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Warum es falsch wäre, den Wolf zu töten

Kommentar Von Stephanie Sartor
27.01.2022

Die Debatte um das Raubtier ist aufgeheizt. Trotzdem darf sich die Politik nicht zu schnell dem Druck von außen beugen.

Es ist ein bisschen wie das Sortieren der Linsen im Aschenputtel-Märchen. Die Tierwelt wird gerne aufgeteilt, in die Guten und die Schlechten. Welche Art auf welcher Seite landet, welche also geschützt werden soll und welche nicht, das entscheidet der Mensch, oft aus egoistischen Motiven.

Erst vor wenigen Tagen kochte die Debatte wieder hoch. Im Zentrum stand ein Tier, das wohl wie kein anderes polarisiert: der Wolf. Während sich die einen freuen, dass das Raubtier nach Bayern zurückgekehrt ist, wollen ihm die anderen das Fell über die Ohren ziehen – so geht das seit Jahren. Dieses Mal folgte der Diskussion aber etwas Bemerkenswertes: Die Regierung von Oberbayern erlaubte es tatsächlich, den Wolf, der in mehreren Landkreisen Nutztiere gerissen hatte, zu töten. Diese Entscheidung wurde dann von einem Gericht zwar wieder kassiert – wogegen schon wieder Rechtsmittel angekündigt wurden–, sie markiert dennoch einen Umbruch im Umgang mit dem Tier. Schließlich wurde in Bayern seit 140 Jahren kein Wolf mehr getötet.

Die grundsätzliche Frage lautet: Wie viel Wildnis wollen wir eigentlich?

Wenn man sich mit den Argumenten der beiden Lager befasst, denen der Naturschützer und denen der Tierhalter, dann kommt man schnell zu dem Schluss: Es wäre falsch, den Wolf zu töten. Das Tier war und ist keine Gefahr für den Menschen – so argumentierte ja auch das Gericht. Dass Wölfe Tiere fressen, liegt in deren Natur und rechtfertigt per se keinen Abschuss – schon gar nicht, wenn man sich einmal die Zahlen anschaut und in Relation setzt. Seit dem ersten Auftauchen eines Wolfes in Bayern im Jahr 2006 wurden nach Angaben des Landesamtes für Umwelt 144 getötete Nutztiere dokumentiert. Nur zum Vergleich: In Bayern werden mehr als fünf Millionen Masthühner, rund 3,2 Millionen Rinder, über drei Millionen Schweine und 210.000 Schafe – davon wurden in 15 Jahren 102 gerissen – gehalten.

Diese Fakten sollte man berücksichtigen, wenn man wegen einzelner Vorfälle – die natürlich für die Besitzer ärgerlich sind, keine Frage – gleich zur Flinte greifen möchte. Hinzu kommt: Es existieren ja Schutzmaßnahmen, etwa Herdenschutzzäune. Und: Für betroffene Landwirte gibt es Entschädigungszahlungen.

Es muss ohnehin eine ganz grundsätzliche Frage gestellt werden: Wie viel Wildnis wollen wir eigentlich? Die Antwort wird unterschiedlich ausfallen, je nachdem, mit wem man spricht. Und je nachdem, um welches Tier es sich handelt. Die meisten freuen sich, dass es wieder mehr Steinadler gibt oder dass Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert wurden. Aber wenn ein Wolf durch die Wälder streift oder sich ein Bär blicken lässt – Stichwort: Problembär Bruno –, dann dauert es nicht lange, bis die ersten Menschen fordern, ihnen den Garaus zu machen. Diese Kluft gibt es schon lange, der Zwist ist mehrere Jahrhunderte alt. Denn damals war jedes Nutztier, das verloren ging eine existenzbedrohende Katastrophe.

