Beispiel beim Frühjahrsputz im Gartenhäuschen. Ist Mäusebefall erkennbar, kann durch das Tragen von Masken und Handschuhen das Infektionsrisiko deutlich gesenkt werden.“
Wie gefährlich ist das Hantavirus?
Infektionen von Mensch zu Mensch sind beim Hantavirus laut LGL nicht bekannt. Einmal infiziert, kann es zu unterschiedlich schweren Verläufen kommen, wie das Landesamt erklärt. Dies hängt teils auch mit dem Virustyp zusammen. Es kann zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber kommen, aber auch zu Fällen mit schweren Verläufen unter Nierenbeteiligung. Dann kann eine Infektion bis zum akuten Nierenversagen führen – und lebensbedrohlich werden. Manche Infektionen verlaufen dagegen auch unbemerkt und ohne Beschwerden.
Auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff MV „Hondius“ war es zum Ausbruch von Hantavirus-Infektionen gekommen.Foto: Arilson Almeida, AP/dpa
Im aktuellen Fall des Kreuzfahrtschiffs vor Westafrika hatten die spanischen Behörden inzwischen erlaubt, dass das Schiff „Hondius“ einen Hafen auf den Kanaren anlaufen kann. Die Entscheidung war in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganistation WHO und der EU getroffen worden. Drei Patienten wurden mit Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion vom Schiff evakuiert. Neben der Frau aus Bayern starb auch ein Ehepaar aus den Niederlanden.
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