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Interview
05.06.2023

Hautärztin ist sich sicher: Ganzkörperscanner mit KI werden verstärkt zum Einsatz kommen

Beim Eincremen sind viele Menschen viel zu sparsam, warnt die erfahrene Hautärztin Prof. Dr. Julia Welzel. Eine ausreichende Schicht ist wichtig. Und Nachcremen nicht vergessen.
Foto: Caroline Seidel, dpa

Julia Welzel, Präsidentin der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, arbeitet an der Uniklinik Augsburg. Sie sieht in KI eine Riesenchance bei der Hautkrebsvorsorge.

Frau Prof. Welzel, Sie sind die neue Präsidentin der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Woran liegt es, dass die Zahl der Hautkrebserkrankungen so massiv steigt, ist dies auch dem Klimawandel zuzuschreiben?

Prof. Dr. Julia Welzel: Natürlich haben wir längere und heißere Sommer. Aber vor allem steigen die Hautkrebserkrankungen so stark, weil wir immer älter werden. Bei weißem Hautkrebs ist das Alter der größte Risikofaktor. Hinzu kommt, dass es für viele aus der Babyboomer-Generation über Jahrzehnte hinweg üblich war, etwa auf Mallorca in der prallen Sonne zu liegen und im Winter ins Solarium zu gehen. Diese Generation wird uns noch die nächsten zehn, 20 Jahre gut beschäftigen.

Prof. Dr. Julia Welzel ist die Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg.
Foto: Universitätsklinikum Augsburg

Entscheidend, so heißt es immer, ist die Früherkennung ...

Welzel: Ja, das ist bei beiden Hautkrebsarten, also sowohl beim hellen als auch beim schwarzen Hautkrebs, ganz entscheidend. Beim hellen Hautkrebs wird die betroffene Stelle entfernt und dann ist der Patient beziehungsweise die Patientin in der Regel auch geheilt. Der schwarze Hautkrebs dagegen ist sehr aggressiv und metastasiert früh. Doch auch bei ihm gilt: Wenn man ihn sehr früh erkannt und entfernt hat, bevor er gestreut hat, ist man oft geheilt. Hat der schwarze Hautkrebs allerdings bereits gestreut, war dies früher ein Todesurteil. Heute haben Immuntherapien die Chemotherapien abgelöst, mit denen wir individuell und sehr effektiv behandeln können. Etwa 60 Prozent der Erkrankten überleben heute schwarzen Hautkrebs.

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Das heißt aber, nicht bei allen hilft die Immuntherapie, oder?

Welzel: Aber auch für die Patientinnen und Patienten, die nicht auf eine Immuntherapie ansprechen, haben wir heute ganz moderne, neue Behandlungsstrategien, unter anderem werden derzeit Impfstrategien mit der mRNA-Technik von Biontech und Moderna in Studien geprüft.

Die viele von der Corona-Impfung her schon kennen ...

Welzel: Genau. Die Impfung, die wir bei schwarzem Hautkrebs einsetzen, macht das eigene Immunsystem gegen den Tumor aggressiver. Und zusätzlich zu diesen allgemeinen Immuntherapien erproben wir gerade in einer Studie ganz individuelle Impfstoffe. In dem Fall wird Tumorgewebe aus einem Melanom entnommen, es wird in die USA geschickt und dort wird ein ganz speziell auf diesen Tumor ansetzender Impfstoff für die Behandlung entwickelt. Das dauert etwa vier bis sechs Wochen, der Impfstoff wird zu uns zurückgeschickt und dann dem Patienten verabreicht. Das ist wirklich ein sehr vielversprechender Behandlungsansatz und ergänzt die allgemeine Immuntherapie noch.

Ihr Schwerpunkt ist die Früherkennung von Hautkrebs. Welche Fortschritte gibt es hier?

Welzel: Wir haben mittlerweile Spezialmikroskope, die KI-basiert sind, also mit ganz vielen Daten mittels Künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, und die es ermöglichen, dass auffällige Hautpartien untersucht werden können, ohne dass eine Biopsie gemacht werden muss, also, ohne dass Gewebe entnommen werden muss. Die Diagnostik wird damit viel schneller und sicherer.

Viele Hautärzte bieten auch Telemedizin für Patientinnen und Patienten an.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Aber was nützen super Mikroskope, wenn man gar keinen Termin beim Hautarzt bekommt?