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Längst ist von einem epochalem Artensterben die Rede

Das ist heute anders. Und deswegen muss auch der Umgang mit der Problematik eine andere sein. Auch vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren immer deutlicher wurde, was der Mensch der Natur angetan hat. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen längst vom größten Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Dass es trotzdem Tiere wie den Wolf gibt, die nach Bayern zurückkehren, ist ein Erfolg des Naturschutzes. Expertinnen und Experten haben sich lange die Köpfe darüber zerbrochen, wie man mit dem Raubtier umgehen soll und einen Managementplan erarbeitet. Der ist aber nur wenig wert, wenn sich die Politik zu schnell dem Druck – der vor allem vom Bauernverband kommt – beugt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

31.01.2022

"Es ist ein Fehler in der gesetzlichen Grundlage, dass..."
@Maja: Sagen Sie...

"Der Wolf hat in Mitteleuropa , zumal in Deutschland nichts verloren..."
@Maria: Sagen Sie...

Bei dieser gesammelten Kompetenz aus Jura und Ökologie bin ich jetzt natürlich vor Bewunderung wie gelähmt, total wehrlos und gebe auf :-)
Ich werde die werten ExpertInnen auf jeden Fall vorschlagen für ein Amt in der Weideschutzkommission:
https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/herdenschutz/weideschutzkommission/index.htm

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31.01.2022

Artenschutz und die Begrenzung bzw. Gestaltung des Lebensraumes bestimmter Arten müssen sich nicht ausschließen. Wir leben nicht im Urwald, sondern mit 82 Millionen Menschen in einem stark genutzten Kulturraum. Dass dort auch streng geschützte Arten sinnvoll gehegt werden müssen, versteht sich von selbst.
Idealisten, die neben Wölfen gern auch Dinosaurier und Mammuts zurück hätten, ziehen besser ins Traumland um.

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28.01.2022

Ein sehr ausgewogener Kommentar von Frau Sartor, der ganz ohne Grabenkämpfe das Existenzrecht des Wolfes begründet - Respekt!

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31.01.2022

Wenn es um etwas nicht geht, dann um DAS EXISTENZRECHT des Wolfes als solches. Aber dass SIE mit diesem Avatar und Namen (;-)), zu keiner Differenzierung willens sind, ist kaum überraschend.

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28.01.2022

Der Wolf hat in Mitteleuropa , zumal in Deutschland nichts verloren .

Der Wolf wird auch nicht aussterben, wenn er aus Mitteleuropa vertrieben wird - wie die Natur-Romantiker Unwissenden erzählen !

In den Weiten Nordamerikas , Rußlands, Schwedens,Norwegens ,Finnlands usw. hat der Wolf genug Platz und trifft dort sogar nie auf Menschen und deren Haus-und Nutztiere

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28.01.2022

Hallo Marta, auch für Sie etwas Erkenntnisgewinn und Hintergrund, warum der Wolf vom bösen Menschen ausgerottet wurde. So harmlos, wie Wolffreunde und der NABU es darstellen, waren die Wölfe einst nicht für den Menschen.

https://www.welt.de/geschichte/article185448144/Wolf-Angriffe-Als-Woelfe-sich-selbst-in-Staedten-ihre-Opfer-holten.html

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28.01.2022

Nette historische Abhandlung - der Säbelzahntiger wurde dabei total vergessen!

Nochmal für die etwas Langsameren unter uns: Wenn festgestellt wird, dass der Wolf seine natürliche Scheu vor Menschen abgelegt hat und zur Bedrohung für den Menschen wird, ist eine Entnahme möglich.
Ein Angriff auf Menschen ist seit der Rückkehr des Wolfes in Deutschland nicht festgestellt worden. Angriffe durch Schwarzwild, Mutterkühe mit Kälber auf Wanderer oder Attacken durch Haustiere (z.B. Hund) sind dagegen garnicht mal so selten!

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28.01.2022

Ach ja und der Bartgeier wurde ausgerottet, weil der sich ja bekanntlich auch unsere Kinder holt :-)
https://www.welt.de/wissenschaft/article1871119/Die-Rueckkehr-der-Laemmertoeter-und-Kindsraeuber.html
Vorsicht, sperrt die Kinder weg - er ist zurück!

