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Kriminalität
29.06.2022

Gewalt gegen die Polizei ist rückläufig – nur nicht in Augsburg

Der Amberger Angreifer demolierte das Polizeiauto.
Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz , dpa

Innenminister Herrmann berichtet über die Entwicklung im vergangenen Jahr. Ein betroffener Beamter schildert, wie schnell aus Routine bitterer Ernst werden kann.

Erstmals seit 2017 ist die Zahl der Angriffe gegen Polizistinnen und Polizisten in Bayern im vergangenen Jahr wieder leicht zurückgegangen – um knapp neun Prozent auf insgesamt rund 7800 Fälle verbaler und körperlicher Gewalt. Das Polizeipräsidium Schwaben-Nord allerdings registrierte einen Anstieg um 18,5 Prozent. Und Augsburg ist – statistisch gesehen – für Polizeibeamte die gefährlichste Großstadt Bayerns. Das geht aus einer Erhebung hervor, die Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich (beide CSU) am Mittwoch in München vorlegten.

Wie schnell aus einem Routine-Einsatz bitterer Ernst werden kann, schilderte bei der Pressekonferenz ein betroffener Polizist. Der 34-jährige Kommissar aus dem unterfränkischen Bad Neustadt war vergangenen Dezember Kollegen zu Hilfe geeilt, die eine Ansammlung von 20 betrunkenen Jugendlichen vor einer Wirtschaftsschule auflösen wollten. Einer von ihnen suchte Streit und überraschte den Beamten mit einem Faustschlag ins Gesicht. Unterstützt wurde der Angreifer von seinem Zwillingsbruder. Der Kommissar erlitt einen mehrfachen Kieferbruch. An den Folgen laboriert er wahrscheinlich sein Leben lang. Der Angreifer wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt, sein Bruder kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten davon.

Neuer Fall von Gewalt gegen Polizei aus Amberg gemeldet

Zeitgleich mit der Pressekonferenz meldete die Polizei am Mittwoch einen neuen Fall. Weil ein 34-Jähriger auf Polizisten in Amberg losgegangen ist, hat ein Beamter seine Waffe benutzt und auf den Mann geschossen, um ihn zu stoppen. Die Beamten waren gerufen worden, weil der Mann, der zu Fuß unterwegs war, ein Geschwindigkeitsmessgerät beschädigen wollte, wie die Polizei mitteilte. Als die Streife am Dienstagabend vor Ort eintraf, ging der Mann auf die Besatzung los, die noch im Streifenwagen saß.

Der 34-Jährige habe einen massiven Steinbrocken genommen und damit auf das Polizeifahrzeug eingeschlagen. Dabei habe er zunächst die Windschutzscheibe beschädigt und dann die Beifahrerseite attackiert. Der Fahrer des Streifenwagens habe den Mann schließlich gestoppt, indem er aus dem Auto auf dessen Arm schoss. Der Mann kam in ein Krankenhaus. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Innenminister Herrmann: "Besorgniserregendes Gewaltpotenzial"

„Wir müssen die beschützen, die uns beschützen“, sagten am Mittwoch die beiden Minister. Herrmann sprach von einem „nach wie vor besorgniserregenden Gewaltpotenzial“, dem mit allen Mitteln des Rechtsstaats begegnet werden müsse. Eisenreich versicherte, die Justiz versuche, Gewalttäter schnell zu verurteilen.

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Auf die Schnelle nicht zu klären war der Hintergrund der hohen Fallzahlen in Schwaben-Nord. Der starke Anstieg der Gewaltdelikte gegen Polizistinnen und Polizisten könnte, wie der Innenminister vermutet, mit den Ausschreitungen in der Maximilianstraße in Augsburg im vergangenen Jahr zu tun haben. Was die allgemeine Kriminalitätsentwicklung betrifft, lag Augsburg aber bereits im Jahr zuvor an der Spitze der bayerischen Städte.

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02.07.2022

Für die Rechten und Fremdenfeinde natürlich ein gefundenes Fressen, obwohl der statistische Hintergrund offensichtlich gar nicht klar ist. Extreme Fälle von Gewalt gegen Polizisten, wie die im Artikel genanten, sind mir für Augsburg jedenfalls nicht bekannt. Und auch der Exzess in der Maximilianstraße war offensichtlich ein einmaliges Ereignis. Gäbe es hier tatsächlich ein Problem, würden wir es über die Berichterstattung in dieser Zeitung wissen.

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02.07.2022

Ich schreib nur fast 60 %. Mehr darf wann wahrscheinlich ja nicht schreiben.

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29.06.2022

Achja, ist Augsburg nicht eine der sichersten Städte Deutschlands?
Woran das bei uns liegt??
Na geht doch mal raus und macht die AUGEN auf!!
Und das ist Scheiß egal obs Nachts oder Tags ist!

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30.06.2022

Leider gibt es viele Blinde und es wird nicht besser werden.

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