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Die Berufsbegleitung darf nicht sterben

Kommentar Von Sarah Ritschel
20.04.2022

Die Berufseinstiegsbegleitung bietet Jugendlichen die Möglichkeit für ein gutes, selbstbestimmtes Leben. Die Staatsregierung muss jetzt zeigen, wie wichtig ihr Chancengleichheit ist.

So bürokratisch der Begriff „Berufseinstiegsbegleitung“ ist, so hilfreich war das dahinter stehende Förderprogramm für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. Im Idealfall verhalf es ihnen zu einem Leben ohne Sozialhilfe, mit verlässlichem Einkommen und der Chance, auf eigenen Beinen zu stehen.

Dass das Programm nach jetzigem Stand vor dem Aus steht, ist eine riesige Ungerechtigkeit gegenüber den betroffenen Jugendlichen. Noch dazu schneidet sich der Staat ins eigene Fleisch, kosten ihn doch arbeitslose Schulabgänger auf Dauer mehr als das Programm an sich.

Chancengerechtigkeit für alle endlich umsetzen

Berufseinstiegsbegleitung, das bedeutete bislang: Sozialpädagoginnen und -pädagogen unterstützen Schüler über Jahre hinweg, helfen beim schwierigen Übergang von der Schule in den Job. Jugendliche, die zu Hause nicht auf Hilfe zählen können, haben einen Ratgeber. Die Wirtschaft profitiert – gerade das Handwerk, das so dringend Lehrlinge sucht. Wie viele der Jugendlichen am Ende ihrem Beruf treu bleiben, ist nicht genau dokumentiert. Dennoch ist unter Bildungsexperten unstrittig, dass der Nutzen der Starthilfe die Kosten deutlich überwiegt. Und jetzt soll es ausgerechnet am Geld scheitern?

Ja, der Haushalt für 2022 ist beschlossene Sache. Dennoch sollte die Politik einen Fördertopf finden, aus dem die Berufseinstiegsbegleitung doch noch finanziert werden kann. „Investitionen in die Bildung sind Investitionen in die Zukunft“: Jetzt könnte die Staatsregierung beweisen, dass gern gebrauchte Sätze wie dieser nicht nur leere Hüllen sind. Dass sie geben will, was dem Schulsystem immer noch fehlt: Chancengerechtigkeit für alle.

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