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28.01.2022

Nochmal für Sie Frau D.. :

Es ist ein Fehler in der gesetzlichen Grundlage, dass nachdem der Wolf nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht ist, Nutz- und Haustiere keinen Schutz genießen sondern dem Wolf gegenüber schlechter gestellt werden. Es völlig irrwitzig, dass der Schäfer einer Wanderschafherde sich 40 tragende Muttertiere reißen lassen müssen soll, weil der Wolf keine Menschen anfällt. Wie kann man nur so schräg denken?

Und dass Sie sich über die historische Abhandlung lustig machen, zeigt mir, dass Sie es mit dem Thema so ernst nicht nehmen.

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28.01.2022

"So harmlos, wie Wolffreunde und der NABU es darstellen, waren die Wölfe einst nicht für den Menschen."

Ja, besonders im Märchen der Brüder Grimm. Der "Schlange" erging es ähnlich, allerdings in einem noch etwas älteren Märchenbuch . . .

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31.01.2022

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat die Zahlen zu Toten und Versetzten durch Wolfsangriffe vor vier Jahren zusammengetragen. Zu glauben, dass Wolfsangriffe nur in Märchen vorkommen, kann auch nur einem Stadtkind einfallen.

http://dpaq.de/zUUDY

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31.01.2022

Interessant ist das Fazit der Studie:

»Vergleicht man die Häufigkeit wölfischer Übergriffe auf Menschen mit denen anderer großer Beutegreifer oder Wildtiere allgemein, wird offensichtlich, dass Wölfe in Bezug auf ihre Größe und
ihr räuberisches Potential zu den am wenigsten gefährlichen Tieren gehören. Basierend auf den
Fakten, dass Wölfe eine Gefahr für Menschen darstellten, ist es leicht zu verstehen, warum wir
eine "kulturelle Angst" vor Wölfen haben, die durch Mythen und Geschichten noch bestärkt
wird. «

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28.01.2022

@MARTA D.: „Unsere Nutztiere sind übrigens auch nicht vom Aussterben bedroht und es gibt einen Fond[s] für den ‚wirtschaftlichen Schaden‘, sofern die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen getroffen wurden.“
Die Bauern betreiben nicht Viehzucht, um Schadensersatz zu erlangen. Für die gesamte Bauernfamilie – angefangen von der Oma bis zu den Kleinsten – ist es eine Katastrophe, wenn Zuchttiere von einem Raubtier gerissen werden und zudem an den toten Tierkörpern zu ersehen ist, dass die Tiere sehr leiden mussten. Das Leben der Bauern ist ohnehin schwer genug, da braucht es nicht noch das Erfordernis zusätzlicher Schutzzäune oder gar das Gefühl, als „guter Hirte“ versagt zu haben.

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28.01.2022

"Für die gesamte Bauernfamilie – angefangen von der Oma bis zu den Kleinsten – ist es eine Katastrophe, wenn Zuchttiere von einem Raubtier gerissen werden und zudem an den toten Tierkörpern zu ersehen ist, dass die Tiere sehr leiden mussten."

Um dann ungerührt das nächste Ferkel ohne Anästhesie zu kastrieren. Oder Millionen männlicher Küken zu schreddern. Solche Bigotterie kotzt mich an!

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28.01.2022

@Robert M.: „Um dann ungerührt das nächste Ferkel ohne Anästhesie zu kastrieren. Oder Millionen männlicher Küken zu schreddern. Solche Bigotterie kotzt mich an!“

Herr M., unsere Gesellschaft entwickelt sich weiter: Schreddern von Küken und Ferkelkastration ohne Anästhesie sind in Deutschland verboten. Wenn Sie sich darüber informieren würden, wäre vielleicht der eine oder andere Kommentar von Ihnen überflüssig. Das mit Ihrer Übelkeit wäre dann vielleicht auch nicht so ausgeprägt.

Ganz abgesehen davon: Untragbare Zustände bei Ferkelkastration und Schreddern von Küken liefern doch kein Argument für den Umgang mit dem Wolf.

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28.01.2022

Es ist auch verboten, falsch zu parken oder bei Rot über die Ampel zu gehen.