Welzel: Ja, das ist ein Problem. Aber nicht nur bei Hautärzten, alle Fachärzte sind extrem überlaufen. Und wir haben auch zahlenmäßig gar nicht genug Hautärzte, um die ganze Bevölkerung zu screenen. Daher forschen wir ja auch zu Alternativen. Denn entscheidend ist es doch, möglichst viele Menschen regelmäßig zu screenen, aber nur denen, die wirklich den Verdacht auf eine Krebserkrankung haben, ganz schnell einen Behandlungstermin zu ermöglichen. Wir müssen die Patienten also viel besser kategorisieren und vor allem priorisieren. Helfen können uns dabei auch Ganzkörperscanner wie wir sie von Flughäfen kennen. Solche Geräte gibt es, sie sind ebenfalls mit KI ausgestattet. Man läuft – nur mit einem Slip bekleidet – durch und erhält ein dreidimensionales Foto, das bereits auf auffällige Hautpartien hinweist. Ich als Ärztin schaue mir bei einem Screening zwar auch noch die behaarten Körperpartien an und werfe noch einen Blick in den Mund. Aber mithilfe eines solchen Ganzkörperscanners werden zumindest die meisten Körperstellen schon gecheckt. In Australien, wo es noch weniger Hautärzte als bei uns und noch mehr Hautkrebs gibt, stehen diese Geräte schon an der Küste, in Einkaufszentren und bei Allgemeinmedizinern. Noch kosten diese Geräte mehrere 100.000 Euro. Aber immerhin: Es gibt sie. Wir hier an der Uniklinik haben auch eines. Ich bin mir sicher: Diese Geräte werden verstärkt zum Einsatz kommen.

Sie setzen also auf die KI?

Welzel: Ja absolut, die KI ist kein Schreckgespenst, sondern eine Riesenchance. KI und Digitalisierung werden gerade auch unsere Gesundheitsversorgung revolutionieren, und zwar hin zum Guten. Nehmen Sie doch unsere Handys: Die sind bereits mit 3D-Scannern ausgestattet. Ich bin überzeugt davon: In etwa fünf Jahren können wir unsere Haut unter der Dusche scannen. Die Aufnahmen werden dann zum Hautarzt geschickt, der schaut sich alles an und entscheidet, ob eine Behandlung nötig ist. Hilfreich für eine erste Einschätzung sind übrigens auch Hautscreening-Apps, die wurden von der Stiftung Warentest geprüft und zwei bekamen gute Noten. Und dann bieten viele Hautärzte auch Telemedizin an. Man beantwortet vorher ein paar Fragen zu den Symptomen und schickt Fotos von den Hautpartien, die einem Sorge bereiten. Innerhalb von 24 Stunden schaut ein Arzt sich die Angaben und die Fotos an und gibt Bescheid.

Vor allem, wenn es zu plötzlichen Veränderungen der Haut oder eines Muttermals kommt und sich die Stelle schnell verändert, sollte man rasch eine Hautärztin beziehungsweise einen Hautarzt aufsuchen.
Foto: Eva Manhart, APA/dpa

Wann ist eine Hautpartie besorgniserregend?

Welzel: Vor allem, wenn es zu plötzlichen Veränderungen der Haut oder eines Muttermals kommt und sich die Stelle schnell verändert. Dann sollte man rasch zu einem Arzt oder einer Ärztin.

Zu welchem Schutz raten Sie?

Welzel: Kleidung hilft noch besser als cremen. Und beim Cremen sind viele Menschen viel zu sparsam, dabei ist eine ausreichende Schicht wichtig: Also lieber zweimal eine Creme mit Lichtschutzfaktor 15 auftragen als einmal und zu wenig eine mit Faktor 50. Und nachcremen nicht vergessen!

Viele gehen ja auch in die Sonne, weil Vitamin D wichtig ist.

Welzel: Vitamin D ist sehr wichtig. Allerdings muss man wissen, dass die Haut so ab dem 50. Lebensjahr Sonnenlicht kaum noch in Vitamin D umwandeln kann, da die dafür entscheidenden Enzyme mit zunehmendem Alter leider einfach nicht mehr funktionieren. Alte Menschen also wegen Vitamin-D-Mangels an die Sonne zu schicken, ist Blödsinn, sie haben nur ein hohes Risiko für Hautkrebs. Vitamin-D-Mangel kann ab einem bestimmten Alter nur substituiert werden.

Als neue Präsidentin wollen Sie sich auch für mehr Nachwuchs einsetzen ...

Welzel: Ja, das ist mir sehr wichtig, denn wir haben zu wenig Medizinstudierende. Das heißt zum einen, dass wir die Zahl der Medizinstudienplätze erhöhen müssen, aber wir müssen junge Studierende auch für unser Fach begeistern. Denn die Dermatologie bietet so ein breites Betätigungsfeld: Sie behandeln junge und alte Menschen, Frauen und Männer, können operativ oder konservativ tätig sein und sie haben unglaublich dankbare Patienten. Nehmen Sie nur das Beispiel Neurodermitis: Die Betroffenen leiden oft an starkem Juckreiz und sichtbaren Hautveränderungen, das belastet auch die Psyche sehr. Wir Hautärzte können Neurodermitis gut behandeln, der Juckreiz verschwindet, die Haut ist wieder schön, da sind Patienten einfach sehr, sehr dankbar.

Zur Person: Prof. Dr. Julia Welzel, 57, ist seit 2004 die Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg und nun zur Präsidentin der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft gewählt worden.

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