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Jetzt ist der richtige Moment, um den Lehrplan zu entrümpeln

Kommentar Von Sarah Ritschel
20.05.2022

Schüler, Schülerinnen und Bildungsforschende beklagen immer wieder, dass der Lehrplan zu vollgepackt ist. Gerade jetzt könnte man das Problem anpacken.

Die Freien Wähler wollten Schule neu denken – doch dann sind ihre Pläne auf ein Minimum zusammengeschnurrt. Ihre wichtigste Forderung hat es am Ende doch nicht in die neue Bildungsresolution der Partei geschafft: den Lehrplan gründlich zu entrümpeln. Dabei ist das unbedingt nötig.

Jetzt nach zwei Jahren Pandemie wäre der richtige Moment, um den Schulstoff auf seinen Sinn hin abzuklopfen. Eltern, Jugendliche und die Bildungswissenschaft beklagen seit Jahren, dass die Lehrpläne viel zu vollgestopft sind. In dieser Hinsicht hat Corona gutgetan. Lehrkräfte beschränkten sich im Distanzunterricht auf die wichtigsten Kapitel. Gymnasiasten brauchten nicht die Entwicklungsphasen südostasiatischer Schwellenländer zu lernen, Jugendliche an Mittelschulen keine Schrägbildskizzen gerader Pyramiden zu zeichnen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Doch die Regierungspartei Freie Wähler setzt sich nun vor allem für mehr Bewegung im Stundenplan ein. Das ist natürlich unterstützenswert. Für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wäre es aber mindestens genauso wichtig, dass durch weniger Stoff auch der Lernstress sinkt.

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22.05.2022

Völlig Ihrer Meinung! Es heißt, nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir. Dazu müsste man aber in der Schule auch Sachen vermittelt bekommen, die im wirklichen Leben von Belang sind!

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22.05.2022

Ja, es ist wirklich höchste Zeit, die Lehrpläne zu entrümpeln! Ganz besonders jene der sog. sprachlichen & humanistischen Gymnasien! Dort wird immer noch viel zu viel wertvolle Unterrichtszeit jahrelang für Latein und sogar Altgriechisch verschwendet, für tote Sprachen also, die heutzutage kaum einen Gebrauchswert haben. Gescheiter wäre es dagegen, die MINT-Fächer zu stärken und den modernen Fremdsprachen mehr Gewicht zu verleihen: Wie es die EU-Kommission schon längst fordert, sollte jede(r) bayerische Abiturient(in) neben Deutsch noch mindestens zwei moderne Fremdsprachen (möglichst auf dem GER-Level B2) beherrschen. Um dieses Ziel zu erreichen, könnte man Latein & Altgriechisch in allenfalls 2 Wochenstunden ab der Oberstufe als "Klassische Sprach- & Kulturkunde" unterrichten und dafür die freigewordenen Stundenkapazitäten in gymnasiale Fächer investieren, die einen hohen Gebrauchswert für das spätere Leben haben, nämlich Naturwissenschaften und Weltsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch, Mandarin, Arabisch... Damit die jungen Leute in unserem 'global village' künftig nie mehr mit ihrem Latein am Ende sind!

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