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28.01.2022

Abgesehen davon gilt das Kastrationsverbot aufgrund derjenigen, die jetzt über den ach so bösen Wolf klagen, aber selbst keinen Deut für das Tierwohl übrighaben, erst seit einem Jahr und das Töten männlicher Küken erst seit ein paar Tagen.

Das Tierschutzgesetz sagt aber eindeutig: "Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt."

Und das gilt schon länger! Nur hat sich die Bauernschaft unter Klöckner erfolgreich dagegen gesträubt. Bigottes Pack, bigottes!

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28.01.2022

Mit Verlaub, Kommentare sollte man nur zu Themen verfassen, die man auch umrissen hat. Sich von veröffetnlichter Stimmungsmache Anderer mitreißen zu lassen, um sich am Schreibtisch eine Meinung zu bilden, ist keine gute Idee. Dann wird den Kommentar nämlich inhaltlich eher dünn statt fundiert.
Ob das Kalb oder das Schaf, das auf der Weiden gerissen wird, wohl ein weniger lebenswertes Geschöpf ist als der Wolf? Ist dessen Leben weniger wert? Wieviel weniger?

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28.01.2022

Apropos dünn - eine ethsich-moralische Werte-Debatte zu führen bedarf etwas mehr...und wenn nun auf dieser Ebene alle Tiere vergleicbar lebenswert? Darf mnesch dann den Wolf schießen?
Rechtlich gesehen ist die Sache so: Wölfe sind sowohl durch das Washingtoner Artenschutzabkommen sowie die Berner Konvention geschützt. Deutschland hat beide Abkommen ratifiziert, so dass diese völkerrechtlich verbindlich sind.
Als EU-Mitgliedsstaat hat sich Deutschland verpflichtet , die sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) umzusetzen und das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 zu etablieren. Der Wolf ist über den Anhang IV der FFH-RL besonders geschützt. Tja, und dann gibts da ja noch den $44 des BNatSchG

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28.01.2022

@Maja u.a.: Ein Beitrag zum zwecke eines Erkenntnisgewinns:
https://taz.de/Debatte-ueber-Wolfabschuss/!5828706/

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28.01.2022

Der Mensch hat sich inzwischen so weit von der Natur entfernt, dass er sich selbst nicht mehr als Teil der Natur wahrnimmt.
Entsprechend egoistisch handelt er und schützt was ihm nützlich erscheint. Alles andere wird beseitigt.
Die Natur sollte vor der größten Gefahr, dem Menschen, geschützt werden.

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27.01.2022

Der Mensch hat mittlerweile 60 % der Säugetiere in den letzten 50 Jahren ausgerottet und verbreitet sich immer weiter.
Das Gleichgewicht der Natur ist längst nicht mehr gegeben. Leider wird auch hier weiterhin der Egoismus im Vordergrund gestellt.
Es ist schon 5 nach zwölf, jedoch fehlt die Einsicht. An uns Menschen: Der Zug ist schon längst abgefahren.

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27.01.2022

@Maja: Lange Rede kurzer Sinn:
Es ist klar geregelt, wann ein Wolf entnommen" werden darf - wenn er dem MENSCHEN zur Bedrohung wird.

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28.01.2022

@Maja u.a.: Ein Beitrag zum Zwecke eines Erkenntnisgewinns:
https://taz.de/Debatte-ueber-Wolfabschuss/!5828706/

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27.01.2022

Dieser Kommentar ist so einseitig, dass er richtig ärgerlich ist.

Wenn schon die jämmerlich an herausgerissenen Gedärmen völlig zweckbefreit krepierenden Schafe, Lämmer, Ziegen etc. mit dem Schlachtvieh gegengerechnet werden, weiß man auf welcher Welle der Verfasser reitet.

https://www.youtube.com/watch?v=BH4c3q3vMLs

https://www.youtube.com/watch?v=RRAqG48e62o

Nein, der Wolf hat keine Berechtigung sich an Nutztieren gütlich zu tun und das entspricht auch nicht der Natur eines Wildtiers. In der Wildnis hat er seine Berechtigung, dort gibt es dann keine Menschen und keine Haustier- und Weidetierhaltung. Dort kann er seine Beute jagen und damit auch als Regulator des ökologischen Gleichgewichts wirken. Wo er nicht genug Beute findet, muss er eben weiterziehen. Dicht an besiedeltem Gebiet hat er nichts verloren, auch wenn er keine direkte Gefahr für den Menschen darstellt, für Tiere in dessen Obhut tut er es dann eben.

Ich bin zutiefst verstört, dass Leuten, welche Klagelieder anstimmen, weil ggf. ein Wolf abgeschossen werden soll, das Schicksal und Leid der vom Wolf in Gehegen gerissenen Tiere völlig egal zu sein scheint. Was seid Ihr denn für Tierfreunde? Ihr wisst schon, dass auch Schlachtvieh schonungsvoll zu Tode kommen soll. Außerdem reißt der Wolf nicht nur Schlachttiere sondern auch Tiere, die sich Menschen als Haustiere halten.

Zu den Fakten gehört auch, dass ein Herdenschutzzaun nur bedingt hilft, an Almhängen kaum angebracht werden kann, zudem finanziell unzumutbar ist. Der Verweis auf die Entschädigungszahlung ist in Anbetracht des Gemetzels, das ein Wolf in einem Gehege anzurichten im Stande ist, völlig nachrangig. Okay, den Bauern mag es schon auch wichtig sein, aber der tierschützerisch aufgelegten Gesellschaft darf es das nicht sein.

Der Wolf ist nicht mehr akut vom Aussterben bedroht bei uns - nach manchen Berichten nicht mal mehr gefährdet. Er kann sich gerne dort aufhalten, wo er einen natürlichen Lebensraum fern von menschlichen Ansiedlungen hat. Wagt er sich zu weit in diese vor und vergreift er sich an Tieren, die keineswegs 'wild' sind, so hat der Mensch jedes Recht, seine ihm anvertrauten Lebewesen zu schützen.

Dass die Gerichte das nicht zu erkennen in der Lage sind, ist schlimm genug. Der Mensch darf kein Tier ohne vernünftigen Grund töten - aber den Wolf muss man gewähren lassen. Einen Hund, der wildert, erschießt der Jäger. Der Wolf darf offenbar alles.

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27.01.2022

Sie haben Recht, das Raubtier Mensch mit seinem Egotrip hat NICHTS in der Natur verloren, es gehört abgeschossen!!!!

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27.01.2022

"Nein, der Wolf hat keine Berechtigung sich an Nutztieren gütlich zu tun und das entspricht auch nicht der Natur eines Wildtiers."

"Der Mensch darf kein Tier ohne vernünftigen Grund töten - aber den Wolf muss man gewähren lassen."

"Wagt er sich zu weit in diese vor und vergreift er sich an Tieren, die keineswegs 'wild' sind, so hat der Mensch jedes Recht, seine ihm anvertrauten Lebewesen zu schützen"

Völlig neben der Realität, was Sie da behaupten. Schon mal was vom Hähnchen-Schreddern gehört, von den zahllosen Wildtieren die auf unseren Straßen zusammengefahren bzw. -gerast werden? Dass man Ferkel in deutschen Schweinezuchten wegen zu großer Würfe oft brutal tötet, weil sich ihre Handaufzucht nicht lohnt, männliche Ferkel ohne Betäubung kastriert werden, usw. Die paar von Ihnen so bemitleideten vom Wolf gerissenen Schäfchen sind dagegen schon so was von marginal. In Südtirol werden die Halter entschädigt und gut is.

Es sind sehr archaische Vorstellungen über den Umgang des Menschen mit seinen Mitgeschöpfen, die Sie da an den Tag legen. Der Mensch als Herr über Leben und Tod aller Lebewesen! Was seine Kreise stört wird eliminiert. Dieser Denke ist der kolossale Artenschwund unserer Tage zu "verdanken". Doch vielleicht ist es sogar positiv zu sehen, dass das gefährlichste und gleichzeitig dümmste Raubtier dieser Erde, der Mensch, noch gar nicht gemerkt hat, dass er damit gerade dabei ist, seine eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören.

Als einer der Ihre Beiträge meist geschätzt hat bin ich sehr enttäuscht . . .

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28.01.2022

@Georg Kr.

"Als einer der Ihre Beiträge meist geschätzt hat bin ich sehr enttäuscht . . "

Ich bedauere das zwar, aber ich muss dann wohl damit leben.

Ihre Gegenargumentation finde ich nämlich wenig überzeugend.

Weil immer noch Unsägliches in der industriellen Massentierhaltung geschieht, ist es marginal und belanglos, wenn ein Wolf in einem Gehege ein Schlachtfest veranstaltet? Dieses muss man dulden, auch wenn der Wolf nicht mehr vom Aussterben bedroht ist?

Würden Sie so einem Gemetzel zusehen, wenn sie dabei wären oder doch wenn Sie noch Schlimmeres verhindern könnten, zur Waffe greifen? Ach so, Natur ist Natur, auch wenn das umzäunte Weiden kein ‚natürlicher‘ Zustand ist. Die Tiere frei herumlaufen zu lassen geht allerdings auch nicht. Also sperren wir sie in sichere Ställe, damit sie vor einem evtl. Wolfsangriff sicher sind?

Wo bleibt da die Abwägung zugunsten der Kreatur, die ggf. Opfer wird? Sie tun ja gerade so als sollten alle Wölfe wieder abgeschossen werden.

Das will keiner, das fordert keiner, weshalb die Hysterie der Wolfverteidiger völlig überzogen ist.

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28.01.2022

Ein paar Hinweise müssen doch noch sein . . .

"Also sperren wir sie in sichere Ställe, damit sie vor einem evtl. Wolfsangriff sicher sind? "

Ist Ihnen entgangen, dass das gängige Praxis war - bereits viele Jahrzehnte bevor in Deutschland wieder der erste Wolf gesichtet wurde? Dass fast alle Weidegründe des größeren Nutzen wegen längst zu Ackerland umgepflügt wurden, wo immer das möglich war?

"Nein, der Wolf hat keine Berechtigung sich an Nutztieren gütlich zu tun und das entspricht auch nicht der Natur eines Wildtiers."

Wie kommen Sie denn darauf? Kennen Sie das Kinderlied "Fuchs, du hast die Gans gestohlen nicht"? Die Redewendung vom "Fuchs im Hühnerstall" auch nicht?
Die Erkenntnis, dass Wildtiere gegen ihre Natur handeln, wenn sie ein Nutztier reißen, ist mir als einer, der auf einem Bauernhof aufwuchs völlig neu.

In der Natur gilt nun mal fressen und gefressen werden. In diesem Zusammenhang von "Opfern" zu sprechen macht keinen Sinn.

Dass sie ein paar Wölfen doch das Lebensrecht zugestehen und nicht gleich alle abknallen wollen, beruhigt mich nur wenig . . .

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28.01.2022

Ach ja, was soll man dazu sagen - verklärte Tierliebe vs. Naturschutz und Verständnis für ökologische Zusammenhänge! Aber wenn die kleine ach so süße Hauskatze als domestizierte eingeschleppte Art draußen rumstreunt, Vögeln, Kleinsäugern, Amphibien, Reptilien, Insekten usw. nachstellt und tötet (viele davon auf der Roten Liste), wird das meist nicht einmal kritisch hinterfragt und nur mit dem Satz quittiert: "Katzen sind halt so"

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28.01.2022

@Marta D.

Da sind Sie bei mir an der falschen Adresse. Ich sehe Freigängerkatzen sehr kritisch.

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28.01.2022

@Georg Kr.

Natürlich kann von Opfern gesprochen werden, wenn anders als in freier Wildbahn bei einem Wolfsangriff nicht nur ein Tier gerissen wird, sondern ein Dutzend.

Fressen und gefressen werden trifft auf den Wolf übrigens nicht zu, denn der hat keinen natürlichen Fressfeind. Er ist auch - ich wiederhole mich da gerne - nicht mehr vom Aussterben bedroht, weshalb der Verweis auf ausgerottete Tierarten eben nicht mehr zutrifft.

Ich mache da einen gewissen Tier'rassismus' aus: Der einsame Wolf, lange vom Aussterben bedroht, genießt die Sympathie von vielen, ihm wird gehuldigt und zugestanden, was man einem Hund beispielsweise nicht zugestehen würde. Ist der Wolf mehr wert als ein Schaf? Warum interessiert das Leid des Schafes nicht nur das Schicksal des Wolfes, ich verstehe es wirklich nicht.

Ich habe oben ein Video verlinkt, von einer Weide-Schafsherde, die von einem Wolf angefallen wurde. 40 tragende Mutterschafe aus einem Naturschutzprojekt überlebten das nicht,. Weidende Schafe sind auch ökologisch nützlich und wertvoll. Sie begrasen Flächen, auf denen dann wieder Flora und Fauna aufkommen kann, die sonst überwuchert werden. Schäfer, die Weidetierhaltung betreiben, können ihre Herden nur sehr bedingt schützen. Hunde helfen - auch bedingt.

Es wird einfach zu eindimensional Stellung bezogen zugunsten des Wolfes.

Und die Füchse, die früher den Bauern Gänse gestohlen haben, haben das auch nicht überlebt, wenn man sie erwischen konnte.

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28.01.2022

"Fressen und gefressen werden trifft auf den Wolf übrigens nicht zu, denn der hat keinen natürlichen Fressfeind. Er ist auch - ich wiederhole mich da gerne - nicht mehr vom Aussterben bedroht, weshalb der Verweis auf ausgerottete Tierarten eben nicht mehr zutrifft."
Das haben Schwarz-, Reh- und Rotwild bei uns übrigens auch nicht (außer Wolf, Luchs und bedingt Braunbär siedeln sich wieder an) - deshalb müßen diese Arten vom Menschen verstärkt bejagt werden, um den Verbiß (und Fegeschäden) zu regulieren!
"Genetisch gesehen ist die deutsche Wolfspopulation noch nicht über den Berg. Man sagt, dass es 1000 erwachsene Tiere braucht, damit ein Bestand mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit sicher ist."

Unsere Nutztiere sind übrigens auch nicht vom Austerben bedroht und es gibt einen Fond für den "wirtschaftlichen Schaden", sofern die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen getroffen wurden.

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28.01.2022

@MARTA D.: "Genetisch gesehen ist die deutsche Wolfspopulation noch nicht über den Berg. Man sagt, dass es 1000 erwachsene Tiere braucht, damit ein Bestand mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit sicher ist."
– Bei der Möglichkeit, des Geneintrags aus anderen Gebieten, müssen das aber nicht ausschließlich „deutsche“ Wölfe sein. „Nach Bayern können Wölfe aus der Deutsch-Westpolnischen Population (z.B. Sachsen) und Alpen Population (Italien, Frankreich) einwandern.“ – vgl. https://blog.bayern-wild.de/2015/07/bayern-deine-woelfe/

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28.01.2022

@Eimiller
"Bei der Möglichkeit, des Geneintrags aus anderen Gebieten, müssen das aber nicht ausschließlich „deutsche“ Wölfe sein. „Nach Bayern können Wölfe aus der Deutsch-Westpolnischen Population (z.B. Sachsen) und Alpen Population (Italien, Frankreich) einwandern.“
...wenn sie dann nicht sofort wieder geschossen werden. Vorliegender "Problemwolf" ist mit hoher Wahrscheinlichkeit übrigens auch eingewandert.

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27.01.2022

Nicht nur in Deutschland, in vielen Teilen Europas (Italien, Spanien, Österreich, Rumänien etc.) leben Wölfe, ohne dass die Bevölkerung deswegen hysterisch kreischt! In Europa wurde in den vergangenen 20 Jahren kein Mensch von einem Wolf getötet worden. Zum Vergleich: Allein in Deutschland wird im Schnitt jährlich ein Mensch von einem Wildschwein getötet.

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27.01.2022

Es geht doch gar nicht in erster Linie um den Menschen sondern um seine Haus-/Nutztiere.

Und die Staaten, die Sie aufführen 'entnehmen' sehr wohl Wölfe. In Österreich und Italien werden wieder Wölfe geschossen, in Spanien will man es verbieten, aber es wird heftig darum gestritten.

Auch in Norwegen, Schweden, Finnland, die deutlich mehr Platz haben als Deutschland, wird der Wolf wieder bejagt.

'Hysterisch' werden Leute dort, wo sie mit eigenen Augen sehen, wie ihre Tiere zerfetzt worden sind.

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27.01.2022

Da der Abschuss des Wolfes eine Perversion ist wird Deutschland diesen Weg gehen!!!

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27.01.2022

Bayern ist nicht Alaska oder Sibirien !

Weder die Fläche noch die Besiedelungsdichte betreffend .

Während in diesen Regionen Wölfe durchaus existieren können , ohne jemals Menschen oder "Nutztiere" zu gefährden , ist dies eben - auch wenn unsere Zurück-zur-Natur-Fetischisten in ihren Fantastereien unbedingt haben wollen - schlicht nicht möglich !

Der Wolf hat in Mitteleuropa -außerhalb von Zoos- nichts verloren .
Das muß doch zu begreifen sein !

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27.01.2022

Und ich wäre sehr froh einmal einen Wolf in der freien Natur bei uns zu sehen.

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27.01.2022

Und warum funktioniert das mit Wolfspopulation dann in Spanien oder Italien (Trentino) oder in den osteurop. Staaten ?
Nur in DEU geht das wohl nicht flächendeckend wie Bayern; aber es funktioniert in Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen nicht nur mit einzelnen Wölfen, sondern auch mit Wolfsrudeln.

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27.01.2022

Herr M. ich gönne Ihnen die Erfüllung Ihres Wunsches. Irgendwo tief im Wald.

Ich hoffe sehr, dass Sie nicht zu denen gehören, die wegen des Wolfes (ist das eigentlich ein besseres Tier als ein Schaf?) großzügig über Tierleid hinwegsehen.

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27.01.2022

@Jochen H.

Ihnen kann man vermutlich noch x mal Quellen verlinken, die belegen, dass es eben nicht funktioniert. Für Sie ist der Wolf romantisch verklärt gut und Tiere, die der Mensch in Gehegen hält, zumindest deutlich weniger wert.

Im Tierpark Hagenbeck drohte mal die Braunbärin Mascha auszubrechen. Sie hatte sich im Wassergraben soviel Äste, Paletten etc. aufgetürmt, dass sie schon über die Trennwand langen konnte.

Hui, da waren die Pfleger aber flugs zur Stelle und schauten, dass Sie die Bärin ins Haus verfrachteten und das 'Leck' wieder schlossen, sprich die Plattform beseitigten. Ja warum wohl nur? Die Bären im Zoo sind Mensch gewöhnt, sie sind gut gefüttert und trotzdem weiß dort jeder, dass sie unberechenbare Raubtiere sind. Nur Romantiker, die keine Ahnung von Tuten und Blasen haben, finden es wünschenswert ihnen 'in freier Natur' mal Aug in Aug gegenüber zu stehen.

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28.01.2022

Liebe Maja S.
ein Wolf kann nicht annähernd so viel Tierleid auslösen, wie in Deutschland ganz legal praktiziert wird. Argumente den Wolf abzuschießen leiden meiner Meinung nach oftmals unter Doppelmoral. Am Tierleid kann es wohl nicht liegen, denn die Diskussionen um das Tierwohl laufen schon jahrelang ohne nennenswerten Erfolg. Mit Tierleid wird eben Geld verdient und das nicht mal zur Selbstversorgung sondern um weltweit billiges Fleisch zu verkaufen.